Vollständige Analyse

Downloaden

Marble House Secondary Plus .pdf

Zahlen und Fakten

Initiator: Marble House Capital AG, Hamburg

Investitionsobjekt: Auda Secondary Fund II (75 %) und weitere opportunistische Investments

Steuerliche Struktur: Einnahmen aus Gewerbebetrieb

Mindestzeichnungssumme: EUR 50.000 zzgl. 5 % Agio

Fondslaufzeit: geplant 7 Jahre, bis zum 31. 12. 2016

Emissionskapital: EUR 50 Mio. zzgl. Agio

Eigenbeteiligung Initiator: nein

Fremdkapital: nein

Rendite: deutlich zweistellige Rendite nach Steuer erwartet

Ergebnisverteilung: Ergebnis-Vorab für Initiator (3 %), 8 % Vorzugsausschüttung für Anleger, Rest wird 92,5:7,5 verteilt auf Anleger und Initiator

Weichkosten: 11,37 % incl. Agio

Investitionsquote: 88 % incl. Agio

Liquiditätsreserve: keine

Investment Manager: Auda Private Equity Management

Plazierungsgarant: nein, aber kein Rückabwicklungsrisiko, da der Zielfonds gesichert ist

Treuhandkommanditistin: Fremdunternehmen

Alleinstellungsmerkmale: Für Privatanleger erstmalig Zugang zum PE-Zweitmarkt. Frühzeichnerbonus. Für ein Dachfonds-Konstrukt sehr kurze Laufzeit.

Bewertung: 1 (Notenskala)

Investmentanalyse vom 24.07.2009

Marble House Secondary Plus

Der zweite Fonds von Marble House kann auf der ganzen Linie überzeugen. Die Partner sind sehr gut, der Zielmarkt für Investoren hochattraktiv. Die Konzeption sorgt für ein sehr gutes Chancen-Risiko-Profil.

Der Initiator

Das Hamburger Emissionshaus MHC Marble House Capital AG wurde 2005 gegründet, ist damit augenscheinlich sehr jung. Tatsächlich können die beiden Entscheidungsträger Roderich Widenmann und Daniel Haas eine 15-jährige Expertise im PE-Geschäft sowie in der Konzeption und dem Vertrieb geschlossener Fonds nachweisen. Durch die bisherige Tätigkeit für andere Emissionshäuser wurde der Zugang zu international renommierten Zielfonds- und Dachfonds-Managern ermöglicht. Der vorliegende Fonds ist das zweite Angebot aus dem Haus, wiederum im Bereich Private Equity. Der Außenauftritt ist professionell.

Stärken – Erfahrene und sehr gut vernetzte Entscheidungsträger mit einer aussagekräftigen Leistungsbilanz.

Note für Außenauftritt – B.

Der Prospekt

Mit 151 entscheidungsrelevanten Seiten fällt der Prospekt umfangreich aus. Die Aufmachung und die Textführung sind gelungen. Die Besonderheiten des Angebots werden dem Leser klar verständlich präsentiert.

Der Markt

Der Zweitmarkt steht ausschließlich institutionellen Anlegern offen. Diese nutzen den Markt für eine Re-Allokation ihrer Portefeuilles. Käufern bietet der Markt einen erheblichen Preisnachlaß beim Einkauf und vor allem eine deutlich verkürzte Restlaufzeit der erworbenen Fondsanteile. Die auf dem Zweitmarkt gehandelten Fonds sind in aller Regel bereits voll investiert. Damit entfällt jegliches Blind-Pool-Risiko, die Investition wird deutlich planbarer. Fondsanteile am Zweitmarkt werden über bestehende Netzwerke vermittelt. Ein Zweitmarkt-Investor muß über einen sehr langfristigen Erfahrungsnachweis im Primärgeschäft verfügen, um an lukrative Zweitmarkttransaktionen zu gelangen. Die General Partner, also die Komplementäre der zu verkaufenden Zielfonds, sind daran interessiert, Fondsanteile nur an bekannte Altinvestoren zu vergeben. Transaktionen werden auf direktem Wege kommuniziert und verhandelt. Sekundärinvestoren, die auch in den jeweiligen Primärfonds investiert haben, können so bei einem Angebot problemlos und schnell den aktuellen Wert überprüfen und mit einem Preisabschlag einkaufen. Damit handelt es sich um einen geschlossenen Markt, dessen Zugang nur durch gute Kontakte möglich ist.

Schwächen – Kein Zugang für Privatinvestoren. Hohe Markteintrittsbarrieren. Streng limitierter Marktzugang für neue institutionelle Investoren ohne Sekundärmarktexpertise.

Stärken – Hochattraktiver Markt mit einem exzellenten Risiko-Chancen-Profil.

Die Investitionen

Für die Auswahl entscheidend sind unter anderem folgende Prämissen: Das Fondsmanagement muß eine langjährige Erfolgsbilanz im Primärmarkt vorweisen. Es muß eine exzellente Kommunikations- und Beziehungsbasis zu den Zielfondsmanagern bestehen. Das Fondsmanagement muß über eine globale Infrastruktur im Bereich der Primär- und Sekundärinvestments zur Auswahl und Beobachtung der auszuwählenden Fonds verfügen. Zudem muß die bankenunabhängige Kapitalausstattung derart sein, daß das Fondsmanagement dauerhaft als Investor Zugang zu den relevanten Kreisen erhält. Das Zielportefeuille des vorliegenden Fonds investiert zu ca. 75 % in den institutionellen Auda Secondary Fund II (ASF II) und zu ca. 25 % in opportunistische Investments (z. B. Distressed Debt und Turnarounds). Der Investmentfokus liegt auf mittelgroßen Sekundärmarkttransaktionen mit reifen mittelständischen Unternehmensportfolios. Positiv für den Privatanleger ist die Tatsache, daß im Zielfonds ASF II institutionelle Investoren und die Eigentümerfamilie sowie andere industrielle Familien beteiligt sein werden. Das Zielvolumen des ASF II be-trägt USD 500 Mio. Die Vergütungen sind größtenteils leistungsabhängig. Der Komplementär und die geschäftsführende Kommanditistin erhalten einen Gewinn-Vorab von 3 %. Nach Rückzahlung des eingezahlten Kommanditkapitals (exkl. Agio) werden alle weiteren Gewinne an die Anleger ausgezahlt. Ab einer Gewinnschwelle von 8 % p. a. wird das Fondsmanagement mit 7,5 % am Gewinn beteiligt. Die jährliche Managementvergütung fällt mit insgesamt rund 1 % niedrig aus. Dazu kommt eine Beteiligung auf Ebene des ASF II von 12,5 % aller Gewinne für das Fondsmanagement. Die Gewinnbeteiligung der Zielfonds bewegt sich damit im Rahmen des Üblichen.

Stärken – Nachvollziehbare Kriterien, niedrige Kostenstruktur.

Der Partner

Die Auda-Gruppe wurde 1989 in New York gegründet, um die Anlagen in Hedgefonds und Private Equity einer deutschen Industriellenfamilie professionell zu betreuen. Auda ist bankenunabhängig, was im heutigen wirtschaftlichen Umfeld wichtig ist für die eigene Reputation. Die Gruppe ist zweifellos kapitalstark und gesund. Die Auda-Gruppe hat in Private Equity von 1989 bis heute durch 200 PE-Programme eine durchschnittliche Rendite (IRR) von 20 % p. a. erwirtschaftet. Im Bereich Zweitmarkt-Fonds (seit 1992) lag die Rendite jenseits der 50 % p. a. Derzeit betreut Auda ein Volumen von USD 5,1 Mrd. Auda hat sich als Spezialist für alternative Investments etabliert. Auda beschäftigt heute mehr als 85 Mitarbeiter auf drei Kontinenten. Die Anlageparameter der Investmentgesellschaft Auda sind klar und basieren auf der großen Investmenterfahrung in Zielfonds und Einzelunternehmen. Der große und langjährige Anlageerfolg von Auda erklärt sich neben der exzellenten Arbeitsqualität vor allem durch den hervorragenden Ruf des Hauses im Markt. Durch die lange Historie und den Ruf als verläßlicher Partner wurden über Jahrzehnte Netzwerke erschlossen, die heute für sehr kurze informelle Kommunikationswege sorgen. Fällt bei einem Zweitmarkt-Dachfonds ein Anteilseigner weg, wird ein Käufer gesucht, der neben einer exzellenten Kapitalstärke auch einen untadeligen Ruf mitbringt. Ein Partner wie Auda kann für einen Zweitmarkt-Dachfonds einen spürbaren Mehrwert bedeuten durch die eingebrachten Netzwerke und das zusätzliche Know-How.

Stärken – Erfahrener und bankenunabhängiger Partner mit einer exzellenten Erfahrungs- und Leistungsbilanz.

Das Konzept

Für den Privatanleger soll durch den vorliegenden Fonds der Zugang zu einem hochinteressanten Markt ermöglicht werden - zum Zweitmarkt für PE-Fonds. Die Vorteile liegen auf der Hand, das Chancen-Risiko-Verhältnis ist exzellent. Der Fonds wird zu 75 % in den Auda Secondary Fund II investieren. Hier sind bereits 5 Zweitmarkttransaktionen mit 7 Fonds und rund 118 Unternehmen gekauft worden (mit einem durchschnittlichen Preisabschlag von 40 %). Damit liegt ein eingeschränktes Blind-Pool-Risiko vor. Weitere Transaktionen wurden von Auda identifiziert und werden aktuell evaluiert. Tatsächlich kann Auda auf Grund der exzellenten Marktstellung aus einer Vielzahl hochattraktiver Angebote auswählen. Damit fällt für den Anleger das Gesamtanlagerisiko im Vergleich zu herkömmlichen PE-Fonds äußerst niedrig aus. Vor Erwerb von Zweitmarktanteilen überprüft Auda alle Unternehmen eines angebotenen Portefeuilles. Die Transparenz eines Zielfonds ist damit perfekt. Der Anleger soll bei einer geplanten Laufzeit von 7 Jahren eine Rendite im zweistelligen Bereich erhalten. Der Fonds überzeugt mit einem außergewöhnlich attraktiven Renditepotential bei einer vergleichsweise kurzen Laufzeit. Der Anleger erhält einen Frühzeichnerbonus (6 % p. a.) bis zum Plazierungsende, die bevorrechtigte Rückzahlung des eingezahlten Kommanditkapitals (zzgl. Agio) sowie eine Vorzugsausschüttung von 8 % p. a. Darüber hinausgehende Rückflüsse werden aufgeteilt. Die Gewinnschwelle fällt relativ niedrig aus, andererseits ist die Initiatorbeteiligung mit 7,5 % der Gewinne jenseits der Gewinnschwelle unter dem Durchschnitt. Da die Zielfondsmanager gewinnabhängig entlohnt werden, ist auch auf jener Ebene eine hohe Leistungsmotivation gegeben. Die Investitionsquote fällt mit 88 % (incl. Agio) vertretbar aus, die Weichkosten liegen bei guten 11,37 % (incl. Agio). Marble House kann Beteiligungszusagen von bis zu 125 % des tatsächlichen Kapitals eingehen. Damit erhöht sich unter dem Strich die Rentabilität des Fonds. Die hohe Mindestbeteiligung halte ich für sinnvoll, damit wird eine erfahrene und bonitätsstarke Anlegerklientel gewährleistet. Durch das ungewöhnlich gute Rendite-Risiko-Verhältnis kann das vorliegende Angebot auch für Anleger, die bis dato noch nicht in PE investiert haben, in Frage kommen.

Stärken – Hochinteressanter Zielmarkt. Vorzugsausschüttung für Fonds vor Zielfondsmanagement. Sehr große Eigenexpertise auf Seiten des Fondsmanagements. Eingeschränktes Blind-Pool-Risiko. Hohe Mindestbeteiligung. Co-Investition mit professionellen Investoren. Finanzmarktkrise sorgt für hochattraktive Investmentchancen.

Summa summarum

halte ich das Angebot „Secondary Plus“ der MHC Marble House Capital AG, Hamburg, für ausgezeichnet. Der erlebte Außenauftritt verdient ein B. Der Zielmarkt ist für Privatanleger außergewöhnlich attraktiv, der US-Partner über jeden Zweifel erhaben. Sämtliche eingebundenen Entscheidungsträger sind sehr erfahren. Insgesamt ist das Chancen-Risiko-Profil außergewöhnlich interessant. In meinen Augen hat das Angebot eine Bewertung mit „ausgezeichnet“ (1) verdient.

Analysen | Profil | Referenzen | Kunden | Presse | Kontakt | Bestellinfos | Fragen & Antworten | AGB | Datenschutz