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Zahlen und Fakten

Initiator: SachsenFonds

Gegründet: 1999

Geschäftsfeld: Geschlossene Fonds im Bereich Immobilien (21), Flugzeug-Leasing (10), Erneuerbare Energien (7), Medien (2), Private Equity (2) und Mikrokredite (1)

Bisherige Laufzeit der Fonds: im Durchschnitt 4,5 Jahre

Bisher aufgelegte Fonds: 43, davon 6 wieder aufgelöst und 2 in Auflösung (März 2008)

Bisher aufgelöste Fonds: 1 Windkraftfonds wurde mit einem Dachfonds verschmolzen, bei 6 Immobilienfonds wurden die Zielobjekte verkauft (Zentraleuropa IV hält noch ein Objekt)

Gesamtvolumen: EUR 3 Mrd. (31. 12. 2007)

Eigenkapitalvolumen: EUR 1,55 Mrd. (31. 12. 2007)

Durchschnittliche Rendite der Fonds: rund 7,9 % p. a. (Immobilien, linear)

Anleger: 28.000

Beteiligungen: 55.000

Mitarbeiter: 120

Mehrfachzeichnerquote: 33 %

Konzernstruktur: Konzernmutter: SachsenFonds Holding GmbH, Töchter: SachsenFonds GmbH, SachsenFonds Treuhand GmbH, SachsenFonds Asset Management GmbH

Alleinstellungsmerkmale: Breit aufgestelltes Fondsangebot mit kreativen Marktfeldern. Orientierung auf Sicherheit und Rentabilität. Initiator nützt Marktchancen.

Leistungsbilanzanalyse vom 03.02.2009

Leistungsbilanzanalyse 2007 SachsenFonds

Der neue Mehrheitseigner kann für SachsenFonds spürbare Synergien bringen. SachsenFonds beweist sich immer mehr als sehr innovatives Haus mit spannenden Angeboten. Die Leistungsbilanz 2007 kommuniziert sehr transparent Entwicklungen und auch Schwächen.

Der Initiator

Mehrheitsseigner der 1999 gegründeten SachsenFonds Holding GmbH ist seit Dezember 2007 die alteingesessene KanAm-Gruppe, München. Die KanAm-Gruppe hat von 1978 bis Ende 2007 ein Emissionsvolumen von rund EUR 15,7 Mrd. bewältigt. Mitte 2008 kam es zu einem Wechsel in der Geschäftsführung bei SachsenFonds: Hans Heinrichs zog sich aus der Branche zurück, sein Nachfolger, Jürgen Göbel, kann mit einer profunden Marktexpertise überzeugen. Er ist seit 1997 in der Fondsbranche tätig. Das Geschäftsfeld der SachsenFonds GmbH ist groß: Neben Immobilienfonds in Deutschland, den Niederlanden, Österreich, den USA, Tschechien, Polen und Australien wurden auch Fonds in den Bereichen Flugzeugleasing, Windenergie und anderen aufgelegt. Bis Ende 2007 hat die Gesellschaft 43 Fonds mit einem Gesamtvolumen von rund EUR 3 Mrd. emittiert. 55.000 Beteiligungen wurden betreut, wobei hier auch Anteile aus verwalteten Fremdfonds (16) hinzuzählen. Mit Ausnahme der Windenergie-Fonds wurden bei den bisherigen Fondsangeboten die Prognosen in der Regel eingehalten. Die Konzeptionsvorgabe des Hauses betont Sicherheit und Seriosität. Der Außenauftritt ist ausgesprochen professionell und zurückhaltend.

Stärken – Erfahrener Initiator mit bisher sehr vorsichtig kalkulierten Angeboten.

Note für Außenauftritt – A.

Die Angebotsstruktur

SachsenFonds hat eine breit diversifizierte Angebotsstruktur. Im Immobilienbereich hat die Gesellschaft primär klassische Büroobjekte finanziert, und zwar in Deutschland (4, zusätzlich 1 § 6b-Fonds mit einer Hotel-Immobilie), Holland (1), Zentraleuropa (4), USA (3), Österreich (6) und Australien (3). Aus dem Leasingbereich kommend, wurden bis 2004 zudem 10 Flugzeug-Leasing-Fonds emittiert. Dazu kommen Windenergie-Fonds (5), ein Solarenergie-Fonds, 2 Angebote im Bereich Medienfonds und 2 weitere im Bereich Private Equity. Ende 2007 wurde als völlig neuartiges Investitionsfeld ein Mikrofinanz-Fonds aufgelegt. 4 der bisher aufgelegten 5 Windfonds haben die Prognosen verfehlt. Grund hierfür sind windschwache Jahre und teilweise technische Probleme, die Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen. Bei einer technischen Verfügbarkeit der Anlagen von 98 % ist laut SachsenFonds grundsätzlich vom Erreichen der Planzahlen auszugehen. Einer von zwei Medienfonds hat seine Soll-Zahlen völlig verfehlt. Für die Anleger blieb hier nur die Rückführung der Anteilsfinanzierung aus der Garantiezahlung. Zumindest die steuerlichen Vorteile wurden bisher nicht beanstandet. Damit gehen für den Anleger die steuerlichen Vorteile nicht verloren. Der zweite Fonds erwirtschaftet überplanmäßige Zahlen. Bei sämtlichen Fonds mit Fehlentwicklungen hat der Initiator kundenorientiert agiert. Neben der Vergabe von Zwischenfinanzierungen folgte SachsenFonds in 3 Fällen der Verpflichtung als Plazierungsgarant. Auch die Rückabwicklung eines Lebensversicherungszweitmarktfonds (2005) zeugt von der Kundenorientierung dieses Initiators. Die Gelder wurden zzgl. 5 % p. a. Verzinsung der Einlage rückerstattet. Sämtliche anderen Fonds haben die Soll-Zahlen erfüllt bzw. teilweise deutlich übertroffen. Bis dato wurden bei 5 Immobilienfonds die Zielobjekte verkauft. Bei zwei wei-teren Fonds (Deutschland-Fonds III und IV) wurde das Fondsobjekt im März 2008 ver-äußert. SachsenFonds hat damit über eine vorsichtige Konzeption Flexibilität beim Nutzen von Marktchancen bewiesen. Grundsätzlich betätigt sich Sachsenfonds im Bereich Publikumsfonds aktuell schwerpunktmäßig im Immobilienmarkt, bei alternativen Energien (Solarenergie und künftig Geothermie) sowie in Mikrofinanz-Fonds.

Leistungsbilanz

Die Leistungsbilanz 2007 ist gewohnt detailliert und transparent gestaltet. Fehlentwicklungen werden neutral und klar kommuniziert. Die optische Gestaltung ist durchschnittlich. Die späte Fertigstellung der Leistungsbilanz erklärt sich durch neue Wirtschaftsprüfer, die durch das diesmalige besonders gründliche Vorgehen die Basis für künftige termingerechte Leistungsbilanzen schufen. Die Mehrfachzeichnerquote des Hauses SachsenFonds liegt bei rund 33 %, was für ein hohes Maß an Kundenzufriedenheit spricht. Das Datenmaterial läßt keine Wünsche offen. Die einzelnen Angebote können detailliert analysiert werden. Die Tendenz zum Folgejahr (2008) wird grafisch dargestellt. Dies halte ich für sehr positiv, da dem Anleger mit der Leistungsbilanz bereits ein Ausblick auf das aktuelle Jahr gewährt wird. So ist in der Leistungsbilanz auch die personelle Änderung in der Geschäftsführung erläutert, die, formal gesehen, erst der Leistungsbilanz 2008 zuzuordnen wäre. Die durchschnittliche Laufzeit der bisher abgewickelten sechs Projekte liegt bei rund 2 Jahren. Damit ist SachsenFonds unter den Anbietern langlaufender konservativer Immobilienfonds eine Ausnahmeerscheinung. Wenige Emissionshäuser handeln tatsächlich mit Fondsobjekten, eine Veräußerung innerhalb einer so kurzen Zeit stellt immer noch eine Ausnahme dar. Das durchschnittliche Ergebnis (exkl. Agio und vor Steuern) aus den in Auflösung befindlichen Angeboten gestaltet sich wie folgt: 32,1 % p. a. (USA II) bzw. 28,6 % p. a. (Zentraleuropa I), 38,1 % p. a. (Zentraleuropa IV), wobei hier noch 8 % des Investitionsvolumens investiert sind. Der Fonds Zentraleuropa III erwirtschaftete für die Anleger rund 19,4 % p. a., USA III 11,6 %. Legt man die Zahlen der Vergangenheit zu Grunde, so haben bis auf einen Medienfonds sämtliche Angebote zumindest positive Ergebnisse erzielt. Damit bewahrheitet sich der Anspruch auf Sicherheit bei gleichzeitig überdurchschnittlichen Erträgen. Bei den Immobilienfonds hat sich der einzige Holland-Fonds als deutlich unter den Prognosen liegend erwiesen. Die restlichen Immobilienfonds laufen mit geringen Abweichungen im Soll. Die Zentraleuropa-Fonds haben sich als für die Anleger sehr lukrativ erwiesen. Hier hat SachsenFonds die Gunst der Stunde genutzt und aus als langfristig konzipierten Fonds Kurzläufer mit hohen Rückflüssen generiert. Die Flugzeug-Leasing-Fonds laufen sämtlich im Soll. Insgesamt beweist sich SachsenFonds bisher als sehr solider Emittent interessanter Immobilienprojekte. In Sachen Windenergiefonds besteht Verbesserungspotential. Die Angebote von SachsenFonds sind auf langfristig denkende und sicherheitsorientierte Anleger ausgerichtet. Gleichzeitig hat sich das Haus aber als sehr innovativ und aufgeschlossen für neue Märkte gezeigt - als Beispiel möge hier der Mikrofinanz-Fonds dienen. SachsenFonds vertreibt seine Produkte primär (zu rund 2/3) über Sparkassen und Banken, die in der Regel eine konservative Klientel bedienen. Das Haus SachsenFonds hat sich bis dato als lernfähig aus Fehlern gezeigt, wie aus der Reaktion auf den mißglückten Ausflug in den Lebensversicherungszweitmarkt USA zu sehen ist. Sachsen-Fonds ist auch Zulieferer für institutionelle Kunden (bisher 3 Fonds mit einer Zielanlagesumme von EUR 1,1 Mrd.) und Verwalter für Fremdfonds (16). Voraussetzung hierfür ist ein hohes Maß an Professionalität und Seriosität. Die Krise der ehemaligen Mutter SachsenLB (bis Dezember 2007) resultierte für SachsenFonds in den neuen Hauptgesellschafter KanAm. Damit wurde die bisherige Emissionspolitik gesichert. Die KanAm-Expertise im Bereich Immobilienfonds kann für SachsenFonds spürbare Synergie-Effekte bringen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzmarktkrise halte ich die Eigenbeteiligung des leitenden Managements bei SachsenFonds für sehr vorteilhaft. Damit wird keine Muttergesellschaft einseitig Entscheidungen gegen die Interessen der direkt Betroffenen im Unternehmen treffen (können). Vor allem kann sich dadurch ein ungesund schnelles Wachstum wie bei anderen Emissionshäusern begrenzen lassen. Der bisher erlebte Außenauftritt dieses Hauses ist exemplarisch: professionell, ausgesprochen sympathisch, konstant zuverlässig und offen.

Summa summarum

halte ich SachsenFonds für ein ausgesprochen empfehlenswertes Emissionshaus. Trotz der grundsätzlich langfristig orientierten Konzepte hat sich das Haus als sehr kreativ und offen für Marktchancen erwiesen. SachsenFonds ist mit den wenigen Fehlentwicklungen stets anlegerorientiert umgegangen. Für Anleger, die einen kundenorientierten Partner suchen, der interessante und sicherheitsorientierte Ideen entwickelt, sollten Fondsangebote von SachsenFonds in die engere Wahl kommen.

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