Stefan Dobay ist der Geschäftsführer der Anbieterin.

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Zahlen und Fakten

Initiator: OMR OIL LLC

Investmentanalyse vom 08.06.2017

OMR OIL LLC – Direktinvestments

Die OMR bietet direkte Beteiligungen an Ölquellen in Kansas an. Je nach Projekt kann es sich dabei um Neubohrungen oder bestehende Quellen handeln, die optimiert werden. In jedem Fall geht der Anleger eine echte unternehmerische Beteiligung ein. Die OMR ist seit 2012 auf dem Markt tätig, aktuell werden vor allem Investoren aus China für die Projekte überzeugt.

Die Anbieterin

Anbieterin ist die OMR OIL LLC, Kansas. Sie wurde 2015 gegründet. Zuvor wurden über 3 Jahre 30 Quellen in Kentucky gebohrt. Die Anteilseigner sind sämtlich in das operative Geschäft eingebunden. Jede einzelne Quelle firmiert in einem eigenen juristischen Mantel. OMR OIL finanziert jedes Projekt vor, erwirbt die Bohrrechte und bezahlt die seismische Evaluation. Sind die Daten überzeugend und die Bohrplätze ausgewählt, werden Projektanteile an Co-Investoren verkauft. Die OMR OIL ist damit ein reiner Produzent, kein, wie bis dato in Deutschland üblich, „Öl-Investor“. Laut eigener Aussage hält OMR bei den Projekten rund 30 bis 60 % der Anteile, der Rest wird von Co-Investoren gehalten. Da Investoren direkt Anteile an den Quellen erwerben und auch grundbuchamtlich als Teileigentümer eingetragen werden, ist die finanzielle Ausstattung der OMR, über die keine Daten vorliegen, sekundär.

Alle Arbeiten vor Ort werden von selbständigen lokalen Unternehmen ausgeführt, die auf einen Abschnitt des Gesamtprojektes spezialisiert sind (Seismik schießen, Bohren, Testen etc.). Es werden immer unabhängige Geologen/Geophysiker beauftragt, um die Daten auszuwerten.

Der Vertrieb der Co-Investoren-Anteile erfolgt unter anderem über drei Büros in China.

Nach eigener Aussage sind rund 50 % der Anleger aus China (und Hongkong), rund 20 % aus Kanada, 10 % aus Europa. Da die Rechteinhaber sowie die beteiligten Unternehmen in offiziellen Registern geführt werden, ist für Investoren ein sehr hohes Maß an Transparenz gegeben.

Auf Fragen im Rahmen der Analyse reagierte der Anbietermit umfassenden Unterlagen.

Schwächen – Keine langjährige Leistungsbilanz der Anbieterin.

Stärken – Anbieter ist seit mehreren Jahren tätig, hat bereits zahlreiche erfolgreiche Projekte umgesetzt und läßt den Anleger über eine Co-Investorenstruktur zu einem echten Partner werden.

Das Marktumfeld

Der weltweite Rohöl- und Gasmarkt ist ausgesprochen unübersichtlich und von einer Vielzahl Faktoren beeinflußt. Grundsätzlich zerfällt der Markt in zahlreiche regionale Märkte, die teilweise kaum miteinander korrelieren.

Die Preisentwicklungen bei Erdöl unterliegen deutlichen Schwankungen. Im Jahresmittel 2010 bewegte sich der Preis für WTI (West Texas Intermediate) um die USD 80 / Barrel. Das Jahresmittel 2011 lag bereits bei USD 107 / Barrel. Analysten erwarteten für die zweite Jahreshälfte 2015 eine Erholung, tatsächlich pendelt der Preis seit Mitte 2015 um die USD-50-Marke, meist zwischen USD 40 und 50. Die Qualität der Analysteneinschätzungen läßt sich daran ablesen, daß niemand den massiven Preissturz am Ölmarkt prognostiziert hatte.

Tatsächlich zeigt der Absturz des Rohölpreises eines der Hauptrisiken bei Investitionen in diesem Bereich auf: Der Markt ist schlicht und einfach manipulierbar. Schreiben einige Analysten den aktuell niedrigen Preis einem „Überangebot“ zu, das den Preis in einem natürlichen Angebots-Nachfrage-Verhältnis nach unten drückt, so sprechen die Fakten eine völlig andere Sprache. Haupteinfluß für die massiv gestiegene Ölproduktion war in den letzten Jahren das Fördern nicht-konventioneller Ölvorkommen. Unter der neuen US-Regierung Trump werden Restriktionen der vorigen Administration, die vorgeblich dem Umweltschutz dienen sollten, wieder aufgehoben und die Förderung von Öl in den USA weiter subventioniert.

Für die Förderung von Erdöl (und Gas) wird in den USA seit rund 13 Jahren eine spezielle Methode verwendet, um nicht-konventionelles Erdöl aus kaum durchlässigem Tiefengestein (rund 5 km Tiefe) zu fördern, das sogenannte Fracking: Die maximale Ausbeute eines Öl- oder Gasgebietes wird durch hochpräzises Anbohren auch der kleinen Taschen erreicht. Bohrungen können heute horizontal erfolgen und mit einer Genauigkeit von wenigen Metern auch sehr schmale öl- und gasführende Schichten erreichen. Um ein Maximum in der Ausbeute zu erreichen, wird CO2-Gas bzw. ein Chemikaliengemisch in die rohstofführende Schicht eingespritzt. Damit sind aktuell Förderquoten von maximal bis zu 55 % des Lagers möglich.

Das Problem für die Förderunternehmen lag in der Vergangenheit (vor 2010) im Verhältnis Produktionskosten zu Verkaufspreis, doch technische Verbesserungen haben die Produktionskosten um bis zu 40 % reduziert. Die gesunkenen Förderkosten, gepaart mit einem gestiegenen Rohölpreis, ließen nicht-konventionelle Ölquellen interessant werden für die kommerzielle Nutzung.

Spannend ist die Frage nach den künftigen Entwicklungen des Ölpreises, die ja auch für das vorliegende Angebot mehr als relevant sind. Bei kalkulierten Förderkosten von USD 26 / Barrel wären die Projekte der OMR auch auf Basis der aktuell niedrigen Ölpreise profitabel. Prognostiziert sind Verkaufspreise von USD 45 für 2015, USD 75 für 2016, steigend auf USD 85 für 2018 mit einem anschließend konstanten Preis von USD 100 / Barrel. 2012 noch hätte man eine derartige Kalkulation für außergewöhnlich vorsichtig gehalten, heute lehrt die Abhängigkeit von geopolitischen Machtspielen Demut.

Andererseits wird die Ölindustrie mittelfristig die aktuell entstehenden Verluste wieder ausgleichen wollen, durch überhöhte Preise, die im Mittel für „gesunde Gewinne“ anbieterseits sorgen.

Für deutsche Investoren in die US-Ölindustrie bedeuten diese Ausführungen:

Ein aktuell niedriger Erdöl- und Erdgaspreis hat in den USA unter dem Strich vor allem positive Auswirkungen. Aktuell werden für die US-Haushalte durchschnittliche Einsparungen von USD 1.200 p. a. aus den gesunkenen Rohölpreisen veranschlagt. Ein steigender Konsum durch eine reaktivierte Wirtschaft wird mittelfristig für eine erhöhte Nachfrage nach Rohöl sorgen. Zwar legt die US-Ölindustrie vor dem gegenwärtigen Preiseinbruch in großem Maßstab Investitionen auf Eis und entläßt Angestellte; tatsächlich aber stellt die Öl- und Gasindustrie nur einen vergleichsweise geringen Teil der US-Gesamtwirtschaft, so daß die Vorteile eines geringen Ölpreises durch die Nachteile einer ruhenden Teilwirtschaft mehr als aufgewogen werden.

Investitionen bei einem derart niedrigen Rohölpreis sind nur möglich bei geringen Investitionskosten, eindeutig nachgewiesenen Zielgebieten und geringen laufenden Kosten. Gleichzeitig ermöglicht das inaktive Marktumfeld einen Zugang an bereitwilligen Arbeitskräften und externen Dienstleistern für die wenigen Unternehmen, die aktiv investieren, wie OMR. Hier gilt es für Investoren, genau zu prüfen, wie hoch die Förder- und Nebenkosten des jeweiligen Zielgebietes sind. Im landesweiten Durchschnitt lagen die Gesamtkosten 2009 (neuere Daten liegen bei der amerikanischen Energiebehörde EAI nicht vor) je Barrel an Land konventionell gewonnenen Rohöls incl. aller Nebenkosten bei USD 31,38. Liegt ein konventionelles Ölfeld nun vergleichsweise nahe an der Oberfläche und in der Nähe einer etablierten Infrastruktur (Pipeline, Raffinerie), so lassen sich hier die Gestehungskosten je Barrel mindern. OMR rechnet mit Nebenkosten von ca. 1200-2000 USD/Monat je nach Aufwand. Das beinhaltet Salzwasserentsorgung, Chemikalien für Produktionsförderung, Strom, Pumper und weitere Kosten.

Schwächen – Entwicklung der Öl- und Gaspreise ist langfristig nicht vorhersehbar.

Stärken – Marktumfeld ist grundsätzlich hochattraktiv. Investition in den Beginn der Wertschöpfungskette ermöglicht hohe Renditen.

Die Zielgebiete

Die OMR OIL LLC hat seit Ende 2015 Bohrungen auf 10 Grundstücken in Kansas getätigt. Nach eigener Aussage fokussiert die OMR sich vor allem auf bestehende suboptimal verwaltete Quellen mit Erweiterungspotential. Derartige Quellen können unter anderem über eine monatliche Auktion erworben werden, oftmals von Rechteinhabern, die aus Altersgründen verkaufen wollen. Vor einem Kauf werden die Quellen eingehend geprüft, in jedem Fall liegen umfangreiche historische Förderdaten vor, die eine valide Evaluation ermöglichen. In aller Regel sind die Quellen traditionell erschlossen, damit liegt für OMR ein Ertragssteigerungspotential durch den Einsatz von Fracking vor. Laut OMR reichen teils auch simple Optimierungsmaßnahmen wie das korrekte Einstellen der Pumpen aus, um deutliche Mehrerträge zu erreichen.

Das Explorationsrisiko ist aus Co-Investorensicht zwar vorhanden, eigentlich aber marginal: In aller Regel sind auf einem Gebiet bereits fördernde Quellen, die die Machbarkeit zeigen. Wie ausgeführt, werden in aller Regel fördernde Quellen erworben, deren Bohrungen verbessert bzw. erweitert werden. Eine Trockenbohrung ist nur bei einer denkbaren Erweiterungsbohrung nicht auszuschließen. Damit ist das Gesamtrisiko überschaubar. Die Kostenquote in den bisherigen Bohrinvestments in Kansas lag bei USD XXX/ Barrel, laut Aussage der OMR.

Stärken – Für die Zielgebiete liegen sehr umfangreiche Expertisen vor, die ergiebige Fündigkeit bei einer geringen Kostenquote prognostizieren.

Das Konzept

Die OMR OIL LLC bietet Anlegern Direktbeteiligungen an Ölbohrungen in Kansas an. Ein Anleger kann sich, abhängig vom Projekt, an Erweiterungsbohrungen, Reaktivierungen oder der Optimierung bestehender Quellen beteiligen. Eine externe Mittelverwendungskontrolle erfolgt ex post durch einen Wirtschaftsprüfer. Die einzelnen Zielengagements weisen erfahrungsgemäß ein sehr hohes Ertragspotential auf. Tatsächlich aber lassen die Projektkosten selbst bei konstant niedrigen Ölpreisen von unter USD 40 / Barrel das Engagement in die Gewinnzone kommen.

Extra Transportkosten werden nicht veranschlagt, da diese von der Raffinerie einkalkuliert werden. Die Einkaufspreise der Raffinerie sind tagesaktuell im Internet abrufbar. Eine laufende Überwachung der Kapitalströme durch einen externen Wirtschaftsprüfer ist nicht vorgegeben.

Stärken – Umfangreiche Vor-Ort-Analysen der Zielprojekte. Mehrere Dutzend laufende Referenzprojekte. Niedrige Kostenstruktur ermöglicht eine Profitabilität auch vor dem aktuellen Marktumfeld. Sehr hohe Eigenbeteiligung der Anbieterin. Echte Co-Investorenstrategie.

Summa summarum

halte ich die Direktinvestments der OMR OIL LLC, Kansas/USA, für attraktiv. Aus heutiger Sicht ist das Angebot spekulativ, bietet aber die Chancen einer echten unternehmerischen Beteiligung. Meiner Meinung nach hat das Angebot eine Bewertung mit ,,sehr gut" (1-) verdient.

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