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Zahlen und Fakten

Initiator: Reskap GmbH, Wiesloch

Investitionsfokus: Projektentwicklungen von Windkraftanlagen in Polen

Investitionsstruktur: Genußrecht an der Reskap Projekt GmbH & Co. KG

Steuerliche Struktur: Einnahmen aus Kapitalvermögen

Mindestanlagesumme: EUR 10.000 zzgl. 5 % Agio

Laufzeit Genußrecht: bis spätestens 31. 12. 2016

Plazierungsfrist: spätestens am 30. 06. 2014

Angebotsvolumen: EUR 7,5 Mio. zzgl. 5 % Agio

Mindestkapital: nein

Fremdkapital: nein

Verzinsung: geplant 12 % p. a., zzgl. bis zu 12 % Frühzeichnerbonus

Veräußerungsgewinn: geplant 1,65faches der Anschaffungskosten

Weichkosten: 19,48 % incl. Agio

Investitionsquote: 76,75 % incl. Agio

Liquiditätsreserve: EUR 303.750

Plazierungsgarant: nein

Projektkontrolleur: Jürgen Wasmann

Treuhänderin: Nottenkämper Treuhand GmbH, Haltern am See

Mittelverwendungskontrolleur: RA Peter Nottenkämper, Haltern am See

Alleinstellungsmerkmale: Mittelbare Beteiligung über Genußrechtskapital an Projektentwicklungen von Windkraftanlagen in Polen. Außergewöhnlich kurze geplante Laufzeit.

Bewertung: 1 (Notenskala)

Investmentanalyse vom 05.11.2013

Reskap Windwerte

Reskap bietet dem deutschen Anleger erstmalig die Möglichkeit, frühzeitig in die Projektentwicklung von Windkraftanlagen in Polen zu investieren. Das Chancen-Risiko-Verhältnis ist hochinteressant. Die systembedingten Risiken sind weitgehend abgefedert, die Überwachung der einzelnen Projekte ist umfassend. Ein sehr professionelles Angebot, das in vieler Hinsicht Vorbildcharakter haben dürfte.

Die Anbieterin

Die Reskap-Gruppe, Wiesloch, wurde 2013 gegründet, die vorliegende Emission ist das Erstlingswerk. Geschäftsführer der Anbieterin ist Michael Bauer, der seit über 10 Jahren im Fondsbereich als Konzeptionär und in der Vertriebssteuerung tätig ist. Bislang ist er in eigener Verantwortung mit einem Spezialfonds aufgefallen. Hinter der Gruppe steht ein Netzwerk sehr erfahrener und etablierter Marktteilnehmer, die für einen Erfolg der Emissionen sorgen können. Wie profund das im Haus vertretene Fachwissen ist, läßt sich an der außergewöhnlich kurzen Zeit vom Konzeptionsbeginn bis zum Markteintritt ablesen: Während etablierte Marktteilnehmer seit der AIFM-Zeitenwende Mitte 2013 nicht mehr emittieren können, hat Reskap das vorliegende Angebot ab August entworfen und innerhalb von 6 Wochen die BaFin-Genehmigung erhalten.

Auf Fragen im Rahmen der Analyse reagierte der Initiator prompt mit sämtlichem relevanten Material.

Schwächen – Für die Anbieterin ist noch keine Leistungsbilanz möglich.

Stärken – Anbieterin kann auf ein exzellentes Netzwerk etablierter Marktteilnehmer bauen.

Die Angebotsstruktur

Das vorliegende Angebot ist ungewöhnlich und könnte als Antwort auf die AIFM-Richtlinien aufgefasst werden, da es die Vorteile eines geschlossenen Fonds mit den rechtlichen Merkmalen eines Genußrechtes kombiniert: So gibt es einen Treuhänder und eine (zweifache) laufende Mittelverwendungskontrolle (Merkmale eines geschlossenen Fonds), sehr transparente und klar definierte Anlagekriterien (typisch für einen geschlossenen Fonds), dabei eingeschränkte Mitbestimmungsrechte der Anleger (typisch für ein Genußrecht).

Genußrechte genießen seit Umsetzung der AIFM-Richtlinie wieder deutlich mehr Aufmerksamkeit. In dem analysierten Beispiel handelt es sich um Gläubigerrechte, die auf einen Nominalwert lauten und mit einem Gewinnanspruch verbunden sind. Eine Teilnahme an der Gesellschafterversammlung und Stimmrecht gewähren Genußrechte konzeptionsbedingt nicht. Dafür erhält der Anleger eine Basisdividende sowie einen Bonus aus Gewinnen. Die geplante Laufzeit beim vorliegenden Angebot liegt bei 2 Jahren, mit einer möglichen Verlängerung durch den Initiator um 1 Jahr. Dafür erhält der Anleger eine sehr hohe Verzinsung von 12 % p. a. und einen abhängig vom Beitrittszeitpunkt gestuften Frühzeichnerbonus von nochmals bis zu 12 %. Durch die mehrstufige Mittelverwendungskontrolle und laufende Berichterstattung wird das Angebot einem geschlossenen Fonds vergleichbar transparent. Die Entscheidungsgewalt liegt ohne Rechtfertigungszwang bei der Anbieterin, was aufgrund der notwendigen kurzen Entscheidungswege auch sinnvoll erscheint.

Die Investitionen

Der prospektierte Investitionsfokus ist mit dem Zielsegment der alternativen Stromerzeugung relativ allgemein, wird aber durch Investitionsrichtlinien der Geschäftsleitung eindeutig definiert: Das Anlegerkapital fließt mittelbar in Projektentwicklungen von Windkraftanlagen in Polen. Wie bei einer KG-Beteiligung liegt auch ein IDW-S4-Testat vor. Dabei befindet sich Reskap in der vorteilhaften Position, mit vollen Geldtaschen aus vorentwickelten Projekten auswählen zu können. Die Zielprojekte befinden sich jenseits des Planungsstadiums, in der Phase vor dem tatsächlichen Bau. Diese Projektierungsphase dauert meist rund 1 Jahr.

Die Projektprüfung erfolgt durch erfahrene Partner, die unmittelbar in die Reskap-Gruppe eingebunden sind: Robert Müller-Török und Jürgen Wasmann können vieljährige Erfahrung in der Planung und Umsetzung von Projekten vorweisen. Wasmann ist im Zielmarkt Polen vernetzt und kennt die Usancen dieses Marktes sehr gut. Vor einer tatsächlichen Mittelfreigabe wird jeder einzelne Projektabschnitt überprüft, in die Prüfung ist auch ein spezialisierter Anwalt mit Zulassung in Deutschland und Polen eingebunden.

Grundsätzlich sind am Anfang der Wertschöpfungskette stets hohe Renditen möglich, egal ob es sich um Immobilien- Windkraft- oder andere Projekte handelt.

Ich stehe dem heute so modernen Thema der alternativen Energieerzeugungsmodelle ausgesprochen kritisch gegenüber. Für Investoren sehe ich die sehr reale Problematik einer Blasenbildung, da die für den Verbraucher zunehmend untragbaren Fördermodelle mittelfristig kollabieren dürften. Erste Warnsignale hierzu kamen bereits aus England, Spanien und Tschechien [1] [2] [3].

Das vorliegende Anlagemodell ist von derartigen Überlegungen aber unberührt, da der Anleger nur in die wirtschaftlich attraktive kurze Phase der Zwischenfinanzierung vor der Realisierung investiert und nicht in das langjährige Betreiben von Windparks.

Betrachtet man das Zahlenwerk des vorliegenden Angebots emotionsfrei und wägt das Chancen-Risiko-Verhältnis ab, so handelt es sich um ein nahezu perfektes Angebot. Das einzige Manko liegt derzeit in der Tatsache, daß es sich um ein Erstlingswerk handelt. Eine Schwäche, die die Zeit heilen wird, wie ich annehme.

Schwächen – Windkraftanlagen sind per se eine technisch nicht ausgereifte Art der Stromerzeugung, die nur durch Fördermodelle funktionieren kann.

Stärken – Attraktives Anlagekonzept mit sehr hohen möglichen Margen. Überzeugendes Chancen-Risiko-Verhältnis.

Das Konzept

Das Genußrechtskapital wird mittelbar für Investitionen in die Projektierung von Windkraftanlagen in Polen investiert. Die Haltezeit der Einzelinvestments liegt erfahrungsgemäß bei rund 1 Jahr. Die üblichen Renditen aus der Projektierung derartiger Windkraftanlagen sollten einen deutlich über dem Zinssatz des Genußrechtes liegenden Gewinn erwirtschaften lassen. Über die jährliche Verzinsung mit 12 % erhalten die Anleger einen Frühzeichnerbonus, der bis zu 12 % betragen kann, abhängig vom Zeitpunkt der Zeichnung.

Die Investitionsquote liegt bei üblichen rund 80 % (incl. Agio und Liquiditätsreserve), die Initialkosten entsprechen mit 19,48 % (incl. Agio) dem bei geschlossenen Fonds Üblichen.

Die Anbieterin selbst verdient vor allem am geplanten Verkaufserfolg abzüglich laufender Kosten.

Die Überwachung der Kapitalströme erfolgt laufend durch eine inhaltliche Mittelverwendungskontrolle, sowohl in Deutschland als auch in Polen. Die Anlagekriterien sind klar definiert und streng, so daß mögliche negative Überraschungen weitestgehend ausgeschlossen sind. Die kurze geplante Laufzeit von 2 Jahren stellt aus Anlegersicht eine weitere Sicherheit dar, da die nach Beobachtung der Entwicklungen in den USA, UK und anderen Ländern Europas zu erwartende Kehrtwende im Energiesektor keinen Einfluß auf das Angebot haben dürfte.

Stärken – Hervorragendes Chancen-Risiko-Verhältnis durch kurze Laufzeit und dezidierten Investitionskatalog. Mehrstufige Mittelverwendungskontrelle auch vor Ort. Zielinvestments ermöglichen deutlich über Genußrechtsszins liegende Margen.

Die Zielgruppe

Genußrechte beteiligen den Kapitalgeber (Anleger) untermittelbar an der Unternehmensentwicklung. Geht die Investitionsstrategie auf, erhält der Anleger die geplante Verzinsung; tritt der Insolvenzfall ein, werden seine Ansprüche nachrangig bedient – allerdings noch vor der Emittentin. Ein geschlossener Fonds bietet ein Höchstmaß an Transparenz, so ist eine laufende Mittelverwendungskontrolle üblich. Beim vorliegenden Angebot verquickt der Anbieter typische Merkmale beider Anlageformen, meiner Meinung nach zum Besseren. Privatanleger erhalten mit dem vorliegenden Angebot aufgrund des hochtechnischen Zielmarktes mit sehr speziellen Charakteristika ein risikoreiches Investment. Die Risikoprämie erscheint vor dem gut durchdachten Konzept als überaus adäquat, die sehr kurze geplante Laufzeit ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität in der Anlageplanung.

Summa summarum

halte ich das Angebot „Windwerte“ der Reskap-Gruppe, Wiesloch, für sehr interessant. Für Anleger stellt das Angebot aufgrund seines in vielen Aspekten vorbildlichen Konzepts und der sehr ordentlichen Verzinsung ein empfehlenswertes Investment dar. Die kurze Laufzeit ermöglicht es, mittelfristige Veränderungen in der Energiemarktförderung zu antizipieren. In meinen Augen verdient das Angebot eine Bewertung mit „ausgezeichnet“ (1).

[1] Diese und alle weiteren Quellenangaben finden Sie auf www.werteanalysen.de. Geben Sie dazu im Suchfeld #514 ein.

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