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Zahlen und Fakten

Initiator: Pretagus GmbH, Hamburg

Investitionsobjekt: stille Beteiligung an der PGD Projektgesellschaft Diamant GmbH

Investitionsfokus: Großhandel von physischen geschliffenen Diamanten

Steuerliche Einordnung: Einkünfte aus Kapitalvermögen, Abgeltungsteuer

Laufzeit: geplant bis zum 31. 12. 2020

Mindestbeteiligung: EUR 3.000 zzgl. 5 % Agio, Einzahlung auch als Ratensparer möglich

Fondskapital: EUR 10 Mio. zzgl. 5 % Agio

Mindestkapital: nein

Plazierungsende: verlängert bis 30. 09. 2013

Fremdfinanzierung: nein

Ausschüttungen: Jahresüberschüsse werden ausgeschüttet, die Höhe wird im Prospekt nicht prognostiziert

Weichkosten: 14 % incl. Agio, 1,28 % p. a. laufende Kosten

Investitionsquote: 86 % incl. Agio (ohne Berücksichtigung der USt.)

Liquiditätsreserve: EUR 21.000

Treuhandkommanditistin: ohne, da stille Beteiligung

Mittelverwendungskontrolle: PKF Unitesta Revisions- und Treuhandgesellschaft mbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Oldenburg

Kommissionshändler: ohne, Handel erfolgt durch PGD

Alleinstellungsmerkmale: Investition in physische Diamanten, die aktiv gehandelt werden sollen. Ab EUR 10.000 Beteiligungssumme Rückzahlung in physischen Diamanten möglich. Ratensparer möglich.

Bewertung: 1- (Notenskala)

Investmentanalyse vom 25.04.2013

Pretagus Diamant Fonds

Das Fondskapital wird mittelbar über eine stille Beteiligung für den An- und Verkauf geschliffener Diamanten verwendet. Der Fonds wird Diamanten zu Großhandelspreisen mit Rabatten erwerben und durch aktives Handelsgeschäft sowie die zu erwartende Wertsteigerung bei geschliffenen Diamanten Erlöse erwirtschaften. Die Investments sind stets durch physische Ware hinterlegt, das Risikoprofil des Fonds ist insgesamt positiv.

Der Initiator

Die Pretagus GmbH Hamburg, gegründet Ende 2011, bietet mit dem Diamant Fonds ihr Erstlingswerk an. Die Verantwortlichen im Emissionshaus sind laut Vita sämtlich erfahren im Bereich Finanzwirtschaft, Marketing und Betriebsführung. Auch im Emissionsgeschäft liegen mehrere Jahre Erfahrung vor. In die Leitung der Beteiligungsgesellschaft ist mit Alexandra Breuer eine zertifizierte Diamanthändlerin eingebunden. Der Vertrieb der Fondsanteile, eine der üblichen Schwachstellen neuer Emittenten, ist professionell organisiert und auf eine Vielzahl von Vertrieben verteilt. Auch wenn die prospektierte Zielvorgabe einer Vollplazierung Ende 2012 nicht erreicht wurde, so sind zum Zeitpunkt dieser Analyse laut Emittentin rund EUR 2 Mio. Eigenkapital eingesammelt. Im Sommer 2012 wurde laut Emittentin ein erstes Handelsgeschäft abgewickelt mit einer Marge von 9 %.

Auf Fragen im Rahmen der Analyse reagierte der Initiator umgehend und mit sämtlichem relevanten Material.

Schwächen – Das vorgelegte Angebot ist der erste Publikumsfonds des Emissionshauses.

Stärken – Sämtliche Verantwortlichen können in ihren Sparten langjährige Erfahrungen nachweisen.

Der Markt

Diamanten stellen, ähnlich wie Gold oder Platin, eine attraktive Sachwertanlage dar. Neben der hohen Wertbeständigkeit bieten sie eine maximale Wertkonzentration auf kleinstem Raum, sind damit quasi das Äquivalent zu einem mobilen Sachwert. Diamanten sind aber in keiner Weise „Wertspeicher des kleinen Mannes“, weil er keinen Zugang zu den internationalen Handelsplätzen hat und auch die Einstiegssummen hoch sind. Der Diamantenmarkt ist für den Endverbraucher nur schwer einschätzbar. Rund 80 % der geförderten Rohware geht in den industriellen Gebrauch. Die Anbieterseite wird von relativ wenigen großen Förderunternehmen dominiert, die auf spezialisierte Großhändler treffen. Diese sind vertraglich verpflichtet, von den Großanbietern monatliche Mindesttranchen abzunehmen und in den Markt zu bringen. Daneben existiert eine Vielzahl kleiner Händler und Verarbeitungsbetriebe. Wie in jedem Gewerk besetzen die Kleinbetriebe Nischen. Im Diamanthandel sind derartige Betriebe spezialisiert auf bestimmte Farben, Formen und Größen, Schlifformen und Kundenkreise. Für den Verbraucher interessant: Im Großhandel sind satte Einkaufsrabatte üblich – wie in jedem anderen Handel auch. Vor allem Großhändler, die schlecht geschliffene Steine veräußern wollen oder aus Umsatzdruck, d. h. um die Verträge ihres Großanbieters bedienen zu können, veräußern müssen, lassen hohe Rabatte zu. Für den Zwischenhändler sind Handelsmargen von 2 bis 3 % normal.

Der tatsächliche Preis der einzelnen Diamanten wird gutachterlich festgelegt, sobald der Schleifprozeß abgeschlossen ist. Der mögliche Handelspreis richtet sich nach dem sog. Rapaport-Bericht, einer Wertliste, die jeden Donnerstag aktualisiert an die Abonnenten, in der Regel Diamanthändler, versandt wird.

Beim vorliegenden Angebot wird neben einem Zwischenhandel auch auf die erwartete Wertsteigerung gesetzt. Die Händlerin unterliegt keinem Handelsdruck, sondern hat, im Gegenteil, ausschließlich die Motivation, Gewinne zu erzielen, da sie nur an einem Überschuß partizipert. Laut einer Marktanalyse aus dem Jahr 2011 von Bain & Company weisen speziell geschliffene Diamanten ab 1 ct. eine historische Wertsteigerung ohne große Schwankungen auf.

Einen positiven Einfluß haben auch die erstarkenden Volkswirtschaften wie China und Indien, wo in der Regel erstklassige Steine nachgefragt werden. Da Diamanten in sehr viele Qualitätsstufen unterteilt werden (alleine die Farbskala ist in 12 Werte unterteilt), ist auch der weltweite Markt in sehr unterschiedliche Teilmärkte zergliedert. Die einzelnen Qualitätsstufen im Diamanthandel erfahren auch unterschiedliche Trends. So kann die Nachfrage nach dem mittleren Preissegment deutlich über dem Spitzensegment liegen, einfach, weil Käufer aktuell weniger Liquidität zur Verfügung haben.

Für Privatanleger, die Diamanten als Investitionsgut betrachten, kann eine Beteiligung quasi als Zwischenhändler zu Großhandelspreisen einen attraktiven Zugang zum Markt bringen.

Stärken – Diamanten stellen als Anlagegut einen physischen, mobilen und international akzeptierten Gegenwert dar. Der Diamanthandel weist deutlich geringere Volatilitäten auf als bspw. der Goldhandel.

Das Konzept

Das Fondskapital wird über die PGD Projektgesellschaft Diamant GmbH mittelbar in geschliffene Diamanten mit einem Einkaufsrabatt von mindestens 10 % zur Rapaport-Liste investiert. Ein Verkauf der Steine darf ab einer Verkaufsrendite von 7 % p. a. erfolgen. Die Diamanten sollen regelmäßig verkauft und der Erlös reinvestiert werden. Basierend auf der Einkaufsmarge wäre somit eine vernünftige Rendite über die Fondslaufzeit möglich. Die Auswahl der Steine, der An- und Verkauf erfolgen durch Alexandra Breuer, die seit dem Jahr 2000 als nach GIA zertifizierte Gutachterin im Bereich Diamanthandel tätig ist. Sie ist eine der Geschäftsführerinnen von PGD. Zudem ist Alexandra Breuer mit einem eigenen Labor für weitere Unternehmen tätig und unterstützt diese beim Ankauf, der Bewertung und dem Verkauf. Für den Fonds wichtig – sie ist laut ihrer Vita gut vernetzt im Markt und hat über die Jahre beachtliche Rabatte ausgehandelt und Volumina umgesetzt. Alexandra Breuer wird mit 5 % des Jahresüberschusses bevorzugt entlohnt, neben einem Jahressalär von EUR 30.000.

Die geplante Fondslaufzeit läuft bis Ende 2020, der Anleger soll 85 % der Nettorückflüsse erhalten, der Rest geht an das Management. Die Kapitaleinlage soll am Ende der Fondslaufzeit an den Anleger zurückfließen. Als stiller Beteiligter hat ein Anleger weniger Recht als bei einer klassischen Fondsbeteiligung. So gibt es keine jährlichen Gesellschafterversammlungen, es besteht quasi keinerlei Mitspracherecht während der Laufzeit. Daher ist eine stringente Mittelverwendungskontrolle wichtig. Diese fällt nach dem Vertragswerk im Prospekt sehr streng aus und geht weit über eine übliche, reine formale, Kontrolle hinaus. Unter anderem beinhaltet sie auch eine jährliche Inventur.

Die Weichkosten fallen mit 14 % (incl. Agio) moderat aus. Die Investitionsquote liegt bei 86 % (ohne Umsatzsteuer). Eine Fremdfinanzierung ist nicht vorgesehen. Das investierte Kapital ist auf Händlerebene in jedem Fall durch physische Ware abgesichert. Der Wert der Diamanten wird durch hauseigene Gutachten nach GIA-Systematik untermauert. Damit liegt auf Ebene des Investitionsguts selbst kein nennenswertes Risiko vor. Fondsanleger könnten sich ihre Beteiligung (ab EUR 10.000) in Form physischer Diamanten auszahlen lassen.

Schwächen – Fonds konnte die geplanten Plazierungsziele noch nicht erreichen.

Stärken – Zielmarkt ist sehr attraktiv. Anlagegut ist physisch vorhanden und abgesichert. Fondsleitung hat einen etablierten Marktzugang. Umfassende Kontrolle während der Fondslaufzeit.

Die Zielgruppe

Vor dem Hintergrund der düsteren Zukunftsaussichten der europäischen Währung sucht der informierte Investor nach werthaltigen Investments, die einen währungsunabhängigen Wert darstellen, mobil sind und zugleich eine hohe Wertstabilität aufweisen. Der vorliegende Fonds kann dem erfahrenen Anleger einen Zugang zu Diamanten zu Sonderkonditionen ermöglichen. Die Gesamtanlagesicherheit des Konzepts ist hoch, speziell durch den physischen Gegenwert der Ware und die stringente Mittelverwendungskontrolle. Mit der Möglichkeit, über einen Ratensparer zu investieren, wurde die Mindestbeteiligungssumme auf EUR 3.000 gesenkt. Erfahrene Anleger, die vom Diamantmarkt überzeugt sind, können mit einer Beteiligung das eigene Portefeuille abrunden.

Summa summarum

halte ich das Angebot „Diamant Fonds“ der Pretagus GmbH, Hamburg, für sehr gut. Das Angebot eröffnet einen sehr interessanten Markt zu akzeptablen Konditionen. Die Nachteile einer stillen Beteiligung sind durch die stringente externe Überwachung abgefedert. Positiv ist die hauseigene Expertise in der Beteiligungsgesellschaft. In meinen Augen verdient das Angebot eine Bewertung mit „sehr gut“ (1-).

[1] Diese und alle weiteren Quellenangaben finden Sie auf www.werteanalysen.de. Geben Sie dazu im Suchfeld #500 ein.

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