Zahlen und Fakten

Initiator: Ventafonds

Investitionsfokus: 4 Syntrol-Anlagen zum Umwandeln von Plastikabfall in Gasöl

Steuerliche Gestaltung: Einnahmen aus Gewerbebetrieb

Mindestzeichnungssumme: EUR10.000 zzgl. 5 % Agio

Geplante Laufzeit: bis 31. 12. 2022

Geplante Rendite: Ertragsausschüttungen 14 % p. a. (ab 2014) steigend, kumuliert geplant 235,8 %

Umsatzbeteiligung Managementgesellschaft: 5 Cent je Liter erzeugtem Öl

Emissionskapital: EUR 26,8 Mio. zzgl. 5 % Agio

Fremdkapital: nein

Weichkosten: 17,28 % incl. Agio

Investitionsquote: 78,77 % incl. Agio

Liquiditätsreserve: EUR 959.200

Plazierungsgarantie: über EUR 10 Mio. durch Schweizer Vermögensverwalter

Anlagenbauer: Nill-Tech GmbH, Holzgerlingen

Mittelverwendungskontrolle: Trias Treuhand GmbH, Löhne

Treuhandkommanditist: Trias Treuhand GmbH, Löhne

Alleinstellungsmerkmale: Direktinvestition in Recycling-Anlagen. Referenz-Anlage produziert seit 2007. Plazierungsgarantie deckt den Bau der ersten Anlage komplett ab.

Bewertung: 1- (Notenskala)

Investmentanalyse vom 28.04.2012

Öko-Energie Umweltfonds 1 – Nachlese 2011

Ventafonds entwickelt sich immer mehr zu einem sehr kreativen Anbieter: Erstmalig liegt eine Direktinvestition in Recycling-Anlagen als geschlossener Fonds vor. Die Anlagen sind erprobt, sämtliche eingebundenen Fachpartner sind erfahren und partizipieren am Fondserfolg.

Der Initiator

Die Ventafonds GmbH, Bremen, wurde 2005 gegründet. Nach einem Bildungsfonds und zwei Immobilien-Handelsfonds legte Ventafonds einen weiteren innovativen Fonds, den Öko-Energie Umweltfonds 1, vor. Die notwendige Expertise wird durch Partner eingebracht, die am Fondserfolg mitverdienen.

Auf Fragen im Rahmen der aktualisierten Analyse reagierte der Initiator vorbildlich schnell innerhalb eines halben Tages.

Schwächen – Die 2 Projektentwicklungsfonds für Auslands-Immobilien müssen nach einem massiven Markteinbruch infolge der Wirtschaftskrise abgewickelt werden.

Stärken – Der Bildungsfonds wurde vorzeitig mit hohem Gewinn für die Investoren weiterveräußert. Der Anbieter ist mit der Schieflage seiner Auslandsfonds stets pro-aktiv und lösungsorientiert umgegangen.

Der Markt

Die Preissprünge der letzten Jahre im Bereich Öl und Gas haben Verbraucher gegenüber den Energiekosten sensibilisiert. Kann ein Anbieter Diesel- / Heizöl unter dem Marktpreis anbieten, wie es der Fonds plant, so ist die Abnahme auf absehbare Zeit garantiert. Eine Voraussetzung dafür ist auch, daß bei der Herstellung keine Grünflächen unnötig verbraucht werden (siehe Biodiesel) oder die Qualität des Endprodukts fragwürdig ist (siehe E10). Die Produktion von Ölstoffen durch Recycling ist seit Jahren ein politisches Thema: Sobald erprobte Verfahren vorliegen, die einen derartigen Prozeß ermöglichen, sind die EU-Staaten seit 1975 (1987 / 91) gehalten, derartige Verfahren einzusetzen und in der Folge die gesetzlichen Regelungen anzupassen.

Sehr positiv aus Fondssicht ist die Verquickung einer gesicherten Nachfrage nach dem Endprodukt Öl mit der langfristig gesicherten Ressource Plastikabfall. Rund 4,5 Mio. Tonnen Kunststoffabfälle kommen in Deutschland jährlich in das Recycling und die Müllverbrennung. Die bestehenden Recycling-Verfahren können nur einen Teil der Kunststoffe wirtschaftlich regranulieren. Der größte Teil wandert in die Müllverbrennung.

Das Risiko aus Anlegersicht besteht derzeit noch in projektentwicklungstypischen Risiken. Wesentliche Planziele sind inzwischen erreicht. Das Projekt wurde vom Markt erst nach Erteilung der Baugenehmigung in Mannheim zum 30. Mai 2011 wirklich beachtet. Diese Zurückhaltung war auch begründet durch Erfahrungen aus diversen Biogas- und Masseanlagen anderer Initiatoren, denen die endgültigen Baugenehmigungen teilweise versagt wurden. Dies verzögerte die Umsetzung des Konzepts; mit der vorliegenden Baugenehmigung ist nun die wichtigste Hürde für das Projekt genommen. Eine Plazierungsgarantie eines Schweizer Vermögensverwalters, die Ende 2012 eine Minderplazierung ausgleichen würde, deckt mit EUR 10 Mio. die Finanzierung der ersten Anlage. Der Baubeginn ist jedoch bereits Ende des ersten Halbjahres 2012 geplant. Die Vorbereitungen laufen laut Initiator bereits. Mit einer erfolgreichen Inbetriebnahme der ersten Anlage kann man davon ausgehen, daß die Plazierung weiterer Fonds zu einem Selbstläufer werden dürfte.

Schwächen – Ertrag ist vom Ölpreis abhängig. Produktionsbeginn ist noch nicht fest planbar.

Stärken – Sicheres Marktumfeld mit langfristig gesicherter Abnahme.

Die Anlagen

Die zu errichtenden Anlagen (Markenname Syntrol©) stammen von der Firma Nill-Tech GmbH, die verschiedene in das Verfahren eingebundene Technikbausteine zum Patent angemeldet hat. Die Patente sind inzwischen aus der Einspruchsfrist heraus und gelten somit als endgültig erteilt. Nill-Tech übernimmt eine Gewährleistung für 4,2 Mio. Liter Produktöl in Heizöl-Qualität in mindestens 7.200 Betriebsstunden p. a. je Linie. Das mögliche Produktionsvolumen der Anlagen liegt aus technischer Sicht bei 5,4 Mio. Litern im Jahr.

Mit einem Wirkungsgrad von 80 % und der hohen Qualität des erzeugten Öls, vergleichbar mit Heizöl nach DIN 51603-1, sind die Fondsanlagen von Syntrol derzeit, auch nach einer aktuellen Studie, weltweit einzigartig. Aus Anlegersicht wichtig: Das Verfahren ist weit über eine Planungsstufe hinaus durch eine Pilotanlage in industriellem Maßstab erprobt. Seit 2007 stellt diese 1-Linien-Anlage in der Schweiz im Jahr rund 3 Mio. Liter Produktöl her. Für den Fonds sind 4 Anlagen (als 4-Linien-Anlage) auf einem Grundstück im Hafen Mannheims geplant, mit einer Jahreskapazität von rund 17,14 Mio. Litern. Das ursprünglich vorgesehene Grundstück wurde 2011 gegen ein benachbartes Grundstück ausgewechselt, das ab Januar langfristig gepachtet ist.

Das Erstellungsrisiko tragen der Hersteller Nill-Tech und ein im Anlagenbau erfahrenes Architektenbüro als Generalübernehmer. Als Bauträger wurde ein lokales Unternehmen mit überzeugenden Referenzen verpflichtet. Diese Konstellation soll für eine einwandfreie und schlüsselfertige Lieferung sorgen.

Da die Betreibergesellschaft neben weiteren Partnern vor Ort an einem Mehrerlös der Anlagen über den prognostizierten Erträgen partizipiert, ist hier eine sehr hohe Leistungs-Motivation gegeben. Laut Initiator muß der Anlagenbauer Nill selbst EUR 1 Mio. in das Projekt investieren. Dazu kommt, daß die eingebundenen Partner beim zu erwartenden positiven Verlauf der Fondsanlagen medienwirksame Präsenz erleben werden.

Der Fonds kalkuliert weiterhin vorsichtig: Der zu erzielende Verkaufserlös soll rund 2 Cent unter dem Marktpreis liegen, damit wäre ein Absatzmarkt quasi garantiert. Das technisch mögliche Produktionsvolumen wird um 20 % niedriger veranschlagt, um ausreichend Reserven zu bieten. Die Produktion wird über 300 Tage / Jahr veranschlagt. Die Erfolgsbeteiligung von 5 Cent je verkauftem Liter Produktöl für die Betreibergesellschaft sollte für tadellose Leistung sorgen.

Stärken – Anlagen sind erprobt und ausreichend evaluiert. Konzept sieht hohe Sicherheitsreserven vor. Betreibergesellschaft wird produktionsabhängig entlohnt.

Das Konzept

Die Fondsidee ist an sich nicht neu – über einen kreativen Ansatz soll per Recycling aus Plastikabfall der Ursprungsstoff Gasöl (ein Produktöl vergleichbar mit Heizöl nach DIN 51603-1) gewonnen werden. Bei derartigen Investments bestehen die Hauptrisiken erfahrungsgemäß in einer nicht ausgereiften / erprobten Technik, fehlenden Patenten, unerfahrenen Partnern, verweigerten Genehmigungen und / oder fehlender Materialversorgung und einem fehlenden Absatzmarkt. Sämtliche dieser Risiken sind beim vorliegenden Fonds nahezu komplett ausgeschaltet. Die Baugenehmigung liegt nunmehr seit Mai 2011 ebenfalls vor. Die Betriebsgesellschaft wird zu 80 % von der Geschäftsführungs-GmbH und bis zu 20 % von den (externen) Partnern vor Ort gehalten. Dies ist bei derartigen innovativen Konzepten üblich, damit wird eine frühe Investition in ein Projekt entlohnt, das über mehrere Jahre reifen mußte. Die erste Anlage wurde durch die Geschäftsführungs-GmbH bereits angezahlt (EUR 150.000 incl. USt.).

Bei der inzwischen angepaßten Fondslaufzeit bis Ende 2022 soll der Anleger kumulierte Ausschüttungen von rund 236 % p. a. erhalten. Die Prognosen sind sehr konservativ kalkuliert, um dem Fonds ein Höchstmaß an Planungssicherheit zu bieten.

Initiator und Betreibergesellschaft verdienen an der laufenden Produktion sowie an einem Mehrertrag. Der Gewinn aus dem tatsächlichen Mehrerlös geht vollständig an die Investoren, was ein sehr großes Mehrertragspotential darstellt, da der Fonds mit 49 Cent / Liter Verkaufserlös kalkuliert. Zum Zeitpunkt dieser Analyse-Nachlese liegt der Preis für den Liter Gasöl als Referenz netto bei rund 80 Cent / Liter.

Die einmaligen Weichkosten fallen mit rund 17,28 % (incl. Agio) vertretbar aus. Der Fonds finanziert sich ausschließlich aus Eigenkapital. Die substanzbildende Investitionsquote ist mit 78,77 % (incl. Agio) relativ niedrig, für ein derartiges Konzept aber angemessen. Die Mittelverwendungskontrolle erfolgt durchgehend durch eine unabhängige und fondserfahrene WP-Kanzlei. Sehr positiv aus Anlegersicht ist die Tatsache, daß die Anlagen erprobt sind, das Marktumfeld grundsätzlich gut ist und aufgrund des unter dem Marktpreis liegenden Verkaufspreises für das Öl sich auf jeden Fall Abnehmer finden werden.

Stärken – Sehr gutes Marktumfeld. Anlage ist erprobt. Sehr konservative Kalkulation mit hohen Sicherheitsreserven. Externe Partner, Betreibergesellschaft und Initiator partizipieren am Erfolg der Anlagen.

Die Zielgruppe

Auch wenn sich die Zielinvestition mit der nun vorliegenden Baugenehmigung und der EUR-10-Mio.-Plazierungsgarantie einer Schweizer Vermögensverwaltung auf der Zielgeraden befindet, ist das Angebot eher für erfahrenere Anleger geeignet, die einen Renditekick für ihr Portefeuille suchen und gleichzeitig den ökologischen Aspekt im Auge haben. Die zeitliche Verzögerung seit Plazierungsbeginn zeigt, daß bei einem solchen Erst-Projekt erst das Gesamtvertrauen aufgebaut werden muß(te). Und dies trotz der Schweizer Referenzanlage. Für sein Vertrauen darf der Anleger im Gegenzug mit einer mehr als angemessenen Rendite rechnen.

Summa summarum

halte ich das Angebot „Öko-Energie Umweltfonds 1“ des Initiators Ventafonds, Bremen, nach wie vor für sehr gut. Das Anlagekonzept ist ökologisch sinnvoll und rentabel. In meinen Augen verdient der Fonds nach wie vor eine Bewertung mit „sehr gut“ (1-).

[1] Diese und alle weiteren Quellenangaben finden Sie auf www.werteanalysen.de. Geben Sie dazu im Suchfeld #475 ein.

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