Zahlen und Fakten

Initiator: POC Energy Solutions GmbH, Berlin

Investitionsobjekt: Alberta Energy Solution Oikos Limited Partnership

Steuerliche Einordnung: Einkünfte aus Gewerbebetrieb, in Deutschland steuerfrei, Progressionsvorbehalt

Laufzeit: geplant 10 Jahre ab Beginn der Stromproduktion, erstmalige Kündigung durch Anleger zum 31. 12. 2027

Mindestbeteiligung: CAD 15.000 zzgl. 5 % Agio

Kommanditkapital: CAD 65 Mio. zzgl. 5 % Agio

Gesamtkapital: CAD 165 Mio.

Plazierungsende: bis 30. 06. 2013, maximal bis 31. 03. 2014

Fremdfinanzierung: CAD 100 Mio. (60 % des GK)

Ausschüttungen: 12 % p. a., steigend auf 14 % p. a., kumuliert 240 % (Vorzugsausschüttungen + Verkaufserlös 110 % an Ende der Laufzeit.)

Verkaufserlös: prognostiziert 110 % nach 10 Jahren

Weichkosten: 18,5 % (bez. auf EK incl. Agio), 7,89 % (bez. auf GK)

Investitionsquote: 80,29 % bez. auf EK incl. Agio

Liquiditätsreserve: CAD 156.070

Treuhandkommanditistin: HVT HanseVermögen Treuhand-, Service- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg

Mittelverwendungskontrolle: HVS HanseVermögen Steuerberatungsgesellschaft mbH, Hamburg

Stromabnahme: durch Shell Energy North America (Canada) Inc.

Anlagenersteller: Lockheed Martin, Babcock & Wilcox Power Generation Group, IMV-Projects

Vertriebskoordination: POC GmbH, Berlin

Alleinstellungsmerkmale: Wirtschaftlich sinnvolle Investition in alternative Stromerzeugung. Überragendes Risikoprofil. Sehr hohe Rückflüsse.

Bewertung: 1+ (Notenskala)

Investmentanalyse vom 16.07.2012

POC Oikos GmbH & Co. KG – Biomassekraftwerk in Kanada

POC bietet mit dem vorliegenden Fonds ein besonderes Schmankerl: Das Biomassekraftwerk ist eingebettet in Verträge mit international renommierten Partnern. Sämtliche möglichen Risiken sind abgedeckt. Die Materialversorgung ist ebenso langfristig gesichert wie die Abnahme des erzeugten Stroms. Ein exzellentes Angebot zum thematischen Diversifizieren.

Der Initiator

Anbieterin des Fonds ist die POC Energy Solutions GmbH, Berlin, eine Tochter der Conserve Oil Corporation, Alberta / Kanada. Die Anbieterin ist über ihre Mutter im Energiemarkt Kanadas etabliert und vertreten. Nur so ist eine permanente Betreuung des Portefeuilles möglich.

Der Mitarbeiterstab der POC in Deutschland hat bis dato 6 Prospekte aufgelegt und erfolgreich emittiert. Die bisherigen Fonds legen den Investitionsschwerpunkt auf Öl- und Gasgebiete. Sämtliche bisherigen Emissionen liegen über Plan, die erworbenen Zielgebiete übertreffen für jeden Fonds die Investitionsvorgaben. POC bietet damit aktuell die aus Anlegersicht erfolgreichste Ölfondsreihe im deutschen Markt an. Nur durch die hervorragende Leistungsbilanz war es, laut POC, möglich, die international renommierten Partner für das vorliegende Fondskonzept zu gewinnen.

Auf Fragen im Rahmen der Analyse antwortete der Initiator, wie gewohnt, vorbildlich schnell und inhaltlich fundiert.

Stärken – Im kanadischen Energiemarkt sehr gut etablierter Anbieter. Homogene Produktpalette wird sinnvoll erweitert.

Der Markt

Kanadas Energiemarkt befindet sich in einem interessanten Spannungsfeld: Einerseits ist Kanada ein Energieexporteur nach China [1] und in die USA [2], erzeugt also mehr Energie, als im Land selbst benötigt wird. Andererseits zählt(e) Kanada international schon flächenmäßig zu den wichtigsten Vertretern einer neuen sauberen und ökologisch vertretbaren Energieerzeugung. Das läßt sich beispielhaft sehr gut ablesen an den Bemühungen, die der Staat in Sachen Umwelt unternimmt. So ist das speziell in den USA weit verbreitete Verfahren, Schiefergas mittels Hochdrucktechnik (sog. fracturing) abzubauen, nur eingeschränkt erlaubt [3]. Auch sonst wird Naturschutz großgeschrieben: Werden Bäume gefällt, bspw. für oberirdischen Bergbau, so müssen sie durch neue Jungbäume ersetzt werden [4]. Kanada spielte in der Vergangenheit auch international eine Rolle in der Bemühung, die vom Menschen produzierten Treibhausgase zu reduzieren. Im sog. Kyoto-Protokoll vom Februar 2005 unterschrieben mittlerweile 191 Staaten eine Selbstverpflichtung, individuelle CO2-Emissionsziele bis 2012 zu erreichen [5]. Das Protokoll fußt auf den Berechnungen des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), wonach der Mensch mit einer Klimaerwärmung konfrontiert sei, die er selbst verursacht habe [6]. Dieses Postulat des IPCC der menschlichen Verantwortung ist in der aktuellen Definition von 2011 inzwischen deutlich abgeschwächt [7].

Die Erzeugung von Energie aus Biomasse ist in Regionen mit einem Überfluß an Rohmasse, wie in Kanada, zweifelsohne sinnvoll und rentabel. Die Umwandlung der Biomasse in Energie beruht auf einer über Jahrzehnte erprobten und bewährten Technologie.

Unabhängig davon, ob man nun sog. „sauberen Strom“ präferiert oder nicht – wenn sich eine Investition aufgrund positiver lokaler Gegebenheiten anbietet und die Nachfragesituation stimmt, dann spricht vieles für eine derartige Investition.

Im Kurzprospekt zitiert POC Aussagen der IEA (International Energy Agency) zum Weltenergieverbrauch. Logisch betrachtet, kann es für den weltweiten Energiebedarf nur eine Richtung geben – ständig steigender Mehrverbrauch. Solange noch einzelne Länder im Stadium von Entwicklungsländern stecken, ist eine potentiell steigende Energienachfrage vorhanden. Der Entwicklungssprung von Ländern wie China und Indien zeigt eindrucksvoll den gestiegenen Energiebedarf. So errichtet alleine China seit 2009 19 neue Kernkraftwerke [8], dazu kommen weitere Kraftwerke mit anderen Techniken. Auch in etablierten Industrieländern gibt es einen permanenten Bedarf an Erneuerung und Ausbau bestehender Techniken. In Kanada gibt es zudem den Trend, Kohlekraftwerke umzuwandeln in Biomassekraftwerke [9]. Beim Thema Stromerzeugung mittels Biomasse aus Holzabfällen weist Kanada ein sehr großes Investitionspotential auf.

Kanada verfügt nach Rußland und Brasilien über die drittgrößte bewaldete Fläche der Welt. Die mit rund 4 Mio. km2 nahezu unendlichen Vorräte an Biomasse sind sehr gut für die Verstromung geeignet. Da sich rund 92 % des Waldes in staatlichem Eigentum befinden [10], ist der Zugang zur Rohmasse vergleichsweise einfach. Auch eine Standortanalyse des kanadischen Außenministeriums betont die enorme Verfügbarkeit von Biomasse, sowie ein im internationalen Vergleich positives Investitionsumfeld [11]. Der riesige Waldbestand bedarf einer regelmäßigen Pflege durch Entfernen von Totholz, von kranken und von Insekten befallenen Stämmen. Die so gewonnene Holzmasse reicht derzeit voll und ganz aus, um die für das Fondskraftwerk notwendige Liefermenge abzudecken.

Zusammengefaßt bedeuten diese Ausführungen folgendes: Kanada bietet ausreichend Rohmaterial für Biomassekraftwerke, ohne speziell Anbauflächen umwidmen zu müssen. Da das Material bei einem eventuellen Abholzen, das de facto aber nicht notwendig ist, ständig nachgepflanzt werden müßte, existiert in jedem Fall ein Massekreislauf. Die Nachfrage nach derartiger Energie ist über den politischen Willen hinaus vorhanden und tatsächlich gegeben.

Um Investitionen abzusichern, muß bei Biomassekraftwerken die Zulieferung der Biomasse langfristig gesichert sein.

Über die prognostizierte Fondslaufzeit sieht das Marktumfeld ausgesprochen positiv aus.

Stärken – Sehr attraktives Investitionsumfeld in den kommenden Jahren.

Die Investition

Sämtliche für die Investition relevanten Genehmigungen liegen vor, die einzelnen Verträge werden in Abhängigkeit vom Projektfortschritt unterzeichnet. Der Fonds wird in den Bau und Betrieb eines 40 MW-Biomassekraftwerks investieren, das über eine Hochdruckdampfanlage und eine nachgeschaltete Turbine Strom erzeugt. Die durch die Verbrennung entstehende Wärme wird beim Fondskraftwerk nicht genutzt, sondern per Kondensator verflüssigt. Die einzelnen Kraftwerkskomponenten werden sämtlich von international namhaften Unternehmen verantwortet. Dazu wurden Rahmenverträge geschlossen, die eine schlüsselfertige Gesamtanlage verantworten. Die Liste der Firmen liest sich wie das „Who is who“ der Technik-Branche. Die Ingenieurleistungen verantwortet IMV-Projects, ein weltweit tätiges Unternehmen mit einem umgesetzten Auftragsvolumen von über USD 7 Mrd.

Die Lieferung der technischen Komponenten, den Aufbau der Gesamtanlage und die Verantwortung und Leitung der Projektumsetzung obliegt Lockheed Martin, hierzulande vor allem als Rüstungskonzern bekannt.

Der Dampfturbinen-Generator zum Umwandeln der Wärme in Strom wird von Shin Nippon Machinery geliefert, das japanische Unternehmen zählt zu den weltweiten Marktführern bei der Herstellung von Dampfturbinen und Prozeßpumpen.

Technischer Betreiber der fertigen Anlage wird Delta Power Services, eine Tochter der Babcock & Wilcox Power Generation Group, die den Heizkessel baut und verantwortet. Delta Power betreibt laut Unterlagen aktuell 8 vergleichbare Anlagen. Der erzeugte Strom wird von Shell abgenommen, hierüber liegt ein Vertrag über 10 Jahre (plus Verlängerung um weitere 10 Jahre) vor. Shell nimmt die komplette produzierte Strommenge ab. Davon sind 34 MW preislich fixiert.

Die Biomasse stammt aus der umliegenden Umgebung (Radius 80 km), aus der Pflege der Forstbestände (Tot- und Altholz) sowie zusätzlich aus den Abfällen von 6 Sägewerken. Hierüber wurden ebenfalls langfristige Verträge geschlossen.

Für den Investor ergibt sich damit ein sehr überzeugendes Risikoprofil: Die Einnahmen sind über die gesamte Fondslaufzeit (und darüber hinaus) kalkulierbar. Da das Konzept ohne politische Förderung auskommt, kann es von dieser Seite keine unangenehmen Überraschungen geben.

Stärken – Überzeugendes Risikoprofil. Sämtliche Genehmigungen und Rahmenvereinbarungen liegen vor.

Die Expertise

Die Conserve Oil Corporation (COC), Calgary, wurde 2005 gegründet und hat sich seither hervorragend positioniert. Das läßt sich sehr gut an den im vorliegenden Angebot eingebundenen Partnern sehen.

Die permanente Präsenz von erfahrenen Fachleuten vor Ort sorgt dafür, daß auch dieses Fondsprojekt ständig überwacht werden kann. Mitglieder des Fachbeirates der COC verfügen über weitreichende Erfahrungen im Bereich Biomasse. Projektsteuerung und das Überprüfen von externen Partnern sind sicherlich keine Fremdworte für das Unternehmen. Beim vorliegenden Fonds ist die COC aus Anlegersicht quasi als Kontrollorgan eingebunden und vertritt in erster Linie als erfahrener Fondsinitiator die Interessen der deutschen Anleger.

Das Investitionskonzept wurde von Mustus Energy Ltd. [12] über viele Jahre entwickelt und zur endgültigen Projektreife gebracht. Der Firmensitz der Mustus Energy ist La Crete (Alberta). Sie betreibt auch ein Büro in Calgary, in welchem der Präsident der Gesellschaft, Ross Maxwell, vorbereitende und koordinierende Projektarbeiten leitet. Hierdurch ist eine gewisse räumliche Nähe zur COC gegeben, die sich – zusammen mit der Nähe zur IMV, die ihren Sitz ebenfalls in Calgary hat – zur positiven Unterstützung und zum Gedankenaustausch zwischen COC und Mustus nutzen läßt.

Ross Maxwell hat zudem einen großen Teil seiner beruflichen Laufbahn im Bereich des Downstream Processing als Ingenieur in einer Raffinerie (Chevron Canada) verbracht, so daß auch von dieser Seite aus kollegiale Verbindungen zur COC bestehen.

Für Anleger bedeutet dies, daß das vorliegende Projekt entstanden ist aus der Synergie eines langjährigen und vertrauensvollen Miteinanders einander ergänzender Fachkräfte.

Stärken – Die konzeptuelle Entwicklung stammt von einem sehr erfahrenen Projektleiter, die strategische Umsetzung für den deutschen Anleger wurde von COC verantwortet.

Das Konzept

POC bietet mit vorliegendem Fonds eine Investition in den Bau und den Betrieb eines Biomassekraftwerks in Kanada an. Die projektentwicklungsimmanenten Risiken sind komplett abgefedert durch Verträge mit namhaften Partnern, sämtliche notwendigen Genehmigungen liegen vor. Die wichtigsten Verträge – Stromabnahme und Lieferung der Biomasse – sind für 20 Jahre gesichert, damit deutlich über die geplante Fondslaufzeit von 10 Jahren hinaus. Das Marktumfeld ist auf absehbare Zeit sehr positiv, alternative Stromerzeugung ist politisch gewollt. Das vorliegende Konzept ist besonders ansprechend, da aus bestehenden Tatsachen ein logischer Schluß gezogen wird: Die Biomasse entsteht vor Ort und wurde bis dato keiner sinnvollen Verwertung zugeführt. Für den Betrieb sind keinerlei komplizierten Investitionen oder aufwendigen Zulieferverträge notwendig. Die Biomasse muß nicht – wie oftmals hierzulande – künstlich erzeugt werden. Unter dem Strich wird damit tatsächlich aus ohnehin anfallendem biologischen Abfall ein sinnvolles Produkt erzeugt, das für alle Seiten hochrentabel ist, auch ohne staatliche Förderung.

Bei einer geplanten Laufzeit von 10 Jahren soll der Anleger kumulierte Ausschüttungen von 240 % (Ausschüttungen vor Steuern in Kanada) erhalten. Unter dem Strich kann der Anleger damit, gemessen an dem sehr überzeugenden Risikoprofil, mehr als ordentliche Rückflüsse verbuchen. Die Weichkosten fallen mit 18,5 % (incl. Agio auf Ebene der Fondsgesellschaft) vertretbar aus.

Die Investition läuft auf Fondsebene ohne Fremdfinanzierung, aufgrund der reinen CAD-Investition liegt ein Fremdwährungsrisiko vor. Vor dem Hintergrund des meines Erachtens nach zusammenbrechenden EUR beinhaltet dieses Risiko über die Fondslaufzeit gleichzeitig eine sehr ausgeprägte Chance für den Anleger.

Der Initiator erhält den größten Teil seiner Entlohnung nachrangig aus dem Anlageerfolg: Erst nach der Vorzugsausschüttung von 12 % p. a. (steigend auf 14 % p. a.) an die Anleger ist er an den weiteren Rückflüssen beteiligt. Dies halte ich für eine faire und lobenswerte Regelung.

Unter dem Strich erhält der Investor ein überzeugendes Angebot mit weltweit anerkannten Partnern für einen vertretbaren Preis.

Stärken – Konservatives Konzept mit hoher Planungssicherheit und sehr ausgeprägtem Mehrertragspotential. Qualität der Auswahlkriterien und der Partner ist durch bisherige Fonds untermauert. Im Zielmarkt sehr erfahrener und etablierter Initiator, der nachrangig entlohnt wird.

Die Zielgruppe

POC hat sich im deutschsprachigen Bereich als Anbieterin von Öl- und Gasfonds etabliert. Die Angebote laufen exzellent, die Fondspalette ist durch einander ergänzende Fonds diversifizierbar. Der vorliegende Biomassekraftwerksfonds fällt völlig aus dem gewohnten Angebotsschema. Beim näheren Betrachten aber ergibt sich aus dem Hintergrund des Hauses POC eine logische Synergie verschiedener lokaler Netzwerke, die in die neue Angebotsreihe mündet. Die Rahmenbedingungen des Oikos-Fonds sind ähnlich sicherheitsorientiert und für den Anleger lukrativ wie bei den Öl- und Gasfonds. POC sieht den vorliegenden Fonds als Möglichkeit, bestehende POC-Anlagen abzurunden. Anleger können damit ein möglicherweise schwerpunktmäßig auf Öl und Gas ausgerichtetes Portefeuille thematisch auf eine breitere Basis stellen. Da sich die einzelnen Zielinvestments der unterschiedlichen Fondsreihen logisch ergänzen, läßt sich ein Anlegerportefeuille sinnvoll diversifizieren. Zumal die zunehmende EUR-Verunsicherung immer mehr für eine Investition in Sachwertanlagen u. a. auf CAD-Basis spricht.

Summa summarum

halte ich den Fonds „POC Oikos“ des Initiators POC Energy Solutions GmbH, Berlin, für hervorragend. Sämtliche Eckparameter der Investition sind vertraglich gesichert. Die Rückflüsse sind, gemessen am Risikoprofil, außerordentlich. Die externen Partner sind international renommiert. Der Investitionsfokus Biomassekraftwerk in Kanada ist sinnvoll und bietet ein deutliches Erweiterungspotential. In meinen Augen hat das Angebot eine Bewertung mit „hervorragend“ (1+) verdient.

[1] Diese und alle weiteren Quellenangaben finden Sie auf www.werteanalysen.de. Geben Sie dazu im Suchfeld #464 ein.

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