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Zahlen und Fakten

Initiator: Northwest Oil & Gas Trading Company, Inc., Magnolia/USA

Investitionsprojekt: Otho Bank Field, Mississippi, USA

Unternehmen: Northwest Oil & Gas Trading Company, Inc.

Anlagefokus: 15 neue Bohrungen auf einem erschlossenen und bereits produzierenden Ölfeld (zusätzlich Gas) mit zusätzlichem Ertragspotential in Mississippi

Sperrfrist der Aktien: mindestens 2 Jahre, individuelle Rückkaufangebote

Mindestbeteiligung: entweder an der Börse gehandelte Aktien zum Tageskurs, oder größere Investitionssummen über Privatplazierung

Rendite: individuelle Rückkaufangebote sollen eine Rendite bis 25 % p. a. sichern, abhängig von der Beteiligungshöhe; alternativ ist ein Verkauf über die Börse nach Sperrfrist möglich

Durchschnittlicher Verteilungsschlüssel: 25 % der Förderergebnisse werden bei einer Beteiligung auf Projektebene abgerechnet

Möglicher Gewinn je Aktie: USD 11,4 (Szenario siehe Text)

Kosten: 25 % Förderkosten incl. Federal Tax

Alleinstellungsmerkmale: Exzellent vernetztes Management, das den lokalen Markt seit Jahrzehnten kennt.

Bewertung: 2+ (Notenskala)

Investmentanalyse vom 02.11.2010

NWO Otho Bank Field

Die an der Frankfurter Börse gehandelte NWO investiert in einzelne Öl- und Gasfelder, deren Ertrag gut berechen- und planbar ist. Der Anleger kann wählen zwischen Spekulation oder mittelfristiger Anlage.

Der Anbieter und seine Historie

Die Northwest Oil & Gas Trading Company, Inc. [1], (nachfolgend NWO) ist eine Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Magnolia / Delaware, USA, und wurde im September 2007 gegründet. Hierzulande wird sie vertreten durch eine Niederlassung in Frankfurt. Hauptgeschäftszweck ist die Beteiligung an Projekten oder Unternehmen im Bereich der Erdöl- und Erdgasexploration und -produktion. Die Gesellschaft ist seit Mai 2008 an der Börse Frankfurt (WKN A0MVHK) gelistet, das Stammkapital beträgt USD 2 Mio., aufgeteilt auf 10 Mio. Aktien. Für den Börsenverkehr sind 49 % freigegeben. Es gibt drei Großaktionäre, die operativ in das Geschäftsfeld der NWO eingebunden sind und aufgrund ihres Lebenslaufes eine exzellente Marktkenntnis mitbringen. Diese Expertise stellt für das Unternehmen quasi den wichtigsten Aktivposten dar. Nach außen tritt Daniel Wolfensberger als Vorstandsvorsitzender auf. Wolfensberger ist aktiv in der Entwicklung und Vermarktung mehrerer Gewerbegebiete in Delaware / Kent County. In die NWO bringt er ein breitgefächertes Netzwerk aus Kontakten zu unterschiedlichen Unternehmern und Investoren sowie potentiellen Projektpartnern ein. Der Fokus der NWO liegt auf der Akquisition, Erschließung und Ausbeutung bekannter Erdöl- und Erdgasfelder. Gemäß interner Investitionsvorgabe werden die Fixkosten gering gehalten, die Kosten streng kontrolliert und das große Wertschöpfungspotential direkt an der Quelle genutzt. Ausdrücklich betreibt die NWO keine Exploration auf unbekanntem Terrain, das Fündigkeitsrisiko ist damit stark eingeschränkt. Auf Fragen im Rahmen der Analyse antwortete der Anbieter sehr schnell und umfassend. Für die Analyse relevante Interna wurden über eine Verschwiegenheitserklärung herausgegeben.

Stärken – Die Entscheidungsträger im Unternehmen sind nachgewiesenermaßen sehr gut etabliert und erfahren.

Der Markt

Investitionen in den Bereich Erdöl bieten bei laufenden Quellen grundsätzlich eine sehr transparente Datenbasis. Durch moderne Meßmethoden sind die Reserven einer Quelle gut berechenbar. Die Preisentwicklungen bei Erdöl unterliegen deutlichen Schwankungen. Im Jahresmittel bewegt sich der Preis um die USD 80 / Barrel. Aktuell sind die Öllager voll, daher trifft die teilweise weltwirtschaftliche Erholung auf Überkapazitäten [2], was zumindest eine deutliche Preissteigerung unwahrscheinlich macht. Es findet sich auch die Gegenmeinung, die von einer Überbewertung des Preises spricht und den fairen Preis bei USD 60 / Barrel sieht [3]. Der Markt wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflußt [4]. Dabei zerfällt der Weltmarkt in Teilmärkte. So kann bspw. die Hurrikan-Saison, die Ende September begonnen hat und den Ausfall von Förderplattformen bewirken kann, ebenso einen Einfluß auf den Preis haben, wie der durch den Wintereinbruch auf der Nordhalbkugel steigende Verbrauch. Der Anteil des förderbaren Öls beträgt selbst beim Einsatz hochmoderner Technik nur etwa 35 bis 45 % einer Lagerstätte. [5] Die stärkste Auswirkung auf die Förderrate hat zum einen die Struktur des Untergrundes (durchlässig Lagerstätten ermöglichen hohe Förderraten), zum anderen der Einsatz der sogenannten Sekundär-Fördertechnik (zumeist das Einpumpen von Wasser oder CO2 unter das Ölfeld). Die maximale Ausbeute wird durch hochpräzises Anbohren auch der kleinen Taschen eines Ölfeldes erreicht. Bohrungen können heute horizontal erfolgen und mit einer Genauigkeit von wenigen Metern auch sehr schmale ölführende Schichten erreichen. Die Treffergenauigkeit wird der modernen 3-D-Seismik geschuldet, die die Zahl trockener Löcher in den letzten Jahren deutlich gesenkt hat. Der Handel mit Ölquellen ist in den USA Tagesgeschäft, ähnlich wie in Deutschland der Handel mit Immobilien. An- und Verkäufe der Ölquellen erfolgen ausschließlich notariell und die Käufer werden in sog. County Courts (ähnlich dem Grundbuchamt bei Immobilien) eingetragen. Die Preise an der Ölquelle unterliegen festen Rahmenbedingungen (Ertragswertverfahren) und werden über Handelsplattformen, Auktionen und persönliche Kontakte gehandelt. Grundsätzlich befindet sich der Markt für Ölquellen in den USA in den letzten Jahren in einer deutlichen Bewegung. Neben Big Oil (die 6 größten privaten Ölunternehmen) drängen zunehmend kleine Anbieter in eine Marktnische, wo sie gezielt mit einer schlanken Kostenstruktur auch kleine Fördermengen mit Gewinn ausbeuten können.

Schwächen – Der lokale Zielmarkt sollte auf jeden Fall gut bekannt sein, ebenso die Usancen.

Stärken – Einzelinvestitionen sind gut berechenbar mit einem ausgeprägten Mehrertragspotential.

Das Projekt Otho Bank Field

Die NWO geht bei der Realisierung der Projekte ähnlich wie ein Bauträger vor. Sie beauftragt den Operator (vergleichbar mit einem Bauleiter) mit der Abwicklung des Prozesses, vom Abschluß der Verträge mit den Landeignern bis hin zu den Bohrungen und dem Anschluß an die Pipeline. Mit den Landeigentümern werden Pachtverträge abgeschlossen, die gegen Zahlung der Pacht (Lease) eine Übereignung der Förderrechte beinhalten. Nach Vollzug (geschehen im August 2010) erfolgt die Eintragung im Register. Da die Flächen des Feldes Otho Bank auf fast 300 Landeigentümer verteilt waren, hat dieser Vorgang laut Initiator fast 4 Monate beansprucht. Im nächsten Schritt beginnt das Umtragen und Zusammenfassen der Rechte in grundbuchlicher Form. Zum Zeitpunkt der Analyse erfolgte noch keine Veröffentlichung im Register [6], dies wird, basierend auf Erfahrungen aus anderen Feldern, bis Ende November dauern. Die Bohrgenehmigungen sind an den registerlichen Eintrag gebunden. Laut Gutachten liegt im Otho Bank Field ein Reservoir von möglichen 15,6 Mio. Barrel. Dies entspricht der „Worst-Case“-Betrachtung in den Unterlagen. Unter dem Strich könnte das bei einem USD-Preis von 70, der wahrscheinlich ist [7], und einer Förderung von konservativen 500 Barrel / Tag einen Jahreserlös von rund USD 114 Mio. bedeuten. Bei einem emittierten Aktienvolumen von 10 Mio. Stück ergäbe das einen Gewinn je Aktie von USD 11,4, auf dieser Basis wäre die Aktie damit deutlich unterbewertet. Das Projekt Otho Bank soll ein bekanntes und ausgewertetes Ölfeld, das inmitten von Ölfeldern mit aktiven Quellen liegt, erschließen und mit bis zu 15 Förderanlagen bebauen. Die NWO besitzt die vollständigen Verwertungsrechte (Working-Capital). Für den Investor bestehen mithin das eingeschränkte Risiko einer Nicht-Fündigkeit (kleiner 8 %, basierend auf den Erfahrungen der Geologen) und das Risiko einer Minderförderung durch fehlenden Druck an den einzelnen Quellen. Die Infrastruktur ist vorhanden, damit ist die Einspeisung in das Transportnetz kein Problem. Für das externe Gutachten wurden Vergleichszahlen benachbarter Quellen herangezogen, die eine umfangreiche Datenbasis darstellen. Nichtsdestotrotz kann aufgrund tektonischer Besonderheiten ein Minderdruck entstehen, der einen höheren Förderaufwand verursacht. Aufgrund der Kostenstruktur nach den Angaben der NWO liegt für das Projekt Otho Bank Field das ökonomische Limit bei 8.062 Barrel / Monat je Quelle [8].

Die Expertise und die Partner

Der in das Unternehmen NWO eingebundene Geologe ist sehr erfahren, er ist seit 1984 durchgehend als Geologe in den Südstaaten der USA tätig. Er gilt als Verantwortlicher für das Finden von rund 40 Ölfeldern, wobei mir keine Aussagen über deren Größe und Ertrag vorliegen. Als Operator fungiert eine in Alabama ansässige Firma mit drei Hauptverantwortlichen, die zusammen über 85 Jahre relevante Arbeitserfahrung vorweisen können. Der Operator ist seit 1987 tätig. Die letzten 6 Jahre hat die Firma über 50 Quellen verantwortet, in der Vergangenheit sollen Felder mit bis zu 100 Quellen gleichzeitig bearbeitet worden sein. Der Operator kann Quellen in einer Tiefenschicht zwischen 600 und rund 6.000 Metern bearbeiten. Die Ölfelder der Inneren Mississippi-Salz-Ebene liegen sämtlich tiefer als 600 m, darüber befindet sich eine Schicht aus Kalk und Schiefer, die die ölführende Schicht nach oben versiegelt [9]. Bei gemeinsamen Projekten lag die Trefferquote der Arbeitsgemeinschaft Geologe / Operator bei 92 % Diese sehr hohe Quote ist unter anderem darauf zurückzuführen, daß diese Projekte auf erschlossenen Feldern mit gut evaluierbarem Zahlenmaterial stattfanden. Der Gutachter für das Projekt Otho Bank Field, Richard P. Hamilton, ist seit 2006, nach 25 Jahren Tätigkeit als Ölingenieur für den Staat Alabama, im Ruhestand und arbeitet als freier Berater. Sein Name taucht in Publikationen auch deutscher Investmentgesellschaften auf, die in Alabama engagiert sind. Er gilt als erfahrener Berater, über die tatsächliche Qualität seiner Arbeit liegt mir kein Beleg vor. In den USA haftet ein Gutachter über seine Haftpflichtversicherung auch mit seinem Privatvermögen. Da Hamilton sich über 25 Jahre hinweg in der Branche einen Namen aufbauen konnte, kann man deduktiv von einer hohen Arbeitsqualität ausgehen. Die technische Umsetzung der Bohrungen erfolgt durch Schlumberger, USA.

Schwächen – Für den Geologen und den Gutachter sind keine Erfolgsquoten nachgewiesen.

Stärken – Sämtliche eingebundenen Partner sind seit vielen Jahren am lokalen Markt etabliert.

Summa summarum

halte ich das Projekt „Otho Bank Field“ der Northwest Oil & Gas für interessant. Das Marktumfeld ist spannend, für Investoren mit guten Nerven sind sehr attraktive Renditen möglich. Der Anleger kann über Aktien der NWO in das Projekt investieren. Dabei ist die Aktie als Investment anzusehen, also als mittelfristige Anlage, ohne Spekulation auf kurzfristige Kursschwankungen. Die relativ geringe Marktkapitalisierung macht den Aktienkurs anfällig, wenn größere Aktienpakete gehandelt werden. Investoren sollten sich von extremen Sprüngen an der Börse nicht verunsichern lassen, solange das Unternehmen durch werthaltige Investments wie Otho Bank Field unterlegt ist. Meiner Meinung nach hat das Projekt eine Bewertung mit „einwandfrei“ (2+) verdient.

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