Vollständige Analyse

Downloaden

Low Carbon Solar 2 Spanien .pdf

Zahlen und Fakten

Initiator: Low Carbon Germany GmbH, Hamburg

Investitionsobjekte: bis zu 6 Solarparks in Spanien

Ertragsvolumen: nicht größer als 12 MWp, insgesamt rund 13,8 MWp

Einkunftsart: vermögensverwaltend, Einkünfte aus Kapitalvermögen

Mindestzeichnungssumme: EUR 10.000 zzgl. 5 % Agio

Plazierungsfrist: bis maximal 31. 12. 2010

Laufzeit: 24 Jahre, Kündigung durch Anleger möglich ab 31. 12. 2034

Gesamtkapital: EUR 99 Mio.

Kommanditkapital: EUR 25 Mio. zzgl. 5 % Agio

Mindestkapital: EUR 2,5 Mio. zzgl. Agio

Fremdkapital: nein, auf Projektebene maximal 75 %

Ausschüttungen: anfänglich 8 % p. a. (ab 2012), steigend auf 12 % p. a. (2020) und 325 % p. a. (2033), kumuliert 359,47 %

Weichkosten: 16,31 % incl. Agio

Investitionsquote: 81,43 % incl. Agio

Liquiditätsreserve: EUR 419.250

Kostensteigerungsquote: 2 % p. a.

Plazierungsgarantie: keine

Projektsteuerung: SOSL Solar Opportunities S. L.

Mittelverwendungskontrolle: externe WP-Kanzlei

Treuhandkommanditistin: externe WP-Kanzlei

Alleinstellungsmerkmale: Sonderübertragungsrecht der Anteile Ende 2020. Umfangreiche Erfahrung im Zielmarkt Spanien. Sehr hohe Zins- / Tilgungsleistung.

Bewertung: 2+ (Notenskala)

Investmentanalyse vom 07.06.2010

Low Carbon Solar 2 Spanien

Der erste Publikumsfonds der Low-Carbon-Gruppe bietet dem Anleger ein hohes Maß an Erfahrung für eine langfristig geplante Bindung an das Zielportefeuille. Die Konzeption ist sicherheitsorientiert, durch die etablierten Entscheidungsträger fällt die Planerfüllungssicherheit hoch aus.

Der Initiator

Die Low Carbon Germany GmbH, Hamburg, wurde im August 2009 gegründet. Sie ist Teil der Low-Carbon-Unternehmensgruppe, die seit 2005 im Solargeschäft tätig ist. Die Entscheidungsträger sind nachweislich im Solarmarkt international erfahren. So wurden nach eigenen Aussagen Energieprojekte weltweit in den Sparten Solar, Windparks und Kraftwerke verantwortet. Der Auftritt des Anbieters wirkt professionell; die eingebundenen Mitarbeiter auf Managementebene sind erfahren und verfügen, soweit überprüfbar, über einen guten Ruf im Markt. Der vorliegende Fonds ist der erste Publikumsfonds, parallel zu einer Privatplazierung. Auf Fragen im Rahmen des Analyseentwurfs antwortete der Anbieter vorbildlich schnell.

Schwächen – Noch keine Leistungsbilanz für das Emissionshaus möglich.

Stärken – Die Entscheidungsträger können eine internationale Expertise im Zielmarkt vorweisen.

Der Prospekt

Mit rund 110 Seiten fällt der Prospekt durchschnittlich umfangreich aus. Optisch und inhaltlich ist der Prospekt ansprechend.

Der Markt

Der weltweite Markt für Photovoltaikanlagen bewegt sich in einem vielschichtigen Spannungsfeld: Auf der einen Seite stehen politische Forderungen, vordergründig basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die auf gefälschtem Datenmaterial (Stichwort Co2-Schwindel) basieren. Hinter diesen demagogischen Umtrieben stehen wirtschaftliche Interessen in Mrd.-USD-Höhe. Auf der anderen Seite besteht eine regelrechte Nachfragehysterie. Dazu kommt die Abhängigkeit von einer scheinbar langfristig staatlich gesicherten Stromabnahme. Die Staaten sehen sich mit einem explodierenden Angebot konfrontiert, was angesichts der zunehmend leeren Kassen zu mittelfristigen Problemen führen wird. Aus heutiger Sicht zeichnet sich im Bereich Photovoltaik eine deutliche Überhitzung ab, die staatlichen Abnahme- und Fördergarantien werden zunehmend fraglich. In der EU wurden 2008 rund 4,6 TWh durch Photovoltaikanlagen bereitgestellt. In den einzelnen Ländern ist eine Abnahme des erzeugten Stroms für mindestens 20 Jahre (Spanien: 25 Jahre) gesetzlich geregelt. Die Länder sehen sich zunehmend mit einer enormen Nachfrage nach den Förderprogrammen konfrontiert. So muß bspw. Spanien in den nächsten 20 Jahren laut Internetrecherche rund EUR 40 Mrd. aufbringen. Um ein ungebremstes und potentiell ungesundes Wachstum der Nachfrage zu beschränken, wurde in Spanien Ende 2008 eine Begrenzung von Neukapazitäten auf 500 MW / Jahr erhoben. Damit, und mit der Koppelung der Einspeisevergütung an einen Inflationsausgleich, bietet der spanische Markt dem Anleger Vorteile, die hierzulande nicht existieren. Grundsätzlich sind die Investitionskosten für die Bauteile einer Photovoltaikanlage in den letzten Jahren drastisch gefallen. Die in den letzten Jahren exorbitant, auch international, gestiegene Nachfrage nach Bauteilen hat zu einem starken Wachstum in der Produktion geführt. Durch technische Neuerungen und das Ausweiten von Produktionskapazitäten sind die Stückpreise deutlich gefallen. Dies gleicht ein Stück weit die sinkenden Abnahmepreise aus. Gleichzeitig fehlt ein umfangreicher langfristiger Datenbestand, da die heute verwendete Modultechnik noch vergleichsweise jung ist. Unter dem Strich halte ich den Photovoltaikmarkt für zunehmend schwierig: Die Modulpreise werden zwar durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Abnahmegarantien machen einen fairen Marktpreis unmöglich, gleichzeitig ist die Herstellung der Module ohne staatliche Förderung immer noch unrentabel und die Staaten als Garanten stehen zunehmend vor Liquiditätsproblemen. Zu guter Letzt ist der tatsächliche Bedarf an einer derartigen Technik mehr als fraglich. Die künftige Entwicklung im europaweiten Markt ist mit vielen Fragezeichen versehen. Damit sollte sich ein Investor sehr genau überlegen, in welchen Teilmarkt er investieren will. Spanien bietet auf absehbare Zeit für längerlaufende Investitionen ein zumindest akzeptables Umfeld.

Schwächen – Manipuliertes Marktumfeld. Garantien werden zunehmend fragwürdig.

Stärken – Interessanter Markt mit enormem Wachstumspotential.

Die Investitionskriterien

Die Zielanlagen müssen sich auf dem spanischen Festland befinden; der Einzelertrag je Park soll sich zwischen 3 MWp und 7 MWp bewegen, maximal bis zu 12 MWp; mindestens 80 % des Parks müssen sich im Betrieb befinden (seit 2007 / 2008) und belastbare Zahlen liefern, so darf die Mindestrendite auf Projektebene nur im Einzelfall unter 15 % p. a. (Untergrenze 13 % p. a.) liegen. Der Fonds geht damit keine Entwicklungsrisiken ein, die Planungssicherheit ist durch die fertiggestellten und großteils in Betrieb befindlichen Anlagen hoch. Laut Initiator befinden sich durch etablierte Netzwerke ausreichend Parks (rund 20) in Vorprüfung, auf die teilweise bereits Anzahlungen geleistet wurden, sodaß das Blind-Pool-Risiko de facto eingeschränkt sein soll.

Stärken – Planungssicherheit der einzelnen möglichen Investments ist hoch.

Die Erfahrung

Die Low-Carbon-Gruppe hat durch die einzelnen Entscheidungsträger bis dato ein Anlagevolumen von mehreren Hundert MW realisiert. Weitere 55 MW sind aktuell in Planung und sollen 2010 / 2011 realisiert werden. Speziell im spanischen Strommarkt besteht eine umfangreiche Expertise. So betreibt einer der Geschäftsführer der SOSL, die das Projekt steuert, selbst einen Park in Spanien (1 MW), sodaß von der Planung über die Umsetzung Erfahrungen vor Ort vorliegen. Die Gruppe analysiert sämtliche technischen und wirtschaftlichen Aspekte einer Solarparkentwicklung im Haus. Ebenso wird die notwendige Finanzierung über SOSL vermittelt.

Stärken – Anbieter kann eine umfangreiche internationale Expertise vorweisen.

Das Konzept

Anlageziel für das Fondsvermögen soll ein Portefeuille aus spanischen Solarparks sein, das der Initiator peu à peu erwerben will. Dabei sollen mindestens 80 % der Anlagen fertiggestellt und am Netz sein. Die anderen Parks sollen schlüsselfertig übergeben werden. Damit liegt für den Anleger kein Fertigstellungs- oder Projektrisiko vor. Die geplante Fondslaufzeit liegt bei 24 Jahren. Der Anleger kann Ende 2020 ein Sonderübertragungsrecht ausüben. Allerdings greift dieses nur, solange kein ungünstiges Marktumfeld oder Probleme mit den Parks vorliegen. Damit vermeidet der Anbieter, selbst möglicherweise unrentable Investments übernehmen zu müssen. Kumuliert soll der Anleger bis Ende 2020 89 % als Ausschüttungen erhalten. Mit rund 16,31 % (bez. auf EK incl. Agio) fallen die anfänglichen Weichkosten für dieses Segment gut aus. Die substanzbildende Investitionsquote liegt mit 81,43 % am unteren Ende der wünschenswerten Skala. Der Fonds rechnet mit einer konservativen Inflationsrate von 2 % p. a. Ab einer Ausschüttung von 10 % (IRR) p. a. erhält der Anbieter nachrangig 20 % des Mehrertrags. Diese Gewinnverteilung ist aus Anlegersicht positiv zu werten. Der Anbieter ist mit seiner Unternehmensgruppe im Zielsegment seit mehreren Jahren erfolgreich tätig. Das Marktumfeld für Solaranlagen halte ich zunehmend für schwierig. In Europa zählt Spanien noch zu den planbaren Zielmärkten mit einem verhältnismäßig gesunden Wachstum. Ziel des vorliegenden Fonds ist ein überdurchschnittlich hoher Zins- / Tilgungsdienst (8,7 % p. a.), sodaß Ende 2020 (möglicher Zeitpunkt der Sonderübertragung) bereits 36,6 % des Fremdkapitals getilgt sein sollen. Für den Anleger wird das Konzept durch diese sehr sicherheitsorientierte Auslegung zu einem Langläufer, der durch vernünftige Rückflüsse bei überschaubarem Risiko überzeugt.

Schwächen – Marktumfeld wird zunehmend fraglich. Sehr lange geplante Fondslaufzeit.

Stärken – Erfahrener Anbieter. Breite Diversifikation über bis zu 6 Solarparks. Kein Projektentwicklungsrisiko. Sehr hohe Tilgungsleistung.

Summa summarum

halte ich das Angebot „Low Carbon Solar 2 Spanien“ der Low Carbon Germany GmbH, Hamburg, für einwandfrei. Der Anbieter kann eine umfangreiche Expertise vorweisen. Die Konzeption ist sehr sicherheitsorientiert, mit Spanien als Zielmarkt wird eine vergleichsweise hohe Vergütung an ein gesundes Marktwachstum gekoppelt. In meinen Augen hat das Angebot eine Bewertung mit „einwandfrei“ (2+) verdient.

Analysen | Profil | Referenzen | Kunden | Presse | Kontakt | Bestellinfos | Fragen & Antworten | AGB | Datenschutz