Zahlen und Fakten

Initiator: Euram Asset Management GmbH, Frankfurt

Summe Portefeuillevolumina (vor.): zwischen 493 und 592 Patentfamilien, ausgewählt aus ca. 157.000 Patenten

Vorläufiger Patentpotentialwert voraussichtlich insgesamt bis zu EUR 1,4 Mrd. Geplante Laufzeit: bis zu 5 (6) Jahre seit Auflegung

Geplanter Wertzuwachs: prognostiziert 14,4 % (R.O.I.) p.a. nach Steuern

Kommanditkapital: geplant EUR 150 Mio. über drei Fonds, tatsächlich rund EUR 100 Mio.

Treuhänder: Fremdfirma

Vertriebskoordinator: Vevis GmbH & Co. KG, Berlin

Kompetenzpartner und externe Vermittler: Alpha Gasser Patentverwertungs KG, Steinbeis TIB GmbH, Steinbeis M & A GmbH, Charles River Associates International (Deutschland) GmbH und Engage AG, Karlsruhe

Alleinstellungsmerkmale: Modell wird ständig optimiert. Die Vorgaben sind bis dato in qualitativer und quantitativer Hinsicht deutlich übertroffen worden. Ausgesprochen hohes Mehrertragspotential für Anleger.

Bewertung: 1+ (Notenskala)

Investmentanalyse vom 27.02.2010

Euram Alpha Patentfonds 1 bis 3 - Nachlese

Die Euram Bank, Wien, hat zwischen 2006 und 2010 drei Patentfonds (einen davon in zwei Tranchen) emittiert. Wie sind die Fonds bisher verlaufen, wurden die Vorgaben erreicht? Im Folgenden lesen Sie eine Auswertung der gegenwärtigen Portefeuilles vor dem aktuellen Markthintergrund.

Der Initiator

Die Alpha Patentfonds Management GmbH, Frankfurt, wurde im Mai 2005 gegründet. Hinter dem Emittenten steht die Euram Bank AG, Wien. Die Produktreihe der Patentfonds hat sich mit einem Kapitalmarktvolumen von ca. EUR 100 Mio. etabliert. Auf Marktänderungen wurde in jedem Fall reagiert, stets zum Vorteil der Fonds. Diese weisen heute ein deutlich über den Erwartungen liegendes Verwertungspotential auf. Alpha 1 hat planmäßig seine erste Ausschüttung per März 2009 geleistet und wird laut Initiator voraussichtlich 2010 (nach März) ausschütten. Alpha 2 wird voraussichtlich 50 % der per März geplanten Ausschüttung auskehren und die zweite Hälfte zunächst in der Liquiditätsreserve halten, bis der neue Kompetenzpartner eingearbeitet ist und seine Aktivitäten greifen.

Stärken – Die Produktreihe der Patentfonds hat sich etabliert.

Der Markt

Der weltweite Patenthandelsmarkt ist vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise in einem Umbruch. Traditionell ein Verkäufermarkt, hat er sich zu einem Käufermarkt gewandelt. Auf absehbare Zeit soll sich dies wieder normalisieren. Die Hauptkäufer für Patente sitzen in den USA und in Asien. Der Zugang zu den größten Käuferunternehmen funktioniert in aller Regel nur über etablierte Mediatoren. Im Patenthandel haben sich weltweit rund 30 professionelle Berater und Transaktionshäuser (Broker) positioniert (beispielsweise Charles River Associates CRA International, Inc.), die über exzellente Netzwerke verfügen und damit den Markt reglementieren können. So werden Direktangebote möglicher Käufer gerne an jene Häuser verwiesen. Diese stehen zunehmend vor dem Problem, daß Käufer nicht mehr bereit sind, die üblichen Käuferprovisionen zu zahlen. Fondsmanagement, Portefeuillegesellschaften und bisherige Kompetenzpartner haben vorgeschlagen, neue Kompetenzpartner für die Verwertungsstufen einzubinden. Ebenso wurde vorgeschlagen, daß für erfolgreiche Transaktionsvermittlungen bis zu 20 % des Verwertungserlöses gezahlt werden sollten. Die Gesellschafter der Fonds 1, 2 und 3 (2008) haben diesen Vorschlägen Ende 2009 wirksam zugestimmt. Da dank der Brokerhäuser höhere Verkaufssummen möglich sind bzw. einzelne Verkäufe überhaupt erst ermöglicht werden, ist die Zusammenarbeit mit ihnen wirtschaftlich sinnvoll. Der Kompetenzpartner Steinbeis hat Ende Oktober auf einer internationalen IP-Konferenz in San Francisco Kooperationen mit potentiellen Verwertungspartnern vorbereitet. Die Risiken des Marktes hat Fonds 1 in Form eines Patentinhabers, der Insolvenz anmelden mußte, erfahren. Wie lukrativ das Marktumfeld andererseits ist, läßt sich leicht am Verwertungspotential der Portefeuilles von Alpha 1, 2 und 3 (2008) erkennen: Das Zielportefeuille des Alpha 1 würde ohne den endgültigen Wegfall von 26 Patentfamilien aus dem genannten Insolvenzfall voraussichtlich bis zu 20 % mehr Patentfamilien umfassen als prognostiziert. Der durchschnittliche vorläufige Patentpotentialwert wird deutlich höher sein als ursprünglich erwartet, was per Analogieschluß auf die Folgefonds übertragen werden kann. Deren bewertetes vorläufiges Potential kann voraussichtlich um bis zu 100 % über den kalkulierten Verkaufserlösen liegen, für die Anleger ein höchst zufriedenstellendes Ergebnis.

Schwächen – Das Marktumfeld hat einige grundlegende Parameterverschiebungen erfahren, die erhöhte Lernkosten für die Marktteilnehmer mit sich bringen.

Stärken – Der Markt weist ein ausgesprochen großes Renditepotential auf.

Die Partner

Alpha Gasser/Steinbeis haben sich als kompetenter Partner mit Schwerpunkt im europäischen Markt erwiesen. Nicht zuletzt durch das Investitionsvolumen der Fondsreihe wurde dem Partner ein vielschichtiges Lernen in der Anwendung ermöglicht. Die Steinbeis TIB GmbH hat massiv in die Personalentwicklung und in die technische Infrastruktur investiert. Für eine erfolgreiche Verwertung der Patente ist es unerläßlich, mit international etablierten IP-Transaktionshäusern zusammenzuarbeiten. Für die Portefeuillegesellschaften der Fonds 1, 2 und 3 (2008) wurde mit Charles River Associates CRA International, Inc., eines der weltweit führenden Transaktionshäuser als Kompetenzpartner gewonnen. CRA zählt zu den ältesten (gegründet 1965) und mit 550 Mitarbeitern zu den großen und international sehr gut etablierten Beratungsfirmen für IP-Transaktionen. Speziell in den USA ist der Marktzugang exzellent. In den letzten zwei Jahren wurden 68 der Fortune-Top-100-Unternehmen beraten, ebenso 98 der größten Anwaltskanzleien. Da CRA wesentliche Aufgaben der Verwertungsstufen übernimmt, wird das hierfür kalkulierte Honorar anteilig von Steinbeis auf CRA umgeschichtet. Darüber hinaus erhält CRA einen Anteil an der Erfolgsbeteiligung von Kompetenzpartnern und Management am jeweiligen Laufzeitende. CRA erhält jedoch keine Vermittlungsprovision. Tatsächlich ermöglicht erst die Arbeit von CRA einen funktionierenden Zugang zu bonitätsstarken möglichen Käufern in den USA. Damit decken die beiden Kompetenzpartner neben dem europäischen / deutschen Markt auch den international wichtigsten Markt USA ab, was für den wirtschaftlichen Erfolg der Fondsreihe mittelfristig entscheidend sein dürfte. Der Alpha Patentfonds 1 hat darüber hinaus 80 Patentfamilien an die Engage AG, Karlsruhe, mit einem hochkarätigen Beirat und ihrem internationalen Netzwerk zur Verwertung übergeben. Die Engage AG erhält im Erfolgsfall bis zu 10 % der Verwertungserlöse.

Stärken – Die neuen Partner sind in ihren jeweiligen Märkten exzellent vernetzt.

Das Portefeuille / Der Status quo

Die Auswahl, der Einkauf und die Verwertung der Patentfamilien erfolgt nach einem vielschichtigen Such- und Auswahlprozeß, der nach klaren Meilensteinen zeitlich definiert ist. In den Fonds Alpha 1, 2 und 3 (2008) wurden die quantitativen und qualitativen Vorgaben der Beschaffungsstufen Identifikation, Voranalyse, Zwischenauswahl und LOI, Endauswahl, Erwerb und Patentmemorandum übertroffen. Die tatsächliche Verwertung hat sich vor dem geänderten Markthintergrund hingegen um mehr als ein Jahr verzögert. Durch das Einbinden der transaktionsstarken CRA und die Zusammenarbeit mit weiteren qualifizierten Häusern auf Vermittlerebene soll der Verwertungsprozeß laut Initiator wesentlich beschleunigt werden. In den kommenden 9 Monaten erwarten die Kompetenzpartner und Vermittler erfolgreiche Transaktionen.

Stärken – Die Vorgaben des engmaschigen Auswahlprozesses wurden bis dato in jeder Stufe zeitlich und qualitativ überboten. Die Verwertungsstufe ist jetzt durch die internationale Anbindung wesentlich verstärkt worden.

Das Konzept

Das mehrstufige Such-, Bewertungs- und Selektionsmodell von Alpha Gasser/Steinbeis hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Bisher ist ein einziger Ausfall eines Patentinhabers durch Insolvenz zu vermelden. Vor dem aktuellen Marktumbruch ist dies eine sehr gute Quote. Die Auswahlkriterien der möglichen Zielinvestments funktionieren sehr gut, bis dato wurden alle Zeitpläne übertroffen. Die durch die Folgen der globalen Finanzkrise bewirkten Verwertungsverzögerungen im Patenthandelsmarkt werden vermutlich durch die Verwertungsstärke der qualifizierten neuen Partner ausgeglichen. Auch für die etablierten Brokerhäuser wie CRA International ist das aktuelle Marktumfeld schwierig, was sich an den deutlich gesunkenen Umsatzzahlen der Branche ablesen läßt. Dennoch verfügt CRA auch jetzt über einen nachweislich funktionierenden Zugang zur relevanten Nachfrage. Für den Fonds öffnet sich damit der lukrative US-Verwertungsmarkt. Auch wenn die bisherigen drei Fonds noch nicht aufgelöst sind, zeugen die vorliegenden Zahlen deutlich von der Qualität der Fondskonzepte. Positiv aus Anlegersicht ist die permanente Weiterentwicklung des Geschäftsmodells, es handelt sich damit um ein lernendes Modell. Darüber hinaus beginnt sich der Patenthandelsmarkt zu erholen.

Stärken – Die Fonds können Portefeuilles vorlegen, die in ihrer Qualität und Quantität die Vorgaben voraussichtlich bei weitem übertreffen werden. Konzepte werden ständig angepaßt und weiter optimiert.

Summa summarum

bestätigen sich für die Fondsangebote der Reihe „Alpha Patentfonds 1 bis 3“ der Euram Bank, Wien, meine Einschätzungen zum Emissionszeitpunkt. Die Zielvorgaben zum Portefeuilleaufbau wurden bislang in zeitlicher, quantitativer und qualitativer Hinsicht (über)erfüllt. Für den Anleger sehr positiv ist, daß das System im Einkauf und in der Verwertung offensichtlich lernend ist. Substantielle Marktveränderungen wurden von den Beteiligten aufgenommen und vorteilhafte Ableitungen für die Fonds positiv implementiert. In meinen Augen haben die bisherigen Patentfonds und auch der Alpha Patentfonds 3 - Tranche 2009 in der Nachlese eine Bewertung mit „hervorragend“ (1+) verdient.

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