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Zahlen und Fakten

Initiator: Stromenger Consulting Allinvest Services GmbH

Investitionsobjekte: ca. 45 Musik-Projekte, davon 38 Pop-Produktionen und 7 Klassik-Kataloge

Genre: Pop, Volksmusik, Crossover, Hörbücher und Komik

Regionale Konzentration: keine

Steuerliche Struktur: Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Investitionsparameter: bühnenorientierte Konzepte, die lizenzfähig (reproduzierbar) sind

Mindestzeichnungssumme: EUR 10.000 zzgl. 5 % Agio

Geplante Laufzeit: befristet bis 31. 12. 2012

Emissionskapital: EUR 19 Mio. bis maximal EUR 50 Mio., jeweils zzgl. 5 % Agio

Fremdkapital: nein

Geplante Ausschüttungen: 17 % p. a., kumulierte erwartete Ausschüttungen 165,98 %

Weichkosten: 18,56 % incl. Agio

Investitionsquote: 81,1 % (33,1 % in Produktion und 48 % in Rücklagen) incl. Agio

Liquiditätsreserve: EUR 64.000

Investitionsberater: Sono music Management GmbH und Dolce Media GmbH

Mittelverwendungskontrolle: unabhängige WP-Kanzlei

Plazierungsgarant: nein

Alleinstellungsmerkmale: 50%ige Kapitalabsicherung durch Rücklagenkonto.

Bewertung: 2 (Notenskala)

Investmentanalyse vom 24.09.2009

Glor Music Production II

Der in der Musikbranche etablierte Anbieter Glor bietet seinen zweiten Fonds an. Die sehr komplexe Nische der Musikproduktion wird durch erfahrene Partner mit überzeugendem Leistungsnachweis erschlossen. Insgesamt ein gelungenes Konzept.

Der Initiator

Die Stromenger Consulting Allinvest Services GmbH, Valley-Oberlaindern, ist seit 2003 in der Musik-Branche tätig. Der vorliegende Fonds ist das zweite Angebot des Initiators, der Vorgängerfonds wurde Ende 2007 mit einem Volumen von EUR 9,5 Mio. geschlossen. Die Investitionsvorgaben wurden laut Initiator sämtlich eingehalten, der Fonds soll im Plan laufen. Die Entscheidungsträger im Unternehmen sind exzellent in der Branche vernetzt, wie sich aus Einzelprojekten, sowie dem bisherigen Verlauf des Vorgängerfonds, ersehen läßt. Markus Stromenger ist Mehrheitseigner des Initiators, der Vertriebsgesellschaft und des externen Partners Sono music Management GmbH. Auf Fragen reagierte der Initiator innerhalb eines Tages.

Stärken – Die Verantwortlichen können umfangreiche Erfahrungen im Zielmarkt vorweisen.

Der Prospekt

Mit rund 183 relevanten Seiten fällt der Prospekt umfangreich aus. Inhaltlich vollständig, ist die Darstellung gelungen. Der für Anleger erklärungsbedürftige Markt ist sehr gut erläutert.

Der Markt

Der internationale Musikmarkt entwickelte sich in den letzten Jahren sehr unterschiedlich. Während die meisten Länder mit einem zweistelligen Umsatzrückgang leben müssen, verhält sich der Markt in Deutschland vergleichsweise stabil. 2008 wurden EUR 1,575 Mrd. im deutschen Musikmarkt umgesetzt, Tendenz zu den Vorjahren leicht fallend. Im Gesamtjahr wurden über 145 Mio. CDs verkauft. Dazu kam der stark wachsende Internetumsatz, der 2008 zum Vorjahr um 34 % gestiegen ist. Die Musikindustrie befindet sich seit 1998 auf Talfahrt (der international wichtigste Markt USA hat sich in den 10 Jahren nahezu halbiert, der deutsche Markt um 41 % reduziert), die nicht zuletzt durch unerlaubte Verbreitung im Internet forciert wurde. Dazu kommt ein Transformationsprozeß im Markt, da sich das Konsumentenverhalten geändert hat. LPs und Singles sind zu unbedeutenden Nischenprodukten geworden (Marktanteil 2008 1 % und 2 %). Ebenso sank die Nachfrage nach Musikvideos deutlich (11,7 Mio. Stück). Die Nachfrage nach Klingeltönen sank zwischen 2007 (8,3 Mio.) und 2008 um die Hälfte auf 4,1 Mio.. Der stark angestiegene Umsatz beim Herunterladen von Musik kann den Rückgang im physischen Geschäft aufgrund der geringen Stückpreise noch nicht kompensieren. Der Musikmarkt wird international von vier großen Anbietern dominiert: Universal, EMI, Sony / BMG und Warner. Wie in anderen Märkten bedienen die großen Anbieter den Gesamtmarkt, während unabhängige Unternehmen Nischen besetzen, die für die Großen unrentabel oder zu risikoreich wären. Für einen Künstler bieten die vier großen Marktteilnehmer Planbarkeit, gleichzeitig muß er sich aber dem Unternehmen anpassen. Bei kleinen Anbietern besteht stets das Risiko eines suboptimalen Marketings, bei gleichzeitig individueller Betreuung.

Schwächen – Sehr schwieriges Marktumfeld, hohe Abhängigkeit vom Publikumsgeschmack.

Stärken – Hochinteressanter Markt mit guten Gewinnchancen bei entsprechend etabliertem Fondsmanagement und sorgfältiger Auswahl der Zielkonzepte.

Die Investitionsparameter

Der Initiator stellt mit der Glor-Reihe eine eigene, unabhängige Musikmarke dar. Damit kann der Anleger an sämtlichen Stadien der Vermarktungskette partizipieren. Der Fonds soll Einnahmen aus Tonträgern, Internethandel, Radio- und TV-Ausstrahlung erzielen. Nebeneinnahmen sind nicht kalkuliert, hier liegt grundsätzlich ein Mehrertragspotential. Die Investitionen sollen nach der Maxime einer möglichst hohen Qualität erfolgen. Damit sollen möglichst breit angelegte Zielgruppen erreicht werden. Diese Vorgabe, möglichst hochwertige Künstler einzukaufen, gilt sowohl für den Bereich Pop wie auch für das Segment Klassik. Die projektierten durchschnittlichen Kosten liegen bei EUR 495.000 je Pop-Produktion und EUR 36.000 bei Klassik-Katalogen. Für die Klassik-Kataloge werden Produktionen ausgewählt, die bereits von öffentlicher Hand durch Kultursponsoring finanziert sind. Die Prognosen sind branchenüblich. Die Kosten wirken auf den ersten Blick hoch, sind aber angemessen, da das Fondsmanagement sich aktiv um die Zielproduktionen kümmern muß. Um die Gesamtsicherheit des Fonds zu erhöhen, wird von Beginn an die Hälfte des Fondskapitals auf ein festverzinsliches Kapitalkonto eingezahlt. Re-Investitionen aus den einzelnen Produktionen sind nur in Höhe von 30 % der Gesamterlöse möglich, um für den Fonds das Erfolgsrisiko einer einzelnen Produktion zu minimieren. Der Fonds tritt als Produzent oder Lizenznehmer der einzelnen Investments auf, jeder Anleger wird damit zum Mitproduzenten oder Mitlizenznehmer. Konkret bedeutet dies, daß die Gesellschafterversammlung über die einzelnen Projekte zu entscheiden hat, wenn bspw. ein Vorvertrag (oder eine Absichtserklärung) mit einem Künstler vorliegt. Die Vorauswahl erfolgt durch die externen Partner.

Stärken – Anlageparameter sind nachvollziehbar und sinnvoll. Risikoabsicherung durch Finanzanlage erhöht Gesamtanlagesicherheit deutlich.

Die Partner

Aufgabe des externen Partners Sono music Management GmbH, Valley / Miesbach, ist die Akquise und Vorauswahl der Musikprojekte und Beteiligungen. Diese Auswahl soll auf einer Ertragsplausibilität fußen. Für eine derartige Prüfung ist eine sehr gute Marktkenntnis und -vernetzung Voraussetzung. Sono music wurde 2008 gegründet, GF und Hauptgesellschafter (zu 90 %) ist Markus Stromenger, der gleichzeitig Haupteigner der Initiatorin ist. Die im Unternehmen Sono music eingebundenen Fachpersonen verfügen nachweislich über eine sehr umfassende Marktkenntnis. Rainer Tarara ist seit 35 Jahren in der Branche tätig, war unter anderem bei BMG, Virgin und Universal in Spitzenpositionen angestellt. Joshard Daus gilt laut Wikipedia als ernstzunehmender und etablierter Chorleiter und Dirigent mit internationalem Ruf. Marzellus Weinmann ist augenscheinlich in der Klassik-Szene etabliert. Wie Tarara bringt er eine langjährige Marketing-Erfahrung im Musikbereich ein. Die Entlohnung von Sono music erfolgt nach Pauschale je Projekt. Dazu kommt eine leistungsbasierte Komponente, die parallel zur Entlohnung des Initiators nachrangig zur Anlegerausschüttung fließt. Sono music hat ein Vorkaufsrecht am Fondslaufzeitende für alle Rechte, die der Fonds erworben hat. Seit Prospektauflegung hat der Fonds als weiteren Partner die Dolce Media GmbH, München, angebunden. Eigentümer sind die Gebrüder Gottschalk, damit eröffnet sich für den Fonds ein sehr guter Zugang zum Medium Fernsehen.

Stärken – Nachweislich langjährig etablierte Partner mit einem exzellenten Marktzugang.

Das Konzept

Verdienen mit Musik - dieses Anlageziel hat sich Glor auf die Fahnen geschrieben. Der vorliegende Fonds folgt dabei einem erprobten Konzept. Der Vorgängerfonds kann erfolgreiche Produktionen vorweisen, auch wenn der Gesamtfonds noch nicht bewertbar ist. Das Konzept bewegt sich in einem schwierigen Marktumfeld, da die Gesamtnachfrage nach Musikprodukten in den letzten Jahren deutlich gesunken ist. In den Fonds eingebunden sind externe Partner, die als hervorragende Kenner der Branche gelten können. Mit ihrer Vertriebserfahrung in der Branche können sie durchaus für einen wirtschaftlichen Erfolg des Fonds sorgen. Die Gebühren während der Fondslaufzeit (rund 4 Jahre) sind angemessen, der Initiator ist am Erfolg beteiligt. Es werden kumulierte Ausschüttungen von rund 166 % angestrebt. Die Weichkosten liegen bei vertretbaren 18,56 %. Der Fonds kommt ohne Fremdkapital aus. Die Basisabsicherung über das festverzinsliche Rücklagenkonto erhöht die Gesamtanlagesicherheit deutlich. Grundsätzlich halte ich das Angebot für gelungen. Dank der Erfahrungen aus den bisherigen Produktionen und der sehr erfahrenen Partner dürfte sich das Konzept trotz des schwierigen Marktumfeldes als erfolgreich erweisen.

Schwächen – Schwieriges Marktumfeld.

Stärken – Erprobtes Fondskonzept. Nachweislich erfahrene und etablierte Partner. Risikoabsicherung durch Rücklagenkonto.

Summa summarum

halte ich das Angebot „Music Production II“ des Initiators Glor, Valley-Oberlaindern, für gut. Das schwierige Marktumfeld wird egalisiert durch sehr erfahrene Partner. Dazu kommt die Tatsache, daß das Fondskonzept durch den Vorgängerfonds erprobt ist und offensichtlich funktioniert. In meinen Augen hat es eine Bewertung mit „gut“ (2) verdient.

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