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Zahlen und Fakten

Initiator: Wealth Management Capital Holding GmbH, München

Investitionsobjekte: institutionelle Infrastruktur-Investments

Bereits vertraglich angebunden Carlyle Infrastructure Partners L. P. und Beowulf Euram Energy Co-: Invest LLC

Steuerliche Struktur: gewerblich

Mindestzeichnungssumme: USD 10.000 zzgl. 5 % Agio

Geplante Laufzeit: erstmalige Kündigung durch Anleger möglich zum 31. 12. 2020

Kommanditkapital: USD 20 Mio. bis USD 25 Mio., zzgl. 5 % Agio

Fremdkapital: nein, nicht auf Fondsebene

Geplante Ausschüttungen: kumuliert 204 %, durchschnittliche Vorsteuer-Rendite 8 % p. a. (IRR)

Weichkosten: 12,33 % incl. Agio

Investitionsquote: 87,67 % incl. Agio

Liquiditätsreserve: USD 462.000

Treuhänderin: Konzerntochter

Plazierungsgarant: WealthCap über USD 10 Mio.

Alleinstellungsmerkmale: Erste zwei Ziel-Investments sind bereits definiert und über einen Options- und Kaufvertrag gesichert. Beide Investments werden von externen Experten betreut.

Bewertung: 2 (Notenskala)

Investmentanalyse vom 07.08.2009

WealthCap Infrastruktur Amerika

Infrastruktur in Nordamerika - dieses spannende Thema hat sich der Fonds auf die Fahne geschrieben. Dank der Diversifikation auf zwei sich thematisch ergänzende Ziel-Investments fällt das Chancen-Risiko-Profil sehr gut aus. WealthCap nützt ein vergleichbares Konzept wie bei den bisherigen PE-Fonds der Tochter Blue Capital: Die Endauswahl der Einzelanlagen wird an einen erfahrenen externen Manager delegiert.

Der Initiator

Die WealthCap Initiatoren GmbH (ehemals Blue Capital GmbH), München, gehört zur Wealth Management Capital Holding GmbH. Diese ist nach der Fusion dreier Emissionshäuser mit über 150.000 Anlegern und einem emittierten Investitionsvolumen von mehr als EUR 9,6 Mrd. einer der größten deutschen Emittenten geschlossener Fonds. Das vorliegende Angebot ist das erste im Bereich Infrastruktur. Die Konzeption, deren Grundstruktur an einen PE-Fonds erinnert, erfolgte durch die ehemalige Blue Capital, die mit 12 emittierten Fonds eine sehr große Erfahrung im Bereich PE-Fonds vorweisen kann. Auf Fragen im Rahmen der Analyse reagiert der Initiator zeitverzögert innerhalb von 2 Wochen inhaltlich fundiert.

Schwächen – Anbieter kann keine Eigenexpertise im Zielmarkt vorweisen.

Stärken – PE-Fonds weisen einen vergleichbaren Investitionsansatz auf und sind nachweislich sehr erfolgreich.

Der Prospekt

Mit 126 inhaltlich relevanten Seiten fällt der Prospektumfang durchschnittlich aus. Die vorgeschriebenen Eckdaten sind vollständig vorhanden. Zu den externen Zielfondsmanagern wäre ein Mehr an Informationen zu empfehlen. Die Aufmachung ist sehr ansprechend, die Lesbarkeit sehr gut.

Der Markt

In Zeiten leerer Staatskassen übernehmen zunehmend Privatinvestoren die Finanzierung von Infrastrukturanlagen, dieses Phänomen ist weltweit zu beobachten. Der Markt ist hochinteressant: Infrastrukturanlagen sichern die Grundversorgung der Bevölkerung. Damit ist die Nutzung der jeweiligen Anlage, unabhängig von der Art, weitgehend krisenunabhängig. Der Marktzugang ist sehr begrenzt. Die Einnahmen sind sicher und planbar. Ein langfristiger Wertzuwachs ist bei einem sorgfältigen Management sicher. Aufgrund der hohen Mindestvolumina der Einzelinvestments investieren nahezu ausschließlich sehr große institutionelle Kapitalgeber in diesen Markt. Der Fonds wird sich auf die Segmente Transport und Verkehr, Versorgung(sbetriebe), Kommunikation und Kraftwerke in den USA konzentrieren. Diese Segmente bedienen tatsächlich Grundbedürfnisse, eine hochwertige Versorgungsqualität ist notwendig für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der USA. Infolge eines Investitionsstaus in den letzten Jahren sehen sich die USA heute mit einem sehr hohen Investitionsbedarf konfrontiert, der dringend bedient werden muß. Zwar soll von staatlicher Seite im Rahmen eines Konjunkturprogramms massiv investiert werden, doch der Bedarf ist deutlich größer als die staatlichen Geldmittel. Wie bei jeder Investition in einen engen Markt sind hervorragende Marktkenntnisse und ein funktionierender Zugang essentiell.

Schwächen – Marktzugang ist reglementiert, daher besteht eine Abhängigkeit von der Qualität des Marktzugangs.

Stärken – Zielmarkt bietet langfristig exzellente Renditechancen bei einem sehr guten Risikoprofil.

Die Anlagestrategie

Der Fonds wird sich in institutionelle Infrastrukturfonds und Co-Investments einkaufen. Dabei fallen die Investitionsvorgaben vergleichsweise schwammig aus. Da aber die (beiden) Ziel-Investments bereits feststehen, genügen die Vorgaben. Für Fonds gilt: namhafte Manager mit überzeugender Leistungsbilanz; Zielvolumen des jeweiligen Fonds muß zwischen USD 500 Mio. und maximal USD 1,5 Mrd. liegen; Investition in mindestens 5 verschiedene Ziel-Investments in Nordamerika / USA. Co-Investments dürfen gezeichnet werden bei Gesellschaften, die in Infrastrukturprojekte in Nordamerika investieren. Das einzelne Co-Investment soll mindestens USD 3 Mio. betragen. Vom Netto-Investitionsvolumen des Fonds dürfen maximal 30 % in Co-Investments fließen. Die Fondsgesellschaft hat sich per Vertrag über den Konzernverbund von WealthCap Anteile an zwei Ziel-Investments gesichert: Es handelt sich zum einen um den segmentübergreifenden Fonds Carlyle Infrastructure Partners L. P. (CIP). Dieser wurde im September 2007 gezeichnet. Für den (Fonds-)Anleger sehr vorteilhaft: CIP wurde im November 2007 geschlossen, damit sinkt das Blind-Pool-Risiko auf Fondsebene deutlich. CIP befindet sich in der Investitionsphase, bis heute wurden zwei Transaktionen getätigt. Das Co-Investment wurde im Juli 2007 vertraglich angebunden: eine Beteiligung am ausschließlich in Kraftwerke investierenden Beowulf Euram Energy Co-Invest LLC. Beowulf investiert in 5 fertiggestellte und produzierende Kraftwerke in den USA, 4 Erdgaswerke und ein Kohle-Kraftwerk. Die Gesamtleistung beträgt etwa 670 MW. Das Co-Investment weist generell ein höheres Klumpenrisiko auf als der Zielfonds CIP. Für den Fonds ergänzen sich beide Anlagen sehr gut, da CIP in jedem Falle nicht in Kraftwerke investieren wird. WealthCap geht bei der Anlagestrategie einen ähnlichen Weg wie bei PE-Fonds: Die Ziel-Investments werden nicht durch eigene Fachleute gesucht und betreut, der Initiator bedient sich externer Spezialisten. Damit muß naturgemäß auch auf deren Fachwissen bei der Endprüfung der Einzel-Investments vertraut werden. Da die institutionellen Partner auch hauptsächlich am Erfolg der Zielinvestments verdienen, kann der Anleger von gleichartiger Leistungsmotivation auf allen Handlungsebenen ausgehen.

Schwächen – Hohe Abhängigkeit von externen Managern, damit besteht die Möglichkeit verzögerter Kommunikation.

Stärken – Breit diversifiziertes Portefeuille gewährleistet hohe Gesamtanlagesicherheit. Nachrangige Gewinnbeteiligung der externen Manager.

Die Ziel-Investments

Carlyle Infrastructure Partners, gegründet 2006, beschäftigt 14 Angestellte im Bereich Infrastruktur, damit sollen 130 Jahre an Erfahrung im Haus vorliegen. Carlyle unterhält Niederlassungen in Washington DC und New York und konzentriert sich in erster Linie auf den Markt in den USA und Kanada. Ein Leistungsnachweis liegt nicht vor, der Fond CIP stellt das erste Angebot des Hauses dar. Der im Internet veröffentlichte Lebenslauf der einzelnen Entscheidungsträger von CIP zeugt unzweifelhaft von langjähriger Erfahrung im Bereich Infrastruktur-Investments. Grundsätzlich kann CIP nach eigener Aussage auf das hausinterne Netzwerk von Investment-Experten zugreifen, 480 Angestellte in 20 Ländern. Dieses Netz stellt für CIP unbedingt einen Wettbewerbsvorteil dar. Das Co-Investment Beowulf ist für den Fondsanleger eine unbekannte Größe hinsichtlich des Anbieters. Laut Prospekt soll das Management gegenwärtig Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von rund 2.000 MW verantworten. Über den Hintergrund und die Zusammensetzung des Anbieters ist nichts bekannt, auch eine Internet-Recherche hilft nicht weiter.

Schwächen – Der Fondsanleger weiß zumindest beim Co-Investment nur unzureichend über den Anbieter Bescheid.

Stärken – Das Management von CIP kann trotz der kurzen Firmenhistorie zumindest individuelle langjährige Erfahrung vorweisen. CIP kann auf das exzellente Netzwerk von Carlyle zugreifen.

Das Konzept

Ähnlich wie bei den bekannten PE-Fonds aus dem gleichen Haus wird dem Anleger eine indirekte Beteiligung an von externen Managern geleiteten Zielfonds angeboten. Zwei einander sehr gut ergänzende Ziel-Investments sind bereits vertraglich angebunden. Der Initiator beschäftigt sich augenscheinlich seit mindestens 2007 mit dem Thema Infrastruktur, da beide Ziel-Investments im Juli und September 2007 vertraglich angebunden wurden. Bei einer Laufzeit bis Ende 2020 soll der Anleger mindestens eine Vorsteuer-Rendite von 8 % p. a. (IRR) erhalten. Ab einer Gewinnschwelle von 10 % p. a. (IRR) für den Anleger erhält der Initiator eine nachrangige Gewinnbeteiligung (Verteilung 20:80 Anleger:Initiator). Da die laufenden Kosten auf Fondsebene bei 1 % p. a. für den Anbieterkonzern liegen, ist dem Initiator eine hohe Leistungsmotivation attestierbar. Die Weichkosten fallen mit 12,33 % (incl. Agio) vertretbar aus. Die Investitionsquote ist mit 87,67 % (incl. Agio) gut. Das Konzept sieht eine hohe Liquiditätsreserve von anfänglich USD 462.000 vor. Die Konzeption ist solide, vertraut aber primär auf externe Fachleute. Die externen Manager erhalten auf Ziel-Investment-Ebene eine nachrangige Gewinnbeteiligung. Als etwas störend empfinde ich, daß zu den Zielfonds-Managern relativ wenige Informationen / Leistungsnachweise vorliegen (können). Das Marktumfeld ist hochattraktiv, auch deutlich über die Fondslaufzeit hinaus.

Schwächen – Ziel-Investment-Manager können noch keinen umfangreichen Leistungsnachweis liefern.

Stärken – Solides Konzept. Hochattraktives Marktumfeld. Diversifiziertes Ziel-Portefeuille ist bereits angebunden. Nachrangige Gewinnbeteiligung für Management auf beiden Ebenen.

Summa summarum

halte ich das Angebot „Infrastruktur Amerika“ des Initiators WealthCap, München, für gut. Die Konzeption ist solide und weist ein nachvollziehbar attraktives Chancen-Risiko-Profil auf. Insgesamt kann eine Beteiligung als Basisinvestment in Frage kommen. Das Angebot hat in meinen Augen eine Bewertung mit „gut“ (2) verdient.

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