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Zahlen und Fakten

Initiator: Nano Global Investors AG, Lübeck

Investitionsobjekt: nicht-börsennotierte Unternehmen, die im Nanotechnologie-Bereich tätig sind

Steuerliche Struktur: Einnahmen aus Gewerbebetrieb

Mindestzeichnungssumme: EUR 5.000 zzgl. 5 % Agio

Fondslaufzeit: erstmalige Kündigung durch Anleger 7 Jahre nach erfolgter Einlage

Emissionskapital: EUR 25 Mio. zzgl. 5 % Agio

Mindestkapital: EUR 5 Mio.

Eigenbeteiligung Initiator: nein

Fremdkapital: nein

Rendite: keine Aussagen möglich

Ergebnisverteilung: 8 % Vorzugsausschüttung an Fondsgesellschaft aus Unternehmensverkäufen, Rest wird 80:20 verteilt auf Fonds und Initiator; Jahresgewinn der Zielunternehmen wird 80:20 zwischen Fonds und Initiator verteilt

Weichkosten: 23,5 % incl. Agio

Investitionsquote: 72,3 % incl. Agio

Liquiditätsreserve: nicht festgelegt

Plazierungsgarant: nein

Treuhandkommanditistin: Konzerntochter

Alleinstellungsmerkmale: Positiv: Konzentration auf Nanotechnologie als Zielmarkt. Negativ: Niedrige Investitionsquote.

Bewertung: 2- (Notenskala)

Investmentanalyse vom 28.02.2009

Nano Global Investors

Direktinvestitionen in Nanotechnologie-Unternehmen - diesen Fokus verfolgt die Nano Global Investors AG. Die fachliche Kompetenz ist vorhanden, Die Kostenstruktur fällt teuer aus.

Der Initiator

Emittentin ist die Nano Global Investors AG, Lübeck. Diese steht im Eigentum der Solitary-Prudential Asset Management AG, Frauenkappelen bei Bern. Solitary-Prudential ist eine private Vermögensverwaltungsgesellschaft und Konzernmutter unter anderem der Vertriebsgesellschaft. Die Entscheidungsträger hinter Solitary-Prudential beschäftigen sich seit Jahren mit dem Handel von Unternehmensbeteiligungen. Der vorliegende Fonds ist der erste in Deutschland offerierte Publikumsfonds. Der Außenauftritt ist professionell.

Schwächen – Noch keine aussagekräftige Leistungsbilanz möglich.

Stärken – Erfahrene Entscheidungsträger.

Note für Außenauftritt – B.

Der Prospekt

Mit 115 inhaltlich relevanten Seiten fällt der Prospekt durchschnittlich umfangreich aus. Die Textgestaltung und die Aufmachung sind äußerst trocken. Das Lesen des Prospektes kann für einen Endverbraucher in keinem Fall einen Genuß darstellen.

Der Markt

Die Beteiligungsklasse Private Equity (PE) unterteilt sich in zwei Segmente: Im Buyout-Segment wird in reife Unternehmen investiert, die bereits im Markt etabliert sind. Da die Kaufpreise dementsprechend hoch sind, erfolgt die Beteiligung zum größten Teil (bis zu 80 %) mit Fremdkapital. Im Venture-Capital-Segment (VC) wird in junge, innovative Unternehmen mit hohem Wachstumspotential investiert. Die Finanzierung erfolgt vollständig mit Eigenkapital. Das vorliegende Beteiligungsangebot investiert in den Zielmarkt Nanotechnologie-Unternehmen. Diese können sich betätigen in Bereichen der Clusterphysik, Oberflächenchemie, Halbleiterphysik und Gebieten der Chemie sowie Teilbereichen des Maschinenbaus und der Lebensmitteltechnologie. Das Betätigungsfeld ist ausgesprochen groß, das wirtschaftliche Ertragspotential nahezu unendlich. Angesichts der Fülle an Forschungs- und Entwicklungsfeldern ist es eine große Herausforderung, tatsächlich funktionierende Geschäftsmodelle auszuselektieren. Für den Fonds sollen vor allem kleinere Unternehmen gefunden werden, die bei einem erfolgversprechenden Geschäftsmodell Start- und Wachstumskapital benötigen. 2007 waren fast 1.000 Unternehmen in Deutschland VC-finanziert. Diese sollten von der reinen Eigenkapitalfinanzierung durch VC vor dem Hintergrund der aktuellen Banken- und Kreditkrise künftig noch stärker profitieren. Dank der Unabhängigkeit von Krediten leiden sie weder unter der Verknappung derselben noch unter einer steigenden Zinslast. Da die hohe Innovationskraft junger Unternehmen eine besondere Stärke in Zeiten eines schwierigeren wirtschaftlichen Umfelds darstellt, erscheinen die Rahmenbedingungen für VC-Investitionen günstig.

Stärken – Hochinteressanter Markt mit einem ausgewogenen Risiko-Chancen-Profil bei entsprechend fundierter Auswahl.

Der Auswahlprozeß

Der Fonds soll Direktinvestitionen in einzelne Zielunternehmen durchführen. Die Auswahl der möglichen Unternehmen trifft ein Investitionsausschuß. Dieser besteht aus dem Geschäftsführer der Emittentin und zwei renommierten Wissenschaftlern aus dem Bereich Nanotechnologie. Konkret sollen Unternehmen über die üblichen Wege der mittelbaren Netzwerke oder Direktakquise gefunden werden. Der tatsächliche Ausleseprozeß ist nachvollziehbar und engmaschig. Das 5-stufige Vorgehen bewertet neben möglichen quantitativen Faktoren vor allem auch qualitative Aspekte. Für einen positiven Verlauf einer Zielbeteiligung ist in erster Linie die Produktqualität des Unternehmens essentiell. Hier können nach einer positiven Bewertung durch den Investitionsbeirat in der Investitionsumsetzung die Netzwerke der beiden Wissenschaftler aus dem Beirat entscheidend sein. Nach einer Investitionsentscheidung wird ein Zielunternehmen aktiv begleitet, sowohl auf wissenschaftlicher Ebene als auch im Management. Der wissenschaftliche Beirat wird über marktübliche Beraterverträge honoriert und ist nicht am Fondserfolg beteiligt. Die Vergütung für den Initiator ist eingeschränkt leistungsabhängig.

Stärken – Nachvollziehbare Kriterien, erfahrener Investitionsausschuß.

Das Konzept

Direktinvestitionen in Nanotechnologie-Unternehmen - diesen Zielfokus verfolgt das vorliegende Angebot. Der eingebundene Investitionsausschuß ist fachlich versiert und verfügt über einen guten Marktzugang. Ein solcher ist essentiell für den wirtschaftlich positiven Verlauf eines Zielunternehmens. Die geplante Fondslaufzeit beträgt 7 Jahre. Über die mögliche Rendite wird keine Aussage getroffen, was angesichts des Blind-Pool-Charakters sinnvoll ist. Deutlich verbesserungsfähig ist die Kostenstruktur: Die Weichkosten liegen bei rund 23,5 %, sind damit überdurchschnittlich. Grund hierfür ist laut Initiator unter anderem die Beauftragung einer etablierten Vertriebskoordination. Durch diesen professionellen Ansatz soll sichergestellt werden, daß der Fonds im Plan plaziert werden kann. Die Gewinnverteilung ist mehrschichtig: Der Initiator erhält aus Unternehmensverkäufen 20 % aller Erlöse über einer Gewinnschwelle von 8 %. Jahresgewinne werden ohne eine Gewinnschwelle über den Schlüssel 20:80 verteilt. Die Investitionsquote fällt mit 72,3 % (incl. Agio) niedrig aus. Der Initiator plant eine höhere Investitionsquote aus Investitionsrückläufen während der Fondslaufzeit. Diese sind heute noch nicht prognostizierbar. Die im Fonds eingebundenen Unternehmen sind teils eng miteinander verflochten, was aber marktüblich ist. Hinter Initiator und Vertrieb steht ein Familienunternehmen aus der Schweiz, das teils maßgebliche Anteile hält. In der Schweiz ist das entscheidende Unternehmen Solitary-Prudential offensichtlich bekannt und genießt einen guten Ruf. Hierzulande ist das Unternehmen hingegen noch nicht bekannt. Unter dem Strich bedarf es auf Seiten eines deutschen Privatanlegers eines großen Vertrauens, um in die vorliegende Konstruktion zu investieren. Die niedrige Mindestanlagesumme wirkt in keinem Fall als Filter, den nur erfahrene und bonitätsstarke Investoren passieren könnten.

Schwächen – Blind-Pool-Fonds. Niedrige Investitionsquote. Hohe Weichkosten.

Stärken – Erfahrener und etablierter Investitionsausschuß. Attraktiver Zielmarkt.

Summa summarum

halte ich das Angebot „Nano Global Investors“ der Nano Global Investors AG, Lübeck, für ordentlich. Der erlebte Außenauftritt verdient ein B. Der Zielmarkt ist attraktiv, der eingebundene Investitionsausschuß nachweislich erfahren. Als störend empfinde ich die teure Kostenstruktur. Vor einer möglichen Investition sollte in jedem Fall ein direktes Kennenlernen des Hauses durch den interessierten Anleger erfolgen. In meinen Augen hat das Angebot eine Bewertung mit „ordentlich“ (2-) verdient.

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