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Zahlen und Fakten

Initiator: Treuinvest Fonds GmbH, Köln

Investitionsobjekt: Entwicklung, Verwertung, Vermarktung und Lizenzierung von Rechten an Computer- / Videospielen

Einkunftsart: Einnahmen aus Gewerbebetrieb

Mindestzeichnungssumme: EUR 5.000 zzgl. 5 % Agio

Geplante Laufzeit: 3 Jahre, max. bis 31. 12. 2012

Emissionskapital: EUR 8 Mio.

Mindestkapital: EUR 1,2 Mio.

Geplante Rendite: 15 % p. a. (IRR)

Lizenzeinnahmen: prognostiziert 213 % der Planentwicklungs- und -erwerbspreise

Fremdkapital: nein

Weichkosten: 19,08 % incl. Agio

Investitionsquote: 79,75 % incl. Agio

Liquiditätsreserve: EUR 100.000

Treuhandkommanditist: Fremdfirma

Alleinstellungsmerkmale: Unechtes Blind-Pool-Risiko. Nachweislicher Marktzugang.

Bewertung: 2+ (Notenskala)

Investmentanalyse vom 19.09.2008

NextGen Games Fund I

Treuinvest Fonds bietet als Erstlingswerk einen Spezialfonds an, der in Computer- / Videospiele investieren soll. Sämtliche eingebundenen Partner sind nachweislich erfahren. Das Blind-Pool- Risiko ist durch Vorverträge stark eingeschränkt. Insgesamt ein Fonds mit hohen Chancen, der den Zugang zu einem ausgesprochenen Wachstumsmarkt eröffnet.

Der Initiator

Die Treuinvest Fonds GmbH, Köln, legt mit dem vorliegenden Fonds ihr Erstlingswerk vor. Gegründet 2007, stehen hinter dem Emissionshaus erfahrene Marktteilnehmer aus der Finanzdienstleistungsbranche. Diese können zwar keine eigene Expertise im Bereich der Emission geschlossener Fonds vorweisen, besitzen jedoch grundsätzlich eine große Markterfahrung. Die fehlende Expertise wird im Bedarfsfall über ausgewiesene Fachleute eingekauft. So ist das Fondsmanagement des vorliegenden Angebots ausgesprochen erfahren, ebenso die eingebundenen Fachpartner. Das Emissionshaus hat offensichtlich eine Reihe von sehr innovativen Fonds geplant. Der erlebte Außenauftritt ist professionell.

Schwächen – Noch keine Leistungsbilanz für das Emissionshaus möglich.

Note für Außenauftritt – B.

Der Prospekt

Mit rund 161 Seiten fällt der Prospekt sehr umfangreich aus. Der Zielmarkt ist ausnehmend gut erläutert. Die textliche Darstellung halte ich für sehr gelungen, die Aufmachung ebenso.

Der Markt

Das Weltmarktvolumen für Computer- / Videospiele ist ausgesprochen groß: 2005 lag der Umsatz bei rund USD 27,7 Mrd. Alleine in Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2008 rund EUR 282 Mio. mit Spielesoftware umgesetzt. Durch die immer differenzierteren Angebote an Spielen und Konsolen werden ständig neue Zielgruppen erschlossen. Durch Spezialangebote, wie bspw. Lern- und Intelligenzspiele, werden heute auch untypische Spieler angesprochen, die derartige Angebote für Fortbildung und aktives Entspannen nutzen. Bereits ein Viertel der US-Amerikaner über 50 Jahre soll 2007 Computer- / Videospiele gespielt haben. Hier zeigt sich ein deutlicher Trend zu einem immer vielschichtigeren Markt. 2012 soll das Marktvolumen deutlich über USD 65 Mrd. liegen. Mit einer jährlichen Wachstumsrate von rund 10 % handelt es sich hier um einen ausgesprochenen Wachstumsmarkt, der in zahlreiche Teilmärkte zerfällt. Neben einer geographischen Unterteilung ist eine Unterteilung nach Genres und Plattformen, auf welchen die Spiele laufen sollen, üblich. Ähnlich wie im Filmbereich ergibt sich der Verdienst eines Rechteeigentümers wie folgt: Er erwirbt die Lizenzrechte vom Entwickler, der in der Regel im Auftrag arbeitet. Die Lizenzrechte werden dann an Lizenznehmer in weltweite Territorien (USA, Asien / Pazifik und EMEA - Europa, Mittler Osten, Afrika) ver-äußert. Diese erwerben das Recht, für eine bestimmte Zeitspanne das jeweilige Spiel in ihrem Gebiet zu vermarkten. Der Lizenzinhaber erhält für jedes verkaufte Spiel eine bestimmte Gebühr. Das Risiko für den Lizenzgeber liegt im Finden umsatzstarker Spielideen und der sinnvollen Lizenzvergabe an lukrative Territorien. Um das Risiko zu minimieren, ist ein Netzwerk an sehr erfahrenen Marktteilnehmern unerläßlich. Diese müssen Trends erkennen können sowie die Usancen beim Verhandeln und beim Überprüfen der Vertragspartner kennen. Bei den richtigen Partnern kann der Markt ausgesprochen attraktiv sein. Vorteilhaft ist auch die Kurzlebigkeit des Marktes: Funktionieren eine Spielidee und das Marketing, dann liegt die zu erwartende Vermarktungsdauer bei rund 2,5 Jahren.

Schwächen – Ähnlich dem Filmmarkt ist auch bei Computer- / Videospielen der Erfolg von einer Vielzahl an Faktoren abhängig, die für den Anleger im Einzelnen schlecht überprüfbar sind.

Stärken – Ausgesprochener Wachstumsmarkt mit hohen Rendite-Chancen bei einem erfahrenen Fondsmanagement.

Die Partner

Über einen Fachbeirat, der aus mindestens 2 und maximal 5 Beiräten bestehen soll, die jeweils ausgewiesene Branchenkenner sein müssen, sind weitere Fachpartner eingebunden: Keyfactor Entertainment GmbH, Eschborn, wurde 2004 gegründet als unabhängiges Beratungsunternehmen für Entwickler und Vermarktung im Bereich interaktiver Unterhaltung. Das Unternehmen soll für die Evaluierung möglicher Zielinvestments tätig sein. IMC, InteractiveMediaConsulting GmbH, Köln, wurde 2003 gegründet als europäische Service-Agentur für „Entertainment, Infotainment und Multimedia“. Über bestehende Netzwerke kann das Unternehmen Synergien schaffen, um für laufende Projekte möglichst optimale Ergebnisse zu gewährleisten. Für den Fonds soll IMC lukrative Lizenzen entdecken helfen. Die dtp entertainment AG, Hamburg, ist weitgehend zuständig für die Vermarktung der Zielinvestments im Bereich der innovativen Nintendo-Konsole DS - die der Fonds besonders anspricht. Bei Prospektvorlage war bereits ein Vermarktungsvertrag für zwei konkrete Spiele für die Märkte Europa, Türkei und Rußland abgeschlossen. Dem Fondsmanager Stefan Heinemann ist dtp aus jahrelanger Zusammenarbeit bekannt, ebenso die anderen Fachpartner. Der Anleger muß an dieser Stelle auf die Auswahlexpertise des Fondsmanagements vertrauen.

Schwächen – Die Expertise der Fachpartner ist für den Laienanleger schwer nachvollziehbar.

Stärken – Ausgewiesene Fachpartner, mit denen das Fondsmanagement in der Vergangenheit zusammengearbeitet hat.

Das Konzept

Am lukrativen Markt der Computer- / Videospiele teilhaben - das ist das Ziel des vorliegenden Fonds. 30 % des Spiele-Portefeuilles soll aus Spielen für die Nintendo-Konsolen Wii und DS bestehen. Konkret sollen mindestens vier Spiele entwickelt und auf den Markt gebracht werden. Zwei Spielideen sind bereits im Prospekt erläutert. Dabei handelt es sich zum einen um ein Kochspiel nach bewährtem Rezept aus dem Bereich Familienspiele / Geschicklichkeit. Das andere zählt zu den ernsten Lernspielen, das Spiel dreht sich rund um die Prähistorie. Für diese beiden Zielspiele bestehen Vorverträge für die internationale Vermarktung, damit verringert sich das mögliche Blind-Pool-Risiko erheblich. Über Lizenzeinnahmen sollen für den Fonds über die geplante Laufzeit bis Ende 2012 rund 15 % p. a. erwirtschaftet werden. Der Markt kann ausgesprochen lukrativ sein, die prognostizierten Wachstumszahlen liegen bei rund 10 % p. a. Das Hauptrisiko liegt in der notwendigen Expertise der einzubindenden Partner. Diese müssen den Markt exzellent kennen, Trends erkennen und dementsprechend Spiele entwickeln (lassen) und vermarkten helfen. Die vom Fondsmanagement eingebundenen Fachpartner sind nachweislich sehr erfahren. Das Fondsmanagement selbst hat in der Person von Stefan Heinemann einen ausgewiesenen Branchenkenner. Gleichzeitig entsteht damit für den Fonds allerdings auch ein hohes Schlüsselpersonenrisiko. Für die Investitionsentscheidung soll ein Fachbeirat eingebunden werden, der aus international erfahrenen Computer- / Videospiel-Experten besteht. Die Entlohnung sämtlicher Fachpartner ist außergewöhnlich niedrig. Dies ist in erster Linie zurückzuführen auf die guten Kontakte des Fondsmanagers, sowie die Absicht, aus dem vorliegenden Fonds eine Produktreihe zu gestalten. Sämtliche relevanten Verträge mit den einzelnen Partnern sind bereits geschlossen, woraus sich eine relativ hohe Planerfüllungssicherheit ergibt. Die Weichkosten liegen bei 19,08 % (incl. Agio). Für den speziellen Nischenmarkt sind die Weichkosten vertretbar, zumal das Angebot sehr facettenreich ist und ein hohes Beratungsengagement notwendig macht. Der Fonds kommt ohne Fremdmittel aus, was positiv ist. Das Fondsmanagement erhält über eine laufende Vergütung hinaus vor allem eine 50 %ige Beteiligung an einer Überrendite (über 15 % p. a.) und am Liquidationserlös. Dies sorgt für ein nachhaltiges Interesse an einer positiven Projektentwicklung.

Schwächen – Der aus Anlegersicht intransparente Zielmarkt erfordert ein hohes Maß an Vertrauen in das Fondsmanagement.

Stärken – Professionelle Partner. Hochrentabler Zielmarkt, der durch langjährige Erfahrungen gut bekannt ist.

Summa summarum

halte ich das Angebot „NextGen Games Fund 1“ des Initiators Treuinvest Fonds GmbH für einwandfrei. Der Außenauftritt verdient ein B. Der Anleger erhält durch das Fondsmanagement Zugang zu einem sehr interessanten Zielmarkt. Angesichts der nachgewiesenen Expertise der eingebundenen Partner halte ich das Chancen-Risiko-Verhältnis für gut. Das Angebot verdient meiner Meinung nach eine Bewertung mit „einwandfrei“ (2+).

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