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Zahlen und Fakten

Initiator: MIDAS Gruppe, Köln

Investitionsobjekte: mittelständische eigentümergeführte Unternehmen in Deutschland mit mind. 5 Jahren Marktpräsenz, sämtliche Branchen

Regionale Konzentration: NRW, grundsätzlich jedoch bundesweit

Steuerliche Struktur: vermögensverwaltend, hoher Anteil der Erträge im Halbeinkünfteverfahren

Absicherung: Investitionskapital muß durch öffentliche Beteiligungsgarantien zu mindestens 50 % abgesichert sein

Mindestzeichnungssumme: EUR 10.000 zzgl. 5 % Agio

Geplante Laufzeit: erstmalige Kündigung durch Anleger möglich zum 31. 12. 2012

Geplante Rendite: 8 % p. a. (vor Steuern), Rest wird 80:20 verteilt

Gesamtinvestition: EUR 10 Mio. zzgl. 5 % Agio

Fremdkapital: nein

Weichkosten: 17,5 % incl. Agio

Investitionsquote: 83,3 %

Investitionsberater: MIDAS Management AG, Köln

Treuhandkommanditistin: Fremdunternehmen

Plazierungsgarant: nein

Alleinstellungsmerkmale: nachweisliche Historie aus drei Vorgängerfonds

Bewertung: 2 (Notenskala)

Investmentanalyse vom 13.03.2008

MIDAS Mittelstandsfonds Nr. 4

Die MIDAS Unternehmensgruppe legt ihren vierten Fonds im Bereich Mittelstandsfinanzierungen vor. Das Konzept ist nachweislich erprobt und durch Ausfallbürgschaften anteilig abgesichert.

Der Initiator

Die MIDAS Unternehmensgruppe, Köln, ist seit 2000 auf Mittelstandsfinanzierungen spezialisiert. Seit 2002 wurden drei Fonds mit Mittelstandsfinanzierungen emittiert, das Gesamtvolumen liegt bei EUR 35 Mio. Aktuell werden rund 2.000 Anleger betreut. Der erste Fonds läuft prospektgemäß, die beiden Folgefonds (2005 / 07) befinden sich noch in der Emissions- bzw. Investitionsphase. Der Außenauftritt wirkt professionell.

Stärken – Umfangreiche Historie im Zielmarkt.

Note für Außenauftritt – B.

Der Prospekt

Mit rund 70 Seiten fällt der Prospekt sehr schlank aus. Inhaltlich vollständig, ist die Darstellung trocken und reizlos.

Schwächen – In der Aufmachung deutlich verbesserungsfähiger Prospekt.

Der Markt

Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen werden in zwei unterschiedliche Beteiligungsformen unterteilt: Bei Venture Capital (VC) ist ein Unternehmen noch relativ jung, so daß für den Anleger die Qualität und die damit verbundenen Erfolgsaussichten des Unternehmensgegenstandes schwer abzuschätzen sind. Bei einer Anlage korreliert eine weit überdurchschnittliche Renditechance mit einem vergleichsweise hohen Risiko. Bei Private Equity (PE) ist das Unternehmen in aller Regel in seinem Marktsegment etabliert. Ein Erfolg läßt sich anhand fundamentaler, durch Wirtschaftsprüfer testierter Daten, bestehender Kundenbeziehungen und Vorjahreszahlen besser einschätzen. In aller Regel wird PE für Wachstumsfinanzierungen genutzt. Vor allem im Zeichen immer vorsichtiger agierender Banken (Basel II) stehen dem interessierten Anleger bemerkenswerte Potentiale offen. Der Fonds soll in etablierte inhabergeführte Unternehmen investieren, da hier nachweislich besondere Renditepotentiale vorliegen. Die Akquise der Zielunternehmen soll durch bestehende Netzwerke erfolgen. Durch Berufsträger, Werbung und Kontakte aus der bisherigen Historie liegt offensichtlich genügend Volumen zur Prüfung vor, um die rund 20 Zielunternehmen herauszufiltern. Bei einer Direktanlage in Unterneh-men ist die Expertise des Fondsmanagements oder externer Berater entscheidend. Der Investitionsgegenstand muß durchleuchtet und verstanden sein. Das Marktumfeld ist zu analysieren und das Potential richtig einzuschätzen. Der vorliegende Fonds minimiert das Schadensrisiko durch Ausfallbürgschaften, die 50 % des Investitionskapitals absichern müssen. Die Investitionsprüfung durch den jeweiligen Garantiegeber unterstützt die Prüfung durch den Fondsmanager nachhaltig. Der innovative Ansatz sorgt für eine hohe Grundabsicherung aus Fondssicht.

Schwächen – Durch Direktinvestitionen ist eine sehr hohe Expertise auf Seiten des Fondsmanagements essentiell.

Stärken – Interessanter Markt mit einem guten Renditepotential bei entsprechend etabliertem Fondsmanagement und sorgfältiger Auswahl der Zielunternehmen.

Die Investitionsparameter

Als Zielunternehmen werden familien- und inhabergeführte Unternehmen des deutschen Mittelstandes ausgewählt, die eine Wachstumsfinanzierung benötigen. Finanziell müssen die mindestens 5 Jahre alten Unternehmen gesund sein, die Bilanzen der 3 Vorjahre sollten positiv sein. Ein Geschäftsentwicklungsplan muß vorliegen. Die Investitionen müssen durch öffentliche Beteiligungsgarantien (wie z. B. der Bundesländer, der KfW oder der Bürgschaftsbanken) abgesichert sein. Dabei müssen mindestens 50 % der Investitionssumme gesichert sein. Die Finanzierung soll sich zwischen EUR 500.000 und EUR 2 Mio. bewegen, Einschränkungen bezüglich der Rechtsform oder der Branche bestehen nicht. Damit sind die Kriterien sicherheitsorientiert: Das Fondskapital soll möglichst abgesichert und hochrentierlich sein. Die Analyse des Zielunternehmens erfolgt durch das Emissionshaus, das langjährige Erfahrungen vorweisen kann. Anschließend folgt die Prüfung durch den möglichen Garantiegeber, ehe eine Anlageentscheidung getroffen wird. Anlageentscheidungen können erst nach einer Freigabe durch den 3-köpfigen Anlageausschuß erfolgen. Der Treuhänder ist geborenes Mitglied des Ausschusses, die anderen beiden sollen von der Gesellschafterversammlung gewählt werden.

Stärken – Anlageparameter sind sicherheitsorientiert und erprobt.

Das Konzept

Direktinvestitionen in rund 20 mittelständische eigentümergeführte Unternehmen, das ist der Anlagefokus des vorliegenden Fonds. Das Fondsmanagement ist im Zielmarkt etabliert. Die Auswahlkriterien sind substanzerhaltend. Anlageentscheidungen können nur durch den Beirat getroffen werden, der zu 2 / 3 aus Treugebern bestehen soll. Die angestrebte Rendite der Zielinvestments von mindestens 15 % p. a. ist sinnvoll. Die Vorzugsausschüttung für den Anleger von 8 % p. a. erscheint angemessen. Einnahmen jenseits dieser Grenze sollen 80:20 zwischen Anleger und Emittent verteilt werden. Die laufenden Kosten sind akzeptabel, die Weichkosten fallen mit 17,5 % (incl. Agio) vertretbar aus. Allerdings ist die Investitionsquote mit netto 83,3 % niedrig. Die geplante Fondslaufzeit endet frühestens 2012. Für den Anleger sehr positiv ist die nachweisliche Erfahrung des Fondsmanagements. Die Absicherung der Zielunternehmen durch Ausfallbürgschaften sorgt für eine hohe Gesamtanlagesicherheit. Entscheidend aus Anlegersicht ist hier in erster Linie die nochmalige Prüfung durch den Garantiegeber.

Schwächen – Die Beteiligungsquote ist niedrig.

Stärken – Nachrangige Beteiligung des Initiators. Ausgeprägte Sicherheitsorientierung durch Ausfallbürgschaften. Bestehende Netzwerke sind sehr hochwertig.

Summa summarum

halte ich das Angebot „Mittelstandsfonds Nr. 4“ des Initiators MIDAS für gut. Der Außenauftritt verdient ein B. Das Marktumfeld ist hochattraktiv. Der Initiator ist nachweislich im Zielmarkt etabliert. Diese Expertise sowie die Absicherung durch Landesbürgschaften sorgen für eine hohe Gesamtanlagesicherheit. In meinen Augen hat das vorliegende Angebot eine Bewertung mit „gut“ (2) verdient.

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