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Zahlen und Fakten

Initiator: VenGrow

Investitionsfokus: Private-Equity-Fonds

Anlagestrategie: mind. 90 % mittelständische PE-Fonds aus dem deutschsprachigen Raum mit dem Fokus auf Nachfolgeregelungen, MBI, MBO und LBO

Steuerliche Struktur: gewerbliche Einkünfte

Mindestzeichnungssumme: Ratensparer mind. EUR 50 / Monat zzgl. 6 % Agio, Einmalanlage EUR 10.000 zzgl. 5 % Agio

Geplante Laufzeit: bis 31.12.2018 (Verlängerungsoption 2 x à 1 Jahr)

Geplante Rendite: rund 17 % p. a. (vor Steuern)

Kommanditkapital: EUR 15 Mio.

Gesamtinvestition: EUR 25 Mio.

Fremdkapital: EUR 10 Mio.

Weichkosten: 11,43 % (bez. auf EK), 7 % (bez. auf GK) incl. Agio

Investitionsquote: 100 %

Liquiditätsreserve: rund EUR 4 Mio.

Investmentberater: Jasper Capital, London

Treuhandkommanditistin: Fremdfirma

Alleinstellungsmerkmale: Investition in Mittelstandsbeteiligungen über Dachfondskonstrukt, damit sehr gutes Risiko-Gewinn-Verhältnis. 10%ige Beteiligung des Initiators, nach vorrangiger Entlohnung der Anleger mit 7 % p. a. Sehr gute Kostenstruktur.

Bewertung: 1- (Notenskala)

Investmentanalyse vom 10.03.2008

VenGrow Mittelstandfonds 02

Der Schweizer Spezialist für mittelständische Unternehmen in Nachfolgenot legt seinen zweiten Publikumsfonds auf. Das Risiko wird dieses Mal über einen Dachfonds diversifiziert. Die Kostenstruktur ist vorbildlich, die laufenden Kosten werden über Fremdmittel finanziert.

Der Initiator

Anbieter der vorliegenden Beteiligung ist die VenGrow Private Equity Geschäftsführungs GmbH, Hamburg. Die VenGrow-Gruppe agiert seit 2004 auf dem Markt der Unternehmensbeteiligungen, ist damit also noch recht jung. Allerdings kann der Hauptentscheidungsträger hinter der Gruppe, Andreas Bünter, eine nach eigenen Aussagen sehr positive persönliche Leistungsbilanz vorlegen. Das Unternehmen ist offensichtlich im Zielmarkt sehr gut etabliert. Das vorliegende Angebot ist der zweite Publikumsfonds, der erste mit einer Dachfondskonstruktion. Der Außenauftritt des Initiators ist professionell.

Stärken – Initiator ist im Zielmarkt offensichtlich sehr gut etabliert.

Note für Außenauftrit – B.

Der Prospekt

Mit 92 relevanten Seiten fällt der Prospekt durchschnittlich umfangreich aus. Inhaltlich ist der Prospekt umfassend. Allerdings wird der Investmentberater zu wenig beschrieben. Die Darstellung ist ansprechend und verständlich.

Schwächen – Die Expertise des Investmentberaters ist zu wenig erläutert.

Stärken – Professionell aufbereiteter Prospekt.

Der Markt

Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen werden in zwei unterschiedliche Formen unterteilt: Bei Venture Capital (VC) ist ein Unternehmen noch relativ jung, so daß für den Anleger die Qualität und die damit verbundenen Erfolgsaussichten des Unternehmensgegenstandes schwer abzuschätzen sind. Bei einer Anlage korreliert eine weit überdurchschnittliche Renditechance mit einem vergleichsweise hohen Risiko. Bei Private Equity (PE) ist das Unternehmen in aller Regel in seinem Marktsegment etabliert. Ein Erfolg läßt sich anhand fundamentaler, durch Wirtschaftsprüfer testierter Daten, bestehender Kundenbeziehungen und Vorjahreszahlen besser einschätzen. In aller Regel wird PE für Wachstumsfinanzierungen genutzt. Der Fonds soll für eine Unternehmensübernahme im Rahmen einer Nachfolgeregelung (MBO / MBI - Management Buy-in bzw. Buy-out) zusätzliches Eigenkapital einbringen. Der Markt ist hochattraktiv. Vor allem im Zeichen immer vorsichtiger agierender Banken (Basel II) stehen dem interessierten Anleger bemerkenswerte Potentiale offen. Zudem stellt sich für etablierte Familienunternehmen (20 bis 250 Mitarbeiter) zunehmend das Problem der Nachfolgeregelung. Die Mehrheit der mittelständischen Unternehmer kümmert sich zu spät um einen Nachfolger. In der Schweiz sollen in den nächsten 5 Jahren 45.000 bis 60.000 Unternehmen an Nachfolger übergeben werden, so der Prospekt. Bei der Auswahl der Zielunternehmen ist die Expertise des Fondsmanagements entscheidend. Der Investitionsgegenstand muß durchleuchtet und verstanden sein. Das Marktumfeld ist zu analysieren und das Potential richtig einzuschätzen. Daher sind ein funktionierendes Netzwerk und eine hohe Expertise auf Seiten des Fondsmanagers unerläßlich.

Schwächen – Auswahlrisiko geeigneter Zielunternehmen ist hoch.

Stärken – Sehr interessanter Markt mit einem ausgewogenen Risiko-Chancen-Profil bei entsprechend etabliertem Fondsmanagement.

Die Investitionsparameter

Prüfung der Prospektunterlagen, Vorauswahl, Präsentation der Zielfonds mit Vorprüfung, Detailprüfung, Besprechung mit Investitionsausschuß und anschließende Investition: Das sind die Eckdaten der Investitionsparameter. Bei einer tiefergehenden Beschäftigung mit dem Investitionskatalog fällt der hohe qualitative Anteil der Prüfmechanismen auf: Entscheidend für die Auswahl der Zielfonds ist in der ersten Linie dessen Management. Hier sollen gezielt auch neue Manager mit Zukunftspotential gewählt werden. Das Leistungsprofil des Managements soll neben historischen Werten vor allem auf weiche Faktoren wie Motivation und überzeugende Investitionsstrategie geprüft werden. Diesen Ansatz halte ich für interessant, da er ehrlich ist: Über das Zahlenwerk der Vergangenheit hinaus ist in erster Linie die Person der Entscheidungsträger entscheidend für den zukünftigen Erfolg eines Zielfonds. Diese läßt sich tatsächlich in erster Linie über qualitative Ansätze entschlüsseln. Sobald ein Zielfonds in die engere Auswahl gekommen ist, soll vor allem begleitend Zahlenwerk über den Fondsverlauf ausgewertet werden. Die Zielfonds sollen primär in mittelständische Firmen mit Nachfolgeproblematik investieren. Ebenso können als Ergänzung Mezzaninfinanzierungen (mittelfristig laufende Eigenkapitalinvestitionen) gewährt werden. Für die Auswahl der Zielfonds kann der Initiator auf die Expertise eines externen Beraters zurückgreifen: Hierbei handelt es sich um die Firma Jasper Capital mit Hauptsitz in London. Über die Expertise dieses Partners sowie zur Frage, wie dieser entlohnt werden soll, schweigt sich der Prospekt aus. Nach Internet-Recherche handelt es sich bei Jaspers um ein etabliertes und sehr erfahrenes Bertungsunternehmen. Das Fondsmanagement erhält für seine Tätigkeit einen Vorabgewinn von 1 % p. a. des Fondsvolumens. Zusätzlich erhält der Initiator eine 10%ige Gewinnbeteiligung (über der Gewinnschwelle von 10 % p. a.). Damit hat der Initiator ein nachvollziehbares Interesse an einem erfolgreichen Fondsverlauf.

Stärken – Umfassender und dezidierter Prüfkatalog. Die größtenteils leistungsabhängige Entlohnung des Initiators sorgt für eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit.

Das Konzept

Gesucht werden Zielfonds, die vor allem im deutschsprachigen Raum in mittelständische Unternehmen investieren. Dabei sollen Unternehmen mit Zwischenfinanzierungsbedarf und Nachfolgeproblematik ausgesucht werden. Damit bietet der Initiator den aus dem Vorgängerfonds bekannten Zielmarkt in einer Dachfonds-Verpackung an. Die Auswahlparameter für die Zielfonds sollen vor allem qualitativer Natur sein, was ich für ehrlich halte. Andererseits setzt dies für den Anleger ein hohes Maß an Vertrauen in den Initiator als Auswählenden voraus. Da der Initiator eine eigene, sehr positive Leistungsbilanz über 10 Jahre vorlegen kann, dürfte diese Art Vertrauensvorschuß angebracht sein. Zumal sich der Initiator in diesem speziellen Zielmarkt offensichtlich bestens etabliert hat. Die geplante Fondslaufzeit liegt bei mindestens 10 Jahren. Der Initiator erwartet eine Fondsrendite von mindestens 17 % p. a. (vor Steuern). Der Investitionsgrad fällt mit 58 % augenscheinlich sehr niedrig aus. Durch eine Fremdkapitalaufnahme von EUR 10 Mio. soll unter dem Strich eine Investition von 100 % des Kommanditkapitals erreicht werden: Das Fremdkapital soll für Zinsen, laufende Kosten und die Vorabgewinne genutzt werden. Die Vorabgewinne betragen 1 % p. a. für den Initiator und 7 % p. a. für die Anleger. Der Initiator ist zu 10 % an einem Mehrgewinn jenseits einer 10%igen Gesamtrendite der Anleger beteiligt. Die Kostenstruktur fällt mit rund 11,4 % weit unterdurchschnittlich aus. Die Anlagestrategie ist nachvollziehbar, das Marktumfeld ausgesprochen attraktiv. Die Entscheidungsträger scheinen hervorragend vernetzt zu sein, eine Grundvoraussetzung für den Anlageerfolg. Speziell im Analysieren und Bewerten von Unternehmen liegen beim Initiator sehr profunde Kenntnisse vor. Über die Qualität des Investmentberaters schweigt sich der Prospekt aus.

Schwächen – Investmentberater wird zu wenig beschrieben.

Stärken – Nachrangige Beteiligung des Initiators. Dezidierter und nachvollziehbarer Prüf- und Auswahlkatalog. Erfahrene Entscheidungsträger. Sehr gute Kostenquote. Interessantes Marktumfeld.

Summa summarum

halte ich das Angebot „Mittelstandfonds 02“ des Initiators VenGrow für sehr gut. Der Außenauftritt verdient eine Bewertung mit B. Das Marktumfeld ist nach wie vor attraktiv, erfordert aber ein Höchstmaß an Professionalität. Beim Initiator liegt eine sehr profunde Expertise vor. Die Fondskonzeption ist gelungen. In meinen Augen hat das vorliegende Angebot eine Bewertung mit „sehr gut“ (1-) verdient.

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