Zahlen und Fakten

Initiator: Art.Emis GmbH, Berlin

Investitionsobjekte: Entwicklung, (Co-)Produktion und Vertrieb von Unterhaltungskonzepten sowie Investition in Finanzanlagen

Regionale Konzentration: keine

Steuerliche Struktur: gewerblich

Investitionsparameter: bühnenorientierte Konzepte, die lizenzfähig (reproduzierbar) sind

Mindestzeichnungssumme: EUR 10.000 zzgl. 5 % Agio

Geplante Laufzeit: rund 15 Jahre, erstmalige Sonderkündigung durch Anleger möglich zum 31. 12. 2015

Geplante Rendite: 17 % p. a., kumulierte erwartete Ausschüttungen 359 %

Emissionskapital: EUR 10 Mio. (kann auf EUR 14 Mio. erhöht werden)

Gesamtinvestition: EUR 12.819.328 incl. 5 % Agio

Fremdkapital: EUR 2.319.328

Weichkosten: 23,8 % (bez. auf EK), 19,5 % (bez. auf GK), jeweils incl. Agio

Investitionsquote: 80,4 % (26,2 % in Veranstaltungskonzepte und 54,2 % in Finanzanlage)

Liquiditätsreserve: EUR 100.000

Mindestkapital: EUR 500.000 (½ durch einen Gründungsgesellschafter eingezahlt)

Investitionsberater: Fachbeirat, bestehend aus Gründungsgesellschaftern

Treuhandkommanditistin: Fremdfirma

Plazierungsgarant: nein

Alleinstellungsmerkmale: Investition in Unterhaltungskonzepte. Gründungsgesellschafter sind sämtlich sehr erfahren in einander ergänzenden Fachgebieten. Absicherung durch gehebelte Teilinvestition in Aktien-Renten-Dachfonds.

Bewertung: 2 (Notenskala)

Investmentanalyse vom 14.02.2008

Art.Emis Cultur & Entertainment Fonds Nr. 1

Der Initiator Art.Emis will bühnenorientierte Unterhaltungskonzepte entwickeln, produzieren und vertreiben. Die Rechnung kann dank der in der Branche sehr erfahrenen Gründungsgesellschafter aufgehen. Die Absicherung durch eine alternative Finanzanlage erhöht die Anlagesicherheit.

Der Initiator

Die Art.Emis Invest GmbH, Berlin, wurde 2006 gegründet. Beim vorliegenden Fonds handelt es sich um das Erstlingswerk dieses Emittenten. Die 5 Entscheidungsträger im Unternehmen sind sämtlich in ihren Fachgebieten erfahren und etabliert. Für den Fonds ergibt sich damit eine stimmige Gruppe aus sehr gut vernetzten Fachleuten, die zusammen die notwendige Kompetenz für das Nischengebiet, in welchem sich der Fonds bewegt, vorweisen können. Der erlebte Außenauftritt ist sehr professionell.

Schwächen – Erstlingswerk, damit noch keine Leistungsbilanz für das Emissionshaus.

Stärken – Die Verantwortlichen können umfangreiche Erfahrungen im Zielmarkt vorweisen.

Note für Außenauftritt – B.

Der Prospekt

Mit rund 95 relevanten Seiten fällt der Prospekt angenehm schlank aus. Inhaltlich vollständig, ist die Darstellung gelungen. Der für Anleger erklärungsbedürftige Markt ist sehr gut erläutert.

Stärken – Inhaltlich und optisch gut gelungener Prospekt.

Der Markt

Der Initiator belegt den Zielmarkt höchst eindrucksvoll. So untermauert eine GfK-Studie zum Konsumverhalten der Konzert- und Veranstaltungsbesucher in Deutschland den langanhaltenden Wachstumstrend für Bühnenveranstaltungen. So gilt der bühnenbasierte Musikveranstaltungsmarkt als konjunkturresistent, was sich an den stabilen Wachstumszahlen ablesen läßt. Die Marktsegmente Musicals und Musik-Festivals vereinen auf sich rund 37 % des Marktes (2007). Das starke Wachstum läßt sich auch an den Umsatzzahlen der drei Hauptunternehmen auf Veranstalterseite hinter den Kulissen ablesen: Von 2002 bis incl. 2006 konnten zwei Anbieter die Umsatzzahlen mehr als verdreifachen, der dritte Anbieter erwartete für 2007 einen deutlichen Wachstumssprung. Interessant sind die Marktperspektiven: Durch eine gezielte Ausrichtung von Angeboten auf unterschiedliche Publikumsgruppen (Generation 50+, weibliche Konsumenten, Ausländer) kann offensichtlich ein weiteres großes Marktpotential erschlossen werden. Der Nischenmarkt der bühnenorientierten Unterhaltungskonzepte ist schwierig, da hier stets mit der Käufergunst geplant werden muß. Wie schwierig der Publikumsgeschmack zu treffen ist, das ist hinreichend aus der Filmindustrie bekannt. Beim vorliegenden Fonds soll dieses Hauptrisiko durch eine breite Diversifikation auf unterschiedliche Veranstaltungen gemindert werden. Zudem sind die Gründungsgesellschafter nachweislich langjährig in der Branche tätig und verfügen über einen sehr guten Marktzugang.

Schwächen – Sehr schwieriges Marktumfeld, da eine hohe Abhängigkeit vom Publikumsgeschmack vorliegt.

Stärken – Hochinteressanter Markt mit sehr guten Gewinnchancen bei entsprechend etabliertem Fondsmanagement und sorgfältiger Auswahl der Zielkonzepte.

Die Investitionsparameter

Die Unterhaltungskonzepte sollen nach folgenden Kriterien ausgewählt werden: Der zu erwartende Ertrag ab dem 3. Jahr soll über 50 % liegen. Die Produktionskosten sollen jeweils bei rund EUR 500.000 liegen. Die Spielstätten sollen mindestens 500 Personen Platz bieten. Das Projekt muß vervielfältigbar sein, um Lizenzeinnahmen generieren zu können. Das Placet des Fach- sowie des Gesellschafterbeirats muß vorliegen. Die Gesellschaft muß eine ständige Kontrolle über das jeweilige Projekt haben. Für jedes Projekt muß eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vorliegen. Diese Parameter sind klar und nachvollziehbar. Angesichts der nachweislich hohen Kompetenz des Fachbeirats sollte mit einer stringenten Befolgung dieses Katalogs wohl auch ein Anlageerfolg möglich sein. 50 % des Anlagevolumens soll in zwei Aktien-Renten-Dachfonds investiert werden. Zusätzlich kann dieser Teil der Anlage zu 50 % über eine Fremdkapitalaufnahme gehebelt werden. Sinn dieser Anlage ist es, das Gesamtanlagerisiko aus den Unterhaltungskonzepten zu senken: Für die Dachfonds erwartet der Initiator über 15 Jahre eine Netto-Rendite von 9 % p. a., was mir hoch erscheint. Trifft die Erwartung ein, kann die Gesamtanlage immer noch eine durchschnittliche Rendite von rund 6 % p. a. erwirtschaften - auch bei einem möglichen Totalausfall der Investition in Unterhaltungskonzepte. Einerseits halte ich das Verwässern eines geschlossenen Fonds durch das Beimischen von Aktienfonds für nachteilig. Andererseits kann diese ungewöhnliche Paarung Sinn machen, wenn, wie hier, nicht-korrelierende Anlageklassen mit sehr unterschiedlichen Risikoprofilen zusammengefaßt werden.

Schwächen – Ich halte die prognostizierte Aktien-Renten-Dachfonds-Rendite für zu hoch.

Stärken – Anlageparameter sind nachvollziehbar und sinnvoll. Risikoabsicherung durch Finanzanlage erhöht Gesamtanlagesicherheit deutlich.

Der Fachbeirat

Die Gründungsgesellschafter sowie von ihnen zugezogene externe Berater stellen den Fachbeirat. Der Beirat besteht damit aus mindestens 5 Personen: Frank Otto, Werner Last, Martin Irnich, Stanley W. Bronisz und Ulrich Lautenschläger. Die Fachkompetenz der einzelnen Mitglieder ergänzt sich harmonisch: Über eine weitgehende Expertise liegen auch langjährige Erfahrungen in der Vermarktung und dem Lizenzhandel vor. Das bestehende Netzwerk sollte damit weitreichend sein, eine für den Fondserfolg wichtige Voraussetzung. Die einzelnen Beiratsmitglieder haben keine Ansprüche gegen die Fondsgesellschaft. Positiv fällt beispielsweise auf, daß die übliche Vermittlungsgebühr für das Fremdkapital entfällt. Der Fachbeirat wird mit einer laufenden Gebühr entlohnt. Dazu kommt eine Gewinnbeteiligung: Sobald das Ergebnis über den Prognosen liegt, erhalten die Gründungsgesellschafter einen Anteil.

Stärken – Nachweislich erfahrene Fachbeiratsmitglieder.

Das Konzept

Das Entwickeln, die Produktion und der Vertrieb von bühnenorientierten Unterhaltungskonzepten - das ist das Anlagekonzept, das dem vorliegenden Fonds zugrunde liegt. Dazu kommt eine Absicherung über eine Investition in zwei Aktien-Renten-Dachfonds. Das Marktumfeld für die Unterhaltungskonzepte ist sehr interessant und bietet neben hohen Risiken auch ausreichend Chancen - wenn das Fondsmanagement über einen sehr guten Marktzugang verfügt. Dieser ist über die Gründungsgesellschafter mit einander ergänzender Fachkompetenz gewährleistet. Die vertragliche Gestaltung des Fonds ist gelungen und anlegerorientiert. Die Gebühren während der Fondslaufzeit sind angemessen, der Initiator ist am Erfolg beteiligt. Die Fondslaufzeit liegt bei 15 Jahren, es wird eine Rendite vor Steuern von rund 17 % p. a. angestrebt. Der Anleger verfügt über ein einmaliges Sonderkündigungsrecht nach 8 Jahren Fondslaufzeit. Die Weichkosten liegen bei 23,8 %, was nicht besonders niedrig ist. Durch einen Fremdfinanzierungshebel wird die Investitionsquote verbessert. Die Basisabsicherung über die beiden Dachfonds ist innovativ und verwässert die Konstellation eines geschlossenen Fonds, was in diesem Fall nicht unbedingt negativ ist. Grundsätzlich verbessert sich das Risikoprofil durch die alternative Finanzanlage deutlich, auch wenn ich die angestrebte Rendite aus den Dachfonds von netto 9 % p. a. für hoch halte. Grundsätzlich halte ich das Angebot für gelungen, wenn auch in erster Linie für erfahrene Anleger geeignet.

Schwächen – Renditeprognosen für Dachfonds sind zu hoch.

Stärken – Innovatives Fondskonzept. Sehr gutes Marktumfeld. Nachweislich erfahrene und etablierte Partner. Sehr gutes Risikoprofil.

Summa summarum

halte ich das Angebot „Cultur & Entertainment Fonds Nr. 1“ des Initiators Art.Emis, Berlin, für gut. Der Außenauftritt verdient ein B. Das Marktumfeld ist attraktiv. Ich halte dieses Erstlingswerk eines neuen Initiators mit erfahrenen Verantwortlichen für grundsätzlich sauber konzipiert. In meinen Augen hat es eine Bewertung mit „gut“ (2) verdient.

Analysen | Profil | Referenzen | Kunden | Presse | Kontakt | Bestellinfos | Fragen & Antworten | AGB | Datenschutz