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Zahlen und Fakten

Initiator: dbde Deutsche Bildung GmbH

Investitionsobjekt: Förderung von rund 3.400 Studierenden an 320 Hochschulen

Investitionsgrundsätze: Diversifikation über Hochschulen, Berufe, Studienfächer, Geschlecht und Studienbeginn

Steuerliche Behandlung: gewerbliche Einnahmen

Mindestzeichnungssumme: EUR 10.000 zzgl. 5 % Agio

Geplante Laufzeit: früheste Kündigung durch Anleger zum 31.12.2019

Geplante Ausschüttungen: 6,2 % p.a. Vorzugsausschüttung, darüber hinausgehend 80:20 Anleger:Initiator

Emissionskapital: EUR 20 Mio. zzgl. 5 % Agio, max. EUR 30 Mio.

Fremdkapital: nein

Inflationsrate: 2 % (2008)

Weichkosten: 15,35 % (incl. Agio)

Investitionsquote: 83,24 % (incl. Agio)

Liquiditätsreserve: EUR 80.000

Konzeptionär: MSW & Partner Personalberatung für Führungsnachwuchs GmbH, Frankfurt

Managementgesellschaft: dbde Deutsche Bildung GmbH, Frankfurt

Treuhandkommanditist: Fremdfirma

Alleinstellungsmerkmale: Erster deutscher Studienfonds. Attraktiver Markt mit Wachstumspotential. Etablierter Konzeptionär. Sehr breite Diversifikation, dadurch sehr gutes Risikoprofil.

Bewertung: 2 (Notenskala)

Investmentanalyse vom 01.11.2007

dbde Deutsche Bildung Studienfonds 1

Der Initiator

Der vorliegende Fonds ist das Erstlingswerk des Initiators Deutsche Bildung Capital GmbH, Frankfurt. Die Entscheidungsträger kommen aus der Personalberatung für Führungsnachwuchs. Damit liegt keine Expertise als Fondsinitiator vor, andererseits existiert nachweislich eine hohe Expertise in der Auswahl und Beratung hochkarätiger Akademiker. Den Außenauftritt des Fondsinitiators empfinde ich als professionell.

Schwächen - Noch kein Leistungsnachweis für das Fondskonzept möglich.

Stärken - Der Konzeptionär ist ausgesprochen erfahren und professionell. Der Firmenauftritt und die Produktpalette zeichnen das Unternehmen als sehr kreativ aus.

Note für Außenauftritt - B.

Der Prospekt

Mit 158 relevanten Seiten fällt der Prospekt sehr umfangreich aus. Das für die meisten Anleger neue Anlagesegment ist ausgezeichnet erläutert. Der Text ist verständlich, die Aufmachung in Bild und Wort ansprechend.

Stärken - Ansprechender Prospekt, der die Besonderheiten des Angebots hervorragend erläutert.

Der Markt

Hochschulbildung als Investition - in Deutschland noch ein recht unvertrauter Gedanke. Mit der 1999 unterzeichneten Bologna-Erklärung hat sich unter anderem Deutschland verpflichtet, Universitätsausbildung zu internationalisieren. Damit werden Studienzeiten und -inhalte vergleichbar. Ein derartiges System ist in angelsächsischen Ländern längst etabliert. Dort sind Studiengebühren die Regel. In manchen Bundesländern Deutschlands wird darüber noch diskutiert. Die Bologna-Erklärung macht solche Diskussionen allerdings obsolet, da die Einführung solcher Gebühren bereits längst beschlossene Sache ist. Aus eigener Erfahrung können Universitäten bspw. in England mit Gebühren und akquirierten Zuwendungen ehemaliger Studenten eine hervorragende Studienqualität gewährleisten. Internationale Studiengänge bedeuten, ein deutlich gestrafftes Pensum in einer kürzeren Zeit zu bewältigen. Die Initiatoren wollen mit dem Angebot einer Studienfinanzierung mittelfristig internationalen Standard erreichen helfen. Legt man die Erfahrungen angelsächsischer Universitäten zu Grunde, so ist das Konzept tragbar. Im Ausland ist der Markt bereits maturiert, dort wird teils hart um einzelne Studienzugänger geworben. Hierzulande ist das Marktpotential ausgesprochen groß, da neben den versiegenden staatlichen Fördertöpfen kaum Alternativen existieren. Der Gesamtbedarf liegt bei rund EUR 20 Mrd. in 2010.

Stärken - Hochrentabler Markt mit sehr hohem Nachfragepotential.

Das Finanzierungsmodell

Wie im Ausland sollen Studenten auch in Deutschland über spezielle Darlehen ihr Studium finanzieren und die Tilgung ausgesprochen zinsgünstig über viele Jahre tilgen. Damit kann den Unkenrufen eines unsozialen Wettbewerbs um bonitätsstarke Studenten entgegengetreten werden. Zudem wird dem Studierenden eine Konzentration auf sein Studium ermöglicht, wenn er nicht durch minderbezahlte Aushilfstätigkeiten sein Studium finanzieren muß. Das vorliegende Angebot erweitert das Marktpotential um eine interessante Komponente. Die Tilgung soll nicht verzögert und zu einem günstigen Zinssatz erfolgen, sondern in Raten abhängig vom Einkommen ab Zeitpunkt des Einkommens. Ein Mehrverdienst über den zum Förderbeginn prognostizierten Werten resultiert in einer höheren Rückzahlungsverpflichtung. Da gleichzeitig netto mehr Verdienst vorhanden ist, ist das System meines Erachtens absolut fair: Der geldwerte Vorteil einer Ausbildung läßt sich so unmittelbar in eine Kosten-Nutzen-Relation bringen. Bei überdurchschnittlich gut Verdienenden ist die Rückzahlungssumme aber nach oben begrenzt (die erwartete Einkommenshöhe basiert auf einer Vielzahl Faktoren, wie Studienerfolg, -ort, -fach u. ä.). Dem zu Fördernden wird immer ein individuelles Angebot unterbreitet, in welchem er u. a. aus verschiedenen Rück-/Zahlungsmodellen wählen kann. So kann er auch die Dauer der Rückzahlung in einem gewissen Rahmen selbst wählen. Auch Tilgungsaussetzungen sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich, die Tilgungsverpflichtung bleibt aber bestehen. Die vom Initiator beispielhaft aufgeführten Prozentsätze, die auf das jeweilige Einkommen der Absolventen angelegt werden, bewegen sich in jedem Fall deutlich unter Privatkrediten. Was das System in keinem Fall mit einem üblichen Bankkredit vergleichbar macht, ist die hohe Flexibilität und die geringere Belastung für den Studierenden aus der Gesamtfinanzierung. Das Hauptrisiko für den Fonds liegt m. E. in der geringen Bekanntheit innerhalb der Zielgruppe. Der Konzeptionär will dieses Manko durch eine pro-aktive Werbung ändern. Neben CampusScouts werden Kooperationsverträge mit Professoren, Studenteninitiativen und Beratern zu Marketingzwecken geschlossen. Dazu kommen Anzeigekampagnen, eine Online-Plattform und diverse Messen. Mit diesen Maßnahmen und dem großen Förderbedarf sollten sich die 3.400 Zielstudenten über die Fondslaufzeit finden lassen.

Schwächen - Erfolg hängt von der Akzeptanz der einzelnen Marktteilnehmer ab.

Stärken - Flexibel und sehr wettbewerbsfähiges Konzept.

Das Konzept

Dem Anleger wird eine Wette angeboten. Diese basiert auf betriebswirtschaftlichen Berechnungen, die den Mehrwert einer durch ein Studium aufgewerteten Arbeitskraft den Kosten des Studiums gegenüberstellen. Der Förderungsempfänger verpflichtet sich, die Gelder vom späteren Einkommen zurückzuzahlen. Je mehr Absolventen sich über dem kalkulatorischen Einkommensmittel bewegen, desto höher die Mehrrendite des Fonds. Die kumulierte Vorzugsausschüttung während einer 12jährigen Laufzeit liegt bei 162 % vor Steuern. Verdient der Fonds mehr, erhält der Initiator 20 % davon. Daneben erhält er eine einmalige Gebühr von 4,95 % sowie eine 2,5%ige Jahresgebühr für die Verwaltung und die Studentenbetreuung. Da diese recht umfangreich ist, ist die überdurchschnittlich hohe Gebühr m. E. gerechtfertigt. Die Gewinnbeteiligung für den Initiator greift zu einem sehr frühen Zeitpunkt. Über die Auswahl der Förderbegünstigten hinaus wird den Studierenden eine ständige Förderung gewährt. Mit diesem Quasi-Tutorensystem wird Motivation gefördert und über Netzwerke auch nach dem Studium ein möglichst optimaler Arbeitseintritt erleichtert. Auch während der ersten Berufsjahre soll durch den Initiator eine Betreuung erfolgen. Damit würde eine persönliche Bindung zu den einzelnen Studenten entstehen, wie sie derzeit außerhalb der Privatuniversitäten in Deutschland nicht existent ist. Die Weichkosten fallen mit rund 15,35 % (incl. Agio) unterdurchschnittlich aus. Der Fonds kommt ohne Fremdmittel aus. Das Marktumfeld ist sehr gut, die bildungspolitischen Veränderungen arbeiten für das Fondskonzept. Durch die Diversifikation auf rund 3.400 unterschiedliche Studenten ist das Gesamtrisiko des Fonds sehr niedrig. Dem steht eine relativ niedrige Rendite gegenüber, die der hohen Anlagesicherheit angemessen ist. Der gesamte Erfolg steht und fällt mit der Akzeptanz durch den Markt. Die Werbemaßnahmen des Konzeptionärs sind professionell und sollten für eine schnelle Umsetzung der Fondsidee sorgen. Als Initialzeichner hat sich eine deutsche Lebensversicherung mit EUR 3 Mio. am Fonds beteiligt. Dies spricht für den Fonds, da ein institutioneller Investor eine Beteiligung vorab einer tiefgehenden Prüfung unterwirft.

Schwächen - Erfolgsbeteiligung für Initiator beginnt früh.

Stärken - Hochinteressantes und innovatives Konzept. Wachstumsstarker Markt. Marktumfeld begünstigt das Konzept (Bologna-Erklärung). Sehr breite Diversifikation erzeugt ein sehr gutes Risikoprofil. Mehrertragspotential.

Summa summarum

halte ich das vorliegende Angebot „Studienfonds 1“ des Initiators Deutsche Bildung für interessant. Der erlebte Außenauftritt verdient ein B. Das Anlagekonzept ist hochinteressant, die langfristig mögliche Durchschnittsrendite akzeptabel. Das Angebot kann als Basisbeteiligung in Frage kommen. Es verdient meiner Meinung nach eine Bewertung mit „gut“ (2).

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