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Zahlen und Fakten

Initiator: IndiaVest, Hamburg

Investitionsobjekt: anfänglich 24 (plus 4 je Prognosejahr) Windkraftanlagen in Indien, Bundesstaat Maharashtra

Fertigstellung: geplant laufend ab Ende 2007

Anlagenersteller: NEG Micon (India) Pvt. Ltd., Konzerntochter von Vestas Wind Systems A/S

Steuerliche Struktur: vermögensverwaltend

Mindestzeichnungssumme: EUR 5.000 (indirekt über Treuhänder) bzw. EUR 25.000 (Direktanlage), jeweils zzgl. 5% Agio

Geplante Laufzeit: bis Ende 2025, erstmalige Kündigung durch Anleger zum 31.12.2011

Geplante Ausschüttungen: anfänglich 4% (2008), auf 14% p.a. (ab 2023) steigend, kumuliert 313% (incl. Verkaufserlös)

Geplanter Verkaufserlös: 50% der Anschaffungskosten

Gesamtkapital: EUR 49,8 Mio.

Kommanditkapital: EUR 14,7 Mio. zzgl. 5% Agio

Fremdkapital (75%): geplant EUR 34,05 Mio., EUR 31 Mio. ERP-Umweltprogramm, EUR 4,05 Mio. Bankdarlehen

Weichkosten (incl. Agio): 19% (bez. auf EK); 5,9% (bez. auf GK)

Kostensteigerungsrate: ohne

Investitionsquote (incl. Agio, bez. auf EK): 79,3%

Sicherheitsabschläge in der Prognose: insgesamt 26%

Schließung des Fonds: geplant bis 30.06.2006, beliebig verlängerbar

Plazierungsgarantie: nein

Treuhandkommanditistin: Fremdfirma

Alleinstellungsmerkmale: Erster Fonds mit Windkraftanlagen in Indien. Joint-venture mit einem wirtschaftlich etablierten eigentümergeführten indischen Unternehmensverbund. Verträge werden erst nach Eigenkapitalisierung geschlossen. Externer indischer Berater.

Bewertung: 2+ (Notenskala)

Investmentanalyse vom 23.04.2007

IndiaVest Windpower I

Der Initiator

Die IW IndiaWind GmbH und die PIA Provestor Internationale Anlagen GmbH + Co. KG, beide Hamburg, sind bis dato unbekannte Anbieter. Beim vorliegenden Fonds handelt es sich um das Erstlingswerk. Erklärtes Ziel der beiden Häuser sollen gemeinsam initiierte Investitionen im indischen Energiesektor sein. Der erlebte Außenauftritt des Initiators ist professionell.

Schwächen - Bisher ist noch kein Leistungsnachweis möglich.

Note für Außenauftritt - B.

Der Prospekt

Mit 119 Seiten fällt der Umfang durchschnittlich aus. Die vorgeschriebenen Eckdaten sind vollständig vorhanden. Die Verträge, soweit vorhanden, sind umfassend aufgeführt. Die Markterläuterung sowie die Partnerdarstellung sind gelungen. Die Sprachführung ist auf Grund der vielen Wiederholungen ermüdend.

Stärken - Der Markt ist sehr gut erläutert, die Besonderheiten des Angebots sind nachvollziehbar dargestellt.

Der Markt

Ende 2005 wurde in Indien durch Windkraftanlagen eine Gesamtleistung von 4.430 MW erbracht (im Vergleich: Deutschland lag bei 18.400 MW). Im Jahr 2005 stieg das Gesamtvolumen in Indien um rund 48%. Der Sektor der alternativen Energien wird politisch seit 1987 gefördert. Grundsätzlich ist der Bedarf an Stromerzeugung jeglicher Art nahezu unendlich groß. Die bestehenden Kraftwerke arbeiten suboptimal, die Stromnetze sind veraltet und marode. Gleichzeitig wächst landesweit die Nachfrage explosionsartig auf Grund des rasanten wirtschaftlichen Fortschritts. Für den Bereich alternative Energien wurde für jeden Bundesstaat ein eigenes Ministerium gegründet. Aufgabe dieser Behörden ist es u.a., die Abhängigkeit von Ölimporten durch die Förderung eigener Energieerzeugung abzubauen. Das Marktumfeld ist grundsätzlich sehr interessant. Die Betreiber des öffentlichen Stromnetzwerks sind für aktuell 15 Jahre ab Lieferbeginn zur Stromabnahme verpflichtet. Bei einer sorgfältigen Auswahl von erfahrenen Partnern sind vergleichsweise hohe wirtschaftliche Erträge aus einer Anlage möglich. Interessanterweise werden in Indien bereits seit 1997 von staatlicher Seite Windwerte gesammelt. Damit ist der Bereich Alternative Energien in Indien de facto ähnlich etabliert wie hierzulande. Unabhängige Windgutachten sind unüblich.

Stärken - Hochinteressanter Markt mit enormem Wachstumspotential.

Der Standort

Die Anlagen sollen im indischen Bundesstaat Maharashtra errichtet werden. Aktuell befinden sich dort Anlagen, die über 22 MW erwirtschaften. Der indische Partner ist seit 2005 im Windenergiegeschäft tätig. Die Standorteignung wird vom Lieferanten festgestellt, der den Standort bei Eignung auch vorerschließt. Die Wirtschaftlichkeitsprognosen des Lieferanten stellen die Basis für die Fondsprognosen dar. Derzeit sind noch keine konkreten Verträge zum Standort abgeschlossen. Es liegen schriftliche Absichtserklärungen vor, die nach einer realisierten Fondsplazierung umgesetzt werden sollen. Im Falle einer Nichtplazierung wären damit Schadensersatzansprüche aus Nichterfüllung etwaiger Verträge ausgeschlossen. Von den vom geplanten Lieferanten NEG erstellten Prognosen wurden folgende Sicherheitsabschläge vorgenommen: 14% Abschlag für technische Ausfälle und weitere 4% für mögliche Leistungsverluste sowie 10% als reiner Sicherheitsabschlag. Damit liegt der gesamte Sicherheitsabschlag bei ungewöhnlich hohen 26%. Auch die anderen Prognoseparameter im Konzept sind sehr konservativ. Die geplanten Windkraftanlagen sollen von NEG Micon geliefert werden. NEG ist ein Konzernunternehmen von Vestas, dem Weltmarktführer bei Windenergieanlagen. Der Aufbau und die Wartung und Pflege sollen ebenfalls als Paket im Rahmen des Anlagenkaufs erworben werden und durch NEG erfolgen.

Stärken - Konservative Prognosen. Erfahrungswerte für den Standort liegen vor.

Der Anlagenersteller

Die börsennotierte dänische Vestas Wind Systems A/S ist der weltgrößte Hersteller von Windenergieanlagen. Bei einem Umsatz von EUR 3,583 Mrd. hatte sie im Jahr 2005 einen Marktanteil von 28% weltweit. Ende 2005 beschäftigte Vestas über 10.000 Mitarbeiter in 24 Ländern. 2004 kaufte das Unternehmen den dänischen Konkurrenten NEG Micon. Ein Drittel des Umsatzes wird in Märkten außerhalb Europas produziert. Der Fonds plant Anlagen des Typs NM 82/1650 mit einer Nabenhöhe von 78m zu erwerben. Die Nennleistung liegt bei 1.650 kW. Auf Grund der großen internationalen Erfahrung von Vestas dürften die Anlagen technisch über jeden Zweifel erhaben sein.

Stärken - Weltgrößter Anlagenersteller, der über einen fundierten internationalen Erfahrungshorizont verfügt.

Das Konzept

Der Anleger soll in Windkraftanlagen in Indien, Bundesstaat Maharashtra, investieren. Der Fonds startet mit 24 Anlagen und soll bis Ende der Prognoselaufzeit 2025 planmäßig insgesamt 96 Anlagen erwerben. Bei einer Mindestlaufzeit bis Ende 2011 soll der Investor eine durchschnittliche Rendite von rund 11% p.a. nach Steuern (IRR) erhalten. Die Weichkosten fallen mit 19% (bez. auf EK, incl. Agio) unterdurchschnittlich aus. Der Initiator plant eine Fremdfinanzierung zu 75%, die bis dato noch nicht gesichert ist. Durch den international etablierten Partner und die Projektunterstützung durch die Regierung sollte eine Fremdfinanzierung problemlos möglich sein. Durch eine politisch gewollte Förderung alternativer Energien ist die Einspeisvergütung für zumindest 15 Jahre gesichert. Mit 26% fallen die Sicherheitsabschläge hoch aus. Die Nettoinvestitionsquote ist mit 79,3% (incl. Agio, bez. auf EK) marktüblich. Die grundsätzlichen Verträge (Pacht, Anlagenkauf) sind noch nicht abgeschlossen, um im Nichtplazierungsfall Schadensersatzansprüche zu vermeiden. Die Gründungsgesellschafter sowie der externe Berater erhalten eine sog. erfolgsabhängige Gewinnbeteiligung. Diese soll bei einem eventuellen Börsengang oder nach erfolgter kompletter Kapitalrückführung an die Anleger greifen. Bei dieser Art Anlage wäre eine hohe Mindestgewinnschwelle für eine Initiatorbeteiligung sehr wünschenswert. Die geplante Gewinnbeteiligung fällt mit rund 15% der Einnahmen der Jahre 2021 bis 2025 hoch aus. Gleichzeitig wird damit auf der anderen Seite ein sehr deutlicher Motivationsanreiz für das Management gegeben. Insgesamt wird das Konzept nicht zuletzt getragen von einem Vertrauen in den Standort Indien. Da das gesamte Angebot in nahezu jeder Hinsicht eine Novität für den deutschen Markt darstellt, wird eine Beteiligung wohl in erster Linie für erfahrene Anleger in Frage kommen. Das Vertragswerk ist anlegerfreundlich gestaltet. Erfahrene Anleger sollten, wie immer, eine Direktbeteiligung wählen.

Schwächen - Keine Mindestgewinnschwelle für Initiatorentlohnung.

Stärken - Interessanter Markt mit großem Wachstumspotential. Hohe Sicherheitsabschläge. Erfahrener und international etablierter Partner.

Summa summarum

halte ich das vorliegende Angebot „Windpower I“ des Initiators IndiaVest, Hamburg, für einwandfrei. Der Außenauftritt ist professionell und verdient ein B. Das Marktumfeld ist sehr gut, die Planungssicherheit auf Grund des umfangreichen Datenmaterials hoch. Die Prognose ist sehr konservativ. Die Tatsache, daß sämtliche wichtigen Verträge mit den externen Partnern noch nicht unterzeichnet sind, ist gewöhnungsbedürftig, aber nachvollziehbar. Eine Beteiligung kann für erfahrene und bonitätsstarke Anleger, die an das langfristige Wachstum des Marktes Indien glauben, in Betracht kommen. In meinen Augen verdient der Fonds eine Bewertung mit „einwandfrei“ (2+).

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