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Zahlen und Fakten

Initiator: HGA

Investitionsfokus: 6 bis 10 Zielfonds, europaweit investierend, 100 Zielunternehmen

Konzeption: Dachfonds

Steuerliche Struktur: vermögensverwaltend

Geplante Laufzeit: 10 Jahre, früheste Kündigung durch Anleger zum 31.12.2016

Gesamtinvestition: geplant EUR 32 Mio. zzgl. 5% Agio

Mindestzeichnungssumme: EUR 10.000 zzgl. 5% Agio

Fremdkapital: nein

Geplante Rendite: über 10% p.a. (IRR) nach Abzug aller Kosten

Weichkosten (incl. Agio): einmalig 10,48%, 1,65% p.a. an die geschäftsführende Kommanditistin

Investment Manager (IM): Swift Capital Partners GmbH, 100%ige Tochter der HSH Nordbank AG

Treuhandkommanditist: Konzerntochter

Plazierungsgarantie: über EUR 10 Mio. durch die HSH N Real Estate AG, Hamburg

Mittelverwendung (Gesamtvolumen incl. Agio): rd. 89,5%

Alleinstellungsmerkmale: Nachrangige Beteiligung der Komplementärin nach Vollrückzahlung (ohne Agio) und einer Vorzugsrendite von 8% p.a. für den Anleger.

Bewertung: 2 (Notenskala)

Investmentanalyse vom 22.01.2007

HGA Mikado I

Bankinterne Fachkompetenz bei der Auswahl der Zielfonds. Zielfokus europäische Unternehmen über sechs bis zehn Zielfonds.

Der Initiator

Die HGA Capital, Hamburg, - gegründet 1972 - ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der HSH N Real Estate AG, diese eine 100%ige Tochtergesellschaft der HSH Nordbank AG. Die HSH Nordbank verfügt über eine Bilanzsumme von rund EUR 185 Mrd. und gehört zu den führenden Kreditinstituten Deutschlands. Die HGA Capital hat bisher insgesamt 36 geschlossene Immobilien- und 2 Mobilienfonds und einen Schiffsfonds mit einem Investitionsvolumen von rd. EUR 2,2 Mrd. aufgelegt. Rund 11.000 Anleger sind an den Fonds der HGA Capital beteiligt, 1.300 davon mehrfach. Bis dato wurden 15 Fonds aufgelöst. Von 21 aktuell laufenden Fonds lagen bei 7 die Ausschüttungen über Plan. Die übrigen Fonds liegen im Soll, 3 liegen unter den Prognosen. Der erlebte Außenauftritt ist ausgesprochen korrekt und sympathisch.

Stärken - Der Initiator ist erfahren und konservativ.

Note für Außenauftritt - A

Der Prospekt

Mit rund 117 entscheidungsrelevanten Seiten fällt der Prospekt durchschnittlich umfangreich aus. Die Markterläuterung ist sehr gut gelungen. Die Aufmachung ist angenehm, die grafische Gestaltung ist gut. Es fehlt ein Leistungsnachweis des Investment Managers.

Schwächen - Fehlender Leistungsnachweis für Investment Manager.

Stärken - Gut lesbarer und ansprechender Prospekt.

Der Markt

Bei einer Unternehmensbeteiligung über Private Equity (PE) sind folgende Paradigmen gegeben: Im Gegensatz zum Venture-Capital-Stadium ist das Unternehmen im Buy-out-Segment in aller Regel bereits in seinem Marktsegment etabliert. Ein Erfolg läßt sich hier anhand fundamentaler, durch Wirtschaftsprüfer testierter Daten, bestehender Kundenbeziehungen und der Ergebnisse der Vorjahre besser einschätzen. In aller Regel benötigt ein solches Unternehmen zusätzliches Kapital für eine Wachstumsfinanzierung. Der Markt solcher Buyouts ist hochattraktiv, mit rund 67% Marktanteil nimmt dieses Segment eine zunehmend dominierende Stellung im PE-Markt ein. Das Gesamtvolumen im Bereich PE ist enorm. So lag das Investitionsvolumen in den USA, wo der Markt etabliert ist, 2005 bei rund USD 112 Mrd. Die Schwierigkeit besteht für den Marktteilnehmer darin, die Spreu vom Weizen zu trennen. Der PE-Markt in Europa erfährt derzeit eine deutliche Professionalisierung, ähnlich den in den USA üblichen Strukturen. Neben einer rein quantitativen Diversifikation über möglichst viele Zielfonds in verschiedenen Ländern Europas und den USA wird zunehmend auch die Wichtigkeit einer qualitativen Diversifikation erkannt. Also der Verteilung über verschiedene Branchen und Investmentphasen.

Stärken - Hochinteressanter Markt mit exzellentem Risiko-Chancen-Profil bei entsprechend etabliertem Fondsmanagement.

Der Partner

Seit 1999 zeichnet Swift Capital Partners, Hamburg, verantwortlich u.a. für die PE-Engagements der HSH Nordbank. Der Vorteil dieses Partners liegt m.E. tatsächlich im Status einer bankeigenen Tochtergesellschaft: Bis dato wurde Eigenkapital der HSH Nordbank investiert. Daher sind die Kommunikationswege erprobt. Investitionsentscheidungen werden stets vor dem Hintergrund getroffen, daß neben Kundengeldern auch stets Bankkapital angelegt wurde und wird. Bis dato liegt eine Datenbank aus über 600 geprüften Beteiligungsangeboten vor. Aktuell verwaltet Swift ein Vermögen von über EUR 1 Mrd., das in über 400 Zielunternehmen investiert wurde. Der Partner ist nicht nachrangig am Erfolg beteiligt, da es sich nicht um einen externen Dienstleister handelt. Bankintern wurde entschieden, keinen Erfolgsnachweis vorzulegen, der Anleger muß in die Expertise und den Namen der HSH Nordbank vertrauen. Dies fällt allerdings relativ leicht. Swift Partners konzentriert sich ausschließlich auf den europäischen PE-Markt. Dabei soll in Fonds investiert werden, die geographisch spezialisiert sind, damit über eine vorhandene Historie eine ausreichende Expertise vorweisen können.

Schwächen - Fehlender Leistungsnachweis des Investment Managers.

Stärken - Erfahrener bankinterner Investment Manager. Bisher wurde durch den Partner sehr viel bankeigenes Kapital erfolgreich investiert.

Das Konzept

Der Anleger soll über den vorliegenden Dachfonds indirekt in rund 100 europäische Zielunternehmen investieren. Bei einer geplanten Laufzeit bis Ende 2016 soll der Anleger eine Rendite im zweistelligen Bereich nach Steuern erhalten. Das Konzept kommt ohne Fremdmittel aus. Die Investitionsquote liegt mit 89,5% (incl. Agio) leicht über Marktdurchschnitt. Die Weichkosten fallen mit rund 10,48% (bez. auf EK) unterdurchschnittlich aus. Der Partner ist offensichtlich erfahren, zumindest wurden bis dato über EUR 1 Mrd. an bankeigenen Mitteln durch den Partner investiert und verwaltet. Allerdings liegt für den Außenstehenden kein nachvollziehbarer Leistungsnachweis vor. Der europäische PE-Markt, auf welchen sich der Investment Manager konzentrieren will, ist sehr interessant und weist noch auf absehbare Zeit ein hohes Renditepotential auf. Da noch keine Zielfonds endgültig feststehen, handelt es sich beim vorliegenden Fonds um einen reinen Blind-Pool. Die Fondskonstruktion folgt dem üblichen Schema einer Vorzugsausschüttung für den Anleger und einer Auszahlung an den Initiator erst ab einer gewissen Gewinnschwelle (hier 8%). Ich halte das Fondskonzept für Anleger geeignet, welche in die HSH Nordbank und die hauseigene Expertise vertrauen. Insgesamt weist das Angebot ein sehr gutes Chancen-Risiko-Verhältnis auf.

Schwächen - Blind-Pool. Fehlender Leistungsnachweis des bankinternen Investment Managers.

Stärken - Investment Manager hat eine hausintern bekannte Erfolgshistorie mit bankeigenem Vermögen. Interessantes Marktumfeld.

Summa summarum

halte ich das vorliegende Angebot „Mikado I“ des Initiators HGA Capital für gut. Der überdurchschnittlich professionelle Außenauftritt rechtfertigt eine Bewertung mit A. Das Marktumfeld ist sehr attraktiv. Die Fondskonstruktion ist insgesamt gelungen. Durch den fehlenden Leistungsnachweis des bankinternen Investment Managers muß ein interessierter Anleger ein hohes Maß an Vertrauen in die HSH Nordbank mitbringen. Aus meiner Sicht hat das Angebot eine Bewertung mit „gut“ (2) verdient.

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