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Zahlen und Fakten

Initiator: Patentpool

Investitionsobjekt: Kapitalbeteiligungen an „hochinnovativen, patentrechtlich schutzfähigen Technologien“

Steuerliche Struktur: vermögensverwaltend

Mindestzeichnungssumme: EUR 5.000 zzgl. 5% Agio

Geplante Laufzeit: rund 3 Jahre, erstmals Kündigung durch Anleger zum 31.12.2010 Geplante Ausschüttungen: geplant kumuliert 177,6%

Kommanditkapital: EUR 40 Mio., zzgl. 5% Agio

Fremdkapital: ohne

Weichkosten: 14,2%

Investment Manager (IM): Venture Consult KG

Treuhänder: Fremdfirma

Plazierungsgarantie: keine

Mittelverwendung (incl. Agio): 85,34% werden investiert

Besonderheiten: Vorzugsrückzahlung EK des Anlegers, dann Verteilung Initiator/ Anleger 30:70. Extrem geringe Mindestanlagesumme. Vorabverzinsung von 4% p.a. Dezidierter und umfangreicher Auswahlprozeß

Bewertung: 2 (Notenskala)

Investmentanalyse vom 14.03.2006

Patentpool Trust II

Der Initiator

Die Patentpool Konzeptions und Marketing GmbH, München, wurde im August 2005 gegründet. Das vorliegende Angebot ist der erste Fonds dieses Anbieters. Die Patentpool-Gruppe ist seit 1998 im Markt tätig. Dabei sollen bisher rund EUR 20 Mio. über private placements investiert worden sein. Aktuell werden damit 56 Technologien gefördert. Ein Nachweis über bisherige Erfolge ist auszugsweise im Prospekt veröffentlicht. Der Initiator hat nach eigenen Aussagen rund 900 Investoren, die teils mehrfach angelegt haben.

Stärken - Etabliertes Konzept, das nachweislich erfolgreich ist.

Der Prospekt

Mit 100 inhaltlich relevanten Seiten fällt der Prospekt durchschnittlich umfangreich aus. Das für den deutschen Markt ungewöhnliche Konzept, in Firmen zu investieren, sie zur Patentreife zu bringen und dann über die Börse zu ver-äußern, ist seriös belegt. Die Risikoaufklärung ist umfassend, das Vertragswerk und die Verflechtungen lückenlos skizziert. Die Aufmachung ist ansprechend, die sprachliche Gestaltung teils schwerfällig.

Stärken - Nachvollziehbar, vollständig und ansprechend erläutert.

Der Markt

Das Fondskonzept soll über ein bestehendes Netzwerk Firmen alternative Geldmittel über Venture Capital erschließen. Jährlich werden dafür rund 1.500 Produktideen geprüft. Geplant sind Investitionen in Firmen aus dem Hochtechnologiebereich, die über patentfähige Produkte verfügen. Diese sollen über Startfinanzierungen ermöglicht und zur Produktreife gebracht werden. Nach Patentanmeldung durch etablierte Patentanwälte des Netzwerks werden die Produkte auf dem Markt lanciert. Im Anschluß ist der Ausstieg über eine Börseneinführung geplant. Da speziell mittelständische Unternehmen in Deutschland seit geraumer Zeit Schwierigkeiten haben, sich über Banken Geldmittel zu besorgen, ist der Markt für ein derartiges Konzept ausgesprochen groß. Die möglichen Gewinne aus derartigen Beteiligungen sind sehr hoch. Allerdings ist ein professioneller Auswahlprozeß essentiell. Auch muß ein Unternehmen operativ in eine beteiligte Firma eingebunden sein, um sich „am Puls der Firma“ zu befinden. Dies setzt auf Seiten der Investoren hochkarätige Fachkräfte voraus. Neben üblichen unternehmerischen Risiken gehen Anleger hier vor allem auch Schlüsselpersonenrisiken ein, da gerade zu Beginn einer Produktentwicklung der Innovationsträger den Schlüssel zum patentfähigen Produkt darstellt.

Schwächen - Hochrisikoreiches Marktsegment.

Stärken - Der Markt ist grundsätzlich sehr interessant. Das Geschäftspotential wächst stetig.

Die Partner

Der Initiator wirbt mit sehr erfahrenen und etablierten Partnern. Die Patentpool-Gruppe soll seit 1998 derzeit 56 zum Patent angemeldete Technologien finanziert haben. Teilweise sind die in das Fondskonzept eingebundenen Partner aus „standesrechtlichen Gründen“ nicht genannt. Auf telefonische Nachfrage gibt der Initiator international etablierte Patentanwälte als Partner an. Offenbar scheint das Konzept der Patentpool-Gruppe zu funktionieren. Zumindest sind die Prüfkriterien nachvollziehbar und tiefgehend. Dennoch wäre einem interessierten Anleger zu empfehlen, sich beim Anbieter eingehende Informationen über die eingebundenen Partner und die bisherigen Beteiligungen zu holen.

Schwächen - Die Expertise der eingebundenen Partner wird zu wenig nachgewiesen.

Stärken - Offenbar funktionierendes Konzept.

Der Auswahlprozeß

Die Auswahl potentieller Investitionen sieht wie folgt aus: über ein bestehendes Netzwerk werden Investitionsmöglichkeiten (jährlich rund 1.500) angetragen. Die einzelnen Prüfschritte: Erste Beurteilung der Machbarkeit; Patentrecherche; Marktanalyse; patentrechtliche Schutzfähigkeit; angemessenes Investitionsvolumen; Kooperationsvertrag mit Urheber; Patentstrategie; Akquisition von Industriepartnern; Subventionsmanagement; Entwicklung Prototyp; Lizenzvertrieb; Produktion / Vertrieb; Börsengang / Anteilsverkauf. Die Investoren stimmen über den Anlegerbeirat oder die Gesellschafterversammlung einer Beteiligung zu. Max. Beteiligung von EUR 8 Mio. je Zielbeteiligung. Grundsätzlich ist der Auswahlprozeß nachvollziehbar, die Kriterien klingen sinnvoll. Die einzelnen tatsächlichen Arbeitsschritte sind für einen Außenstehenden wie stets kaum einsehbar. Da der Anbieter komplett nachrangig am Erfolg beteiligt ist (30%), sollte hier eine äußerst hohe Motivation für eine hochwertige Arbeit vorliegen.

Stärken - Sehr engmaschiger und professioneller Auswahlprozeß.

Das Konzept

Der Anleger soll in Firmen aus dem Hochtechnologiebereich investieren. Deren Produktentwicklung soll über eine Startfinanzierung zur Marktreife gebracht und über Patentanmeldung geschützt werden. Die einzelnen Beteiligungen sollen über einen Börsengang veräußert werden. Über nicht näher erläuterte, aber nachweislich erfahrene Partner soll ein Portefeuille in nicht näher definierter Stückzahl aufgebaut werden. Eine Einzelbeteiligung darf max. EUR 8 Mio. ausmachen. Das Anlagesegment ist hochinteressant und zweifellos chancenreich. Der Initiator ist erst in 2005 gegründet worden. Dagegen ist das Konzept seit 1998 etabliert. Der Auswahlprozeß für die einzelnen Patentportfolios ist sehr engmaschig. Die letzte Entscheidung für eine Investition liegt beim Anlegerbeirat bzw. der Gesellschafterversammlung. Bei einer geplanten Laufzeit von rund 3 Jahren soll der Anleger eine Rendite im zweistelligen Bereich erhalten. Eine fixe Ausschüttungshöhe ist nicht definiert. Der Anleger erhält eine Vorzugsverzinsung von 4% p.a., nach bevorzugter Rückzahlung der Einlage. Der Initiator wird komplett nachrangig entlohnt, was sehr positiv ist. Die Weichkosten fallen mit 14,2% unterdurchschnittlich aus. Das Konzept steht und fällt mit den Partnern. Deren Expertise ist nicht ausreichend erläutert. Allerdings funktioniert das Partnernetzwerk nachweislich seit rund 8 Jahren. Die niedrige Mindestanlagesumme fällt auf. Damit könnte der Initiator dieses risikoreiche Anlagefeld einer Zielgruppe öffnen, deren Eignung doch sehr fraglich ist. Systembedingt ist die Anlage hochspekulativ, zumal für den deutschen Raum wenige Erfahrungen aus vergleichbaren Angeboten vorliegen.

Schwächen - Hochrisikoreiches Marktsegment. Partnerqualität zu wenig erläutert. Mindestanlagesumme ermöglicht eine Beteiligung unqualifizierter Anleger.

Stärken - Hochinnovatives Angebot in einem sehr interessanten Marktumfeld. Engmaschiger Auswahlprozeß. Initiator wird komplett nachrangig entlohnt. Anleger erhält bevorzugt Kapitalrückzahlung und Verzinsung.

Summa summarum

halte ich das vorliegende Angebot „Patentpool Trust II“ des Initiators Patentpool GmbH, München, für gut. Der Markt ist spannend und hochlukrativ. Die Auswahlparameter sind nachvollziehbar. Allerdings liegt ein Schlüsselpersonenrisiko vor, da die Partner nicht ausreichend dargestellt sind. Die kurze Laufzeit sowie die mögliche Rendite bei gleichzeitig systembedingt hohem Risiko machen das Angebot vor allem für professionelle Anleger überlegenswert. In meinen Augen hat das vorliegende Angebot eine Bewertung mit „gut“ (2) verdient.

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