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Zahlen und Fakten

Initiator: MTV

Investitionsobjekt: 7 bis 9 Biogasanlagen südlich von Bremen

Steuerliche Struktur: gewerblich

Errichtung der Anlagen: Anfang 2006

Mindestzeichnungssumme: EUR 5.000 zzgl. 5% Agio

Geplante Laufzeit: bis 31.12.2026, erstmalige Kündigung durch Anleger zum 31.12.2015

Gesamtkapital: EUR 7 bis 9 Mio.

Kommanditkapital: EUR 3,4 Mio. zzgl. 5% Agio

Fremdkapital (52%): EUR 3,6 Mio., flexibler Zinssatz mit Absicherung, Komplettilgung über 10 Jahre

Geplante Ausschüttungen: anfänglich 2% (2006), auf 30,13% steigend (2026); durchschnittlich 14,5% p.a.

Weichkosten: 21,9% (bez. auf EK), 11,5% (bez. auf GK)

Inflationsrate: 1,5%

Anlagenbauer: Eisenmann, Böblingen

Service und Überwachung: Archea Service GmbH, Hessisch Oldendorf

Liquiditätsreserve: anfänglich 8,9%

Verträge liegen vor: sämtliche notwendigen Genehmigungen, Verträge und Gutachten liegen vor

Treuhandkommanditistin: Konzerntochter

Alleinstellungsmerkmale: Außergewöhnlich hohe Gasausbeute durch patentiertes ThermDes-Verfahren. Sehr hohe Planerfüllungssicherheit. Hohes Mehrertragspotential. Geringe Mindestanlagesumme.

Bewertung: 1 (Notenskala)

Investmentanalyse vom 29.11.2005

MTV III BioEnergie 1

Der Initiator

Die Firma MTV Capital Invest AG, Frankfurt, ist seit 2003 als Initiatorin geschlossener Fonds tätig. Aktuell liegen mit diesem Angebot bis dato drei Angebote dieses jungen Initiators vor. Die Qualität der bisherigen Angebote zeugen von einem grundsätzlich sehr vorsichtigen Konzeptionsansatz. Dieser Fonds ist der erste seiner Art mit einer Investition in Biogasanlagen.

Schwächen - Bisher noch keine Leistungsbilanz möglich.

Stärken - Nachvollziehbare und offensichtlich sehr konservative Konzeption.

Der Prospekt

Der nach IDW-S4 verfaßte Prospekt fällt mit 149 Seiten umfangreich aus. Das Marktsegment und die Angebotsspezifika sind ausführlich und nachvollziehbar erläutert. Sprachduktus und Prospektgestaltung sind ansprechend.

Der Markt

Stromerzeugung aus Biogas ist in Deutschland ein noch unterentwickelter Markt. Das Potential in diesem Marktsegment ist ausgesprochen hoch. Durch das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) ist für den Anleger Planungssicherheit bezüglich der Stromabnahme gegeben. Die Betreiber des öffentlichen Stromnetzwerks sind für 20 Jahre ab Lieferbeginn zur Stromabnahme verpflichtet. Zusätzlich sollen die Anlagen Boni für innovative Technik sowie das ausschließliche Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen erhalten. Bei einer sorgfältigen Auswahl von erfahrenen Partnern sind vergleichsweise hohe wirtschaftliche Erträge möglich. Im Gegensatz zu anderen Energiegewinnungsformen - Solar- oder Windkraftanlagen - hat der Anleger bei dieser Konzeption keine ausgesprochene Abhängigkeit von der Natur. Ein Ausbleiben des Windes bzw. ein Minus in der Sonneneinstrahldauer können sich nicht störend auswirken. Ein indirektes Risiko bleibt bei der Masseversorgung. Sollten die anbauenden Landwirte das benötigte Gärvolumen nicht nachliefern können, müßte eventuell zu mglw. höheren Preisen eingekauft werden. Dieses Risiko ist durch Abnahmeverträge mit den einzelnen Landwirten abgedeckt.

Stärken - Attraktives Marktumfeld mit Zukunftspotential. Hohe Einnahmesicherheit durch gesetzliche Förderung.

Die Standorte

Sämtliche Standorte liegen in einem Radius von 30km im Süden Bremens auf Bauernhöfen. Die Anlagen sind permanent fernüberwacht. Durch den engen Radius ist eine schnelle Serviceleistung des Partners Archea aus einem zentralen Ersatzteillager möglich. Die Lage auf den einzelnen Bauernhöfen garantiert die tägliche Versorgung mit dem benötigten Gärsubstratvolumen. Die Verträge mit den einzelnen Bauern laufen über 20 Jahre. Der Initiator hat die Standorte vor allem unter dem Gesichtspunkt einer reibungslosen Zusammenarbeit ausgewählt. Die Vorauswahl ist ausgesprochen sorgfältig: Liegen bei einem der potentiellen Standorte Anzeichen für mögliche Probleme (von Seiten der zuständigen Behörden oder der landwirtschaftlichen Betriebe) vor, fällt der Standort umgehend aus der Planung. Bei den Standorten, welche die Vorprüfung passieren, ist die Planungssicherheit damit ausgesprochen hoch.

Stärken - Die Auswahl der Standorte erfolgt nach sorgfältiger Prüfung. Die Lage in einem kleinen Radius ist sinnvoll und ermöglicht eine professionelle Betreuung.

Die Vertragspartner

Gegründet in 1951, beschäftigt Eisenmann heute rund 2.800 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist international bekannt als innovativer Systemlieferant für Lackieranlagen und ähnliche Techniken. Der Bau von Biogasanlagen ist ein neues Standbein. Der Umsatz in 2004 lag bei EUR 785 Mio. Damit ist das Unternehmen grundsätzlich in der Lage, mittelfristig Gelder in den Aufbau neuer Produktfelder zu investieren. Eisenmann liefert die Biogasanlagen als Module an die Firma Archea. Seit 1998 in diesem Marktsegment tätig, ist diese zuständig für die Konzeption, Planung und das Aufstellen, sowie den Service der Anlagen. Archea hält die Patentrechte am ThermDes-Verfahren, durch welches eine 25%ige-Mehrausbeute aus dem Gärungsprozeß ermöglicht wird. Die beim vorliegenden Angebot verwendeten liegenden Fermenter sind eine Spezialentwicklung der Firma Archea. Durch diese steigt die Effizienz in der Gasgewinnung im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren deutlich. Beide Unternehmen - Eisenmann und Archea - kooperieren miteinander im Bereich Biogasanlagen. Damit liegt für das Fondsangebot eine sehr hohe Planerfüllungssicherheit aus der Technik vor. Die einzelnen Betriebe sind aktiv in die Betreuung der Anlagen eingebunden. Neben einer Grundvergütung für die Bestückung der Anlage erhält der einzelne Landwirt eine von der erzeugten Strommenge abhängige Leistungsvergütung.

Stärken - Erfahrene Vertragspartner mit einem innovativen Konzept und nahtloser Rundum-Betreuung. Leistungsabhängige Entlohnung der Landwirte erhöht deren Motivation.

Das Konzept

Der Anleger soll in sieben (bis neun) Biogasanlagen südlich von Bremen investieren. Die Anlagen sollen Anfang 2006 errichtet werden. Sämtliche Verträge, Genehmigungen und Gutachten liegen vor. Bei einer Laufzeit bis Ende 2026 soll der Investor dafür eine durchschnittliche Rendite von rund 10,04% p.a. vor Steuern (IRR) erhalten. Die Weichkosten fallen mit 21,9% (bez. auf EK) überdurchschnittlich hoch aus. Die Finanzierung ist flexibel gehalten, das Darlehen soll innert 10 Jahren getilgt sein. Durch das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) ist die Planerfüllungssicherheit der Anlage sehr hoch. Zudem ist die technische Planung sehr überzeugend. Durch die Partnerwahl und die Serviceplanung sollte eine überdurchschnittliche Auslastung und Gasausbeute möglich sein. Insgesamt liegt ein deutliches Mehrertragspotential vor. Die Konzeption ist ausgesprochen konservativ. So liegen die Sicherheitsabschläge (10%) aus den technischen Anlagen deutlich über den Erfahrungswerten der Ersteller und Serviceleister. Die eingebundenen Landwirte werden teilweise leistungsabhängig entlohnt. Damit steigt deren Leistungsbereitschaft, für den Anleger die Gesamtanlagesicherheit. Mit EUR 5.000 zzgl. Agio ist die Mindestanlagesumme ungewöhnlich niedrig. Durch die in meinen Augen sehr hohe konzeptionelle Sicherheit kann eine Beteiligung als Basisinvestition möglich sein. Der Initiator rät dem Anleger zu einer direkten Kommanditbeteiligung. Diese wäre auch meiner Meinung, wie stets, einer treuhänderischen Beteiligung vorzuziehen.

Stärken - Interessanter Markt; professionelle Partner mit innovativer Technik; hohe Prognoseerfüllungssicherheit; sehr hohes Mehrertragspotential.

Summa summarum

halte ich das vorliegende Angebot „Biogas-Energie“ des Initiators MTV für ausgezeichnet. Die Konzeption ist sehr vorsichtig. Der Anlagenersteller ist sehr erfahren, das Wartungskonzept sollte für geringe Ausfallzeiten sorgen. Neben deutlichen Sicherheitspuffern ist das Marktumfeld selbst sehr positiv. Meines Erachtens hat das Angebot eine Bewertung mit „ausgezeichnet“ (1) verdient.

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