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Zahlen und Fakten

Initiator: Blue Capital

Fondssegment: Private Equity Fonds

Investition: indirekte Beteiligung an einem einzelnen Fonds, favorisiert wird der BC Partners VIII

Steuerliche Struktur: vermögensverwaltend

Investitionsparameter: ein Zielfonds mit 10 bis 20 Unternehmen, in Europa investierend

Haftung des Anlegers: im Außenverhältnis beschränkt auf 1% der Zeichnungssumme

Mindestzeichnungssumme: EUR 50.000 zzgl. 5% Agio

Geplante Laufzeit: bis 31.12.2015 (s. Seite 83)

Ausschüttungen: nicht prognostizierbar

Gesamtinvestition: EUR 75 Mio.

Fremdkapital: ohne

Investment Manager: Blue Capital Equity Management GmbH

Gewinnverteilung: nach Rückzahlung des Beteiligungskapitals an Anleger zzgl. 10%p.a. Vorzugsausschüttung, wird der Mehrgewinn anteilig gestaffelt verteilt (s. Seite 76)

Einzahlung: 4 Tranchen, bis zweites Halbjahr 2008

Schließung des Fonds: 31.12.2005

Besonderheit: Sondervorab von 4% ab Einzahlung Nominaleinlage bis Schließung der Gesellschaft; Der Initiator bietet eine Rücknahme von Anteilen an: jeweils am Ende der Jahre 2007 bis 2011 werden jährlich bis zu 5% der Anteile aufgekauft (s. Seite 48); 100%ige Investitionsquote.

Bewertung: 1+ (Notenskala)

Investmentanalyse vom 22.09.2004

Blue Capital Private Equity III

Der Initiator

Blue Capital ist ein Unternehmen der HVB Group und bietet geschlossene Fonds an. Mit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Standorten Hamburg, München und Dallas ist Blue Capital seit 1994 am Markt für Sachwertanlagen tätig. Neben der Konzeption und Verwaltung von Fondsanlageprodukten gehört die Betreuung von derzeit rund 22.000 Gesellschaftern zu den Hauptaufgaben von Blue Capital. Von 1994 bis heute wurden insgesamt 31 Fonds mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund EUR 1,8 Mrd. aufgelegt. Blue Capital investiert seit 1997 selbst im Bereich Private Equity und bietet Kunden seit 1998 Engagements in diesem Segment an. Bisher wurde in diesem Segment ein Gesamtvolumen von EUR 184 Mio. plaziert. Der erste Vorgängerfonds befindet sich in der Desinvestitionsphase und hat bis dato 117% an die Anleger rückgeführt. Der zweite Fonds befindet sich in der Investitionsphase. Bis dato wurden hier 26% des Anlagekapitals ausgeschüttet. Damit kann dieser Initiator im Vergleich zu den anderen Anbietern bisher als einziger einen Fonds vorweisen, der bis dato mehr als das eingesetzte Kapital erwirtschaftet hat.

Der Prospekt

Der Prospekt ist nach IDW-S4 Standard erstellt, der Umfang fällt mit 104 Seiten umfangreich aus. Die Aufmachung ist optisch sehr ansprechend. Der Markt für „Private Equtiy“ ist nachvollziehbar erläutert. Die Risikoaufklärung ist umfassend, ebenso das Vertragswerk. Der potentielle Zielfondsmanager ist überdurchschnittlich umfassend und informativ dargestellt.

Der Markt

Private Equity bedeutet, sich an einem nicht börsennotierten Unternehmen zu beteiligen. Bei Venture Capital (VC) ist ein Unternehmen noch so jung, daß für den Anleger die Qualität des Unternehmensgegenstandes schwer abzuschätzen ist. Ebenso sind die Managementqualität und das Marktumfeld in aller Regel noch große Unbekannte. Bei Private Equity stellt sich die Situation anders dar: Das Unternehmen kann Erfolgpotential vorweisen, in aller Regel ist es in seinem Markt bereits etabliert. Ein Erfolg läßt sich hier also bereits mit „kaufmännischer Sorgfalt“ abschätzen. In aller Regel benötigt ein solches Unternehmen aus verschiedenen Gründen eine Kapitalspritze für einen Wachstumsschub. Der Markt ist hochattraktiv. Vor allem im Zeichen immer vorsichtiger agierender Banken stehen dem interessierten Anleger bemerkenswerte Potentiale offen. Die Zahlen sprechen für sich: Das Investitionsvolumen in Europa belief sich in 2003 auf rund EUR 29,1 Mrd., in den USA liegt das Volumen bei einem Vielfachen. Die Schwierigkeit besteht für den Marktteilnehmer, „die Spreu von Weizen“ zu trennen. Zur Zeit gibt es weltweit rund 3.000 Private Equity Fonds. Diese stellen für Dachfondsanbieter die Zielfonds dar, über die diversifiziert wird. Interessant für den Anleger dürfte vor allem sein, daß eine Beteiligung an diesem Markt das Gesamtrisiko seines Portefeuilles statistisch gesehen senkt.

Der Zielfonds

Typischerweise ist zum Zeitpunkt der Prospektlegung noch kein Fonds angebunden. Im Gegensatz zu anderen Angeboten ist jedoch bereits ein Zielfonds ausgewählt, der vom Investment Manager favorisiert wird. Die Auswahlparameter für den Zielfonds sind im Prospekt angegeben. Der Manager des Zielfonds soll seit über zehn Jahren am Markt tätig sein und eine Erfolgsbilanz vorlegen können. Das Fondsmanagement muß über eine langjährige Private Equity-Erfahrung verfügen. Der ausgewählte Zielfonds soll mindestens der dritte vom Partner aufgelegte Fonds sein. Insgesamt soll der Partner bisher eine durchschnittliche Rendite von mindestens 25% erzielt haben. Neben der Fondsgesellschaft sollen sich andere etablierte institutionelle Investoren am Zielfonds beteiligen. Ein Großteil der Investoren aus dem Vorgängerfonds des Partners soll sich an dem ausgewählten Zielfonds wieder beteiligen. Anlagegebiet soll Europa sein. Der Zielfonds soll vermögensverwaltend tätig sein. Das Management des Zielfonds soll sich mit seinem persönlichen Vermögen in nicht unerheblichem Umfang am eigenen Fonds beteiligen. Werden diese Kriterien erfüllt, sollte sich ein hochprofessioneller Partner herauskristallisieren. Die im Prospekt als mögliche Partner genannten Namen sind sämtlich sehr erfahrene und bekannte Gesellschaften. Wunschzielfonds des Initiators ist offenbar der achte Fonds von „PC Partners“. Mit diesem Unternehmen wurde in der Vergangenheit bereits zusammengearbeitet.

Das Konzept

Der Anleger soll in einen Zielfonds im Bereich „Private Equity“ investieren. Der Initiator plant ein Engagement in zehn bis zwanzig Unternehmen. Damit liegt der Diversifikationsgrad weit unter vergleichbaren (Dach)fonds. Zur Risikominimierung des Gesamtportefeuilles eines Anlegers genügt der Verteilungsgrad des Fonds. Bei einer geplanten Laufzeit von bis zu elf Jahren soll der Anleger eine Rendite deutlich im zweistelligen Bereich erhalten. Diese Laufzeit wäre im Vergleich zu anderen Angeboten sehr kurz. Eine fixe Ausschüttungshöhe ist nicht definiert. Der Anleger soll einen Sondervorab von 4% erhalten, der Investment Manager wird nachrangig erfolgsabhängig entlohnt. Grundsätzlich wird der Gesamtgewinn nach einer Staffel - in Abhängigkeit des Beitrittszeitpunktes - zwischen Anleger und Investment Manager verteilt. Der Anleger erhält grundsätzlich eine Vorzugsausschüttung von 10% p.a. aus dem Gesamtgewinn, ehe der Investment Manager beteiligt wird. Die Kostenparameter sind ungewöhnlich: Der Initiator übernimmt vorab die anfallenden Kosten. Erst aus den Rückflüssen sollen die übernommenen Kosten ausgeglichen werden. Somit liegt die Investitionsquote bei 100%. Das Konzept steht und fällt mit dem ausgewählten Zielfonds. Dieser ist zur Zeit noch nicht vertraglich angebunden. Die Auswahlkriterien für den Zielfonds sind vertrauenserweckend.

Summa summarum

ist das vorliegende Angebot „Private Equity III“ des Initiators Blue Capital sehr interessant. Durch eine geplante Konzentration auf zehn bis zwanzig europäische Unternehmen ist die Qualität des noch auszuwählenden Zielfonds äußerst wichtig. Beim vorliegenden Angebot sind vor allem die Kostenparameter überdurchschnittlich positiv gestaltet. Für einen Anleger, der bereit ist, ein hohes unternehmerisches Risiko zu tragen, sollte dieses für den Anleger sehr entgegenkommend gestaltete Konzept in die engere Wahl kommen. Aus meiner Sicht hat das aktuelle Angebot eine Bewertung mit „hervorragend“ (1+) verdient. Blue Capital - Private Equity III

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