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Zahlen und Fakten

Initiator: HCI

Investitionsobjekt: Private Equity Fonds (60%) / Venture Capital Fonds (40%); 6 bis 10 Zielfonds mit je 15 bis 30 Zielunternehmen

Konzeption: Dachfonds

Steuerliche Struktur: vermögensverwaltend

Investitionsparameter: Beteiligung je Zielfonds max. 20%, in Europa investierende Zielfonds

Mindestzeichnungssumme: EUR 15.000 zzgl. 5% Agio

Geplante Laufzeit: bis 31.12.2016 (4x 1 Jahr Verlängerungsoption)

Geplante Ausschüttungen: keine exakten Ausschüttungen avisiert; prognostizierter Gesamtrückfluß bis zu 250%

Gesamtinvestition: EUR 25 Mio.

Fremdkapital: ohne

Weichkosten: 12%

Investment Manager (IM): Golding Capital Partners GmbH, München

Treuhänder: Tochtergesellschaft des Initiators

Beteiligung IM: nach Rückzahlung des Beteiligungskapitals an Anleger zzgl. 8%p.a. (Hurdle Rate), wird der Gewinn 10 : 90 (IM : Anleger) verteilt

Einzahlung: 4 Tranchen, bis 30.06.2008

Mittelverwendung: 92% werden investiert

Besonderheiten: Initiator kann bereits eine Leistungsbilanz für Vorgängerfonds vorlegen

Bewertung: 2+ (Notenskala)

Investmentanalyse vom 30.08.2005

HCI Private Equity V

Der Initiator

HCI - Hanseatische Capitalberatungsgesellschaft für Immobilien mbH - wurde 1985 gegründet. Bis dato wurde ein Gesamtinvestitionsvolumen von über EUR 9,2 Mrd. realisiert. Über 61.000 Anleger investierten bisher rund EUR 3,4 Mrd. Eigenkapital. Damit ist HCI einer der führenden bankenunabhängigen Initiatoren Deutschlands. Das vorliegende Angebot ist das fünfte seiner Art. Die Vorgängerfonds hatten ein Gesamtvolumen von EUR 100 Mio. Im Gegensatz zu den anderen Anbietern kann HCI bereits eine Erfolgsbilanz für die Vorgängerfonds nachweisen.

Stärken - Neben einer exzellenten Kundenbetreuung wurden in der Vergangenheit Anlageobjekte sehr sorgfältig ausgewählt. Dies läßt sich auch an den Rückflüssen der bereits emittierten Fonds ablesen.

Der Prospekt

Der Prospektumfang beträgt schlanke 76 Seiten. Der aus Sicht eines sich erstmals beteiligenden Anlegers schwierige Markt „Private Equity“ ist seriös belegt und sehr umfangreich dargestellt. Die Risikoaufklärung ist umfassend, das Vertragswerk und die Verflechtungen lückenlos skizziert. Die Aufmachung ist ansprechend, die Darstellungsqualität überdurchschnittlich.

Der Markt

Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen werden in zwei unterschiedliche Beteiligungsformen unterteilt: Bei Venture Capital (VC) ist ein Unternehmen noch relativ jung, so daß für den Anleger die Qualität und die damit verbundenen Erfolgsaussichten des Unternehmensgegenstandes schwer abzuschätzen sind. Ebenso sind die Managementqualität und das Marktumfeld in aller Regel noch große Unbekannte. Bei einer Anlage korreliert eine weit überdurchschnittliche Renditechance mit einem vergleichsweise hohen Risiko. Bei Private Equity (PE) stellt sich die Situation anders dar: Das Unternehmen ist in aller Regel bereits in seinem Marktsegment etabliert. Ein Erfolg läßt sich hier anhand fundamentaler, durch Wirtschaftsprüfer testierte Daten, bestehende Kundenbeziehungen und die Ergebnisse der Vorjahre besser einschätzen. In aller Regel benötigt ein solches Unternehmen zusätzliches Kapital für eine Wachstumsfinanzierung. Der Markt ist hochattraktiv. Vor allem im Zeichen immer vorsichtiger agierender Banken stehen dem interessierten Anleger bemerkenswerte Potentiale offen. Die Zahlen sprechen für sich: Das Investitionsvolumen in Europa belief sich in 2004 auf rund EUR 37 Mrd., in den USA liegt das Volumen bei einem Vielfachen. Die Schwierigkeit besteht für den Marktteilnehmer darin, „die Spreu von Weizen“ zu trennen. Zur Zeit gibt es weltweit rund 3.000 Private Equity Fonds. Diese stellen für Dachfondsanbieter die Zielfonds dar, über die diversifiziert wird. Interessant für den Anleger dürfte vor allem sein, daß eine Beteiligung an diesem Markt das Gesamtrisiko seines Portefeuilles statistisch gesehen senkt.

Schwächen - Beim vorliegenden Angebot sollen bis zu 40% in Venture Capital investiert werden. Dadurch steigt das Gesamtanlagerisiko.

Stärken - Der Markt ist grundsätzlich hochinteressant und bietet vermehrt Chancen. Der Anteil an VC erhöht die Chance auf einen überdurchschnittlichen Ertrag.

Der Partner

Die Golding Capital Partners GmbH war auch in den bisherigen Konzeptionen von HCI Anlagemanager. Der Name des Unternehmensgründers, Jeremy P. Golding, ist in der Branche sehr bekannt. Golding Capital Partners gibt als eines der Qualitätskriterien an, als einer der führenden Anbieter in Deutschland für institutionelle Investoren zu arbeiten. Die meisten Anbieter seien im Bereich Endverbraucher tätig. Da institutionelle Investoren eine andere Qualitätsmeßlatte als Endverbraucher anlegen, sind sie wählerischer in der Partnerwahl. Golding Capital Partners verwaltet zur Zeit über EUR 400 Mio. Darüber hinaus sind wurden bei der Konzeption nicht benannter Volumina institutionelle Nachfrager beraten. Golding Capital Partners ist ursprünglich im Rahmen der Emissionstätigkeit von HCI (im Bereich Private Equity) entstanden. Heute ist es ein eigenständiges Unternehmen. Die nicht ausschließliche Tätigkeit für HCI spricht für die Beratungsqualität des Unternehmens. Die unter Beratung dieses Partners aufgelegten Vorgängerfonds haben teilweise schon Rückflüsse erfahren. Damit deutet sich an, daß das Investitionskonzept aufgeht.

Stärken - Golding Capital Partners ist auf dem Markt etabliert. Vor allem die Arbeit für institutionelle Investoren stellt m.E. einen Qualitätsnachweis dar.

Das Konzept

Der Anleger soll über einen Dachfonds in den Markt „Private Equity / Venture Capital“ investieren. Über den erfahrenen Partner soll in mindestens 6 Zielfonds diversifiziert werden. Anlagegebiet der Zielfonds soll zu 75% Europa (mit Deutschland) sein. Hier ist der Markt für Unternehmensbeteiligung noch nicht ausgereizt. Bei einer geplanten Laufzeit von 11 Jahren soll der Anleger eine Rendite im zweistelligen Bereich erhalten. Diese Werte basieren auf Erfahrungswerten der Vergangenheit, eine fixe Ausschüttungshöhe ist nicht definiert. Der Anleger soll eine Vorzugsverzinsung von 6% (ab Einzahlung bis zum Emissionsende) erhalten. Der Partner wird zum größten Teil nachrangig erfolgsabhängig entlohnt. Er soll nach Rückzahlung und einer Vorzugsausschüttung für den Investor von 8% p.a. auf das investierte Kapital mit 10% entlohnt werden. Darüber hinausgehende Gewinne werden anteilig auf den Partner und den Anleger (10:90) verteilt. Die Kostenparameter sind marktüblich. Die Beteiligungsparameter sind durchschnittlich. Es fehlt die Möglichkeit einer Anteilsrücknahme durch den Initiator. Das Konzept steht und fällt mit dem Partner. Der gewählte Partner, Golding Capital Partners, ist ein erfahrener Marktteilnehmer, der auch professionellen Ansprüchen gerecht wird. Insgesamt wurde laut Golding bei der Konzeption vor allem Wert auf eine konservative Strategie gelegt. So soll für den Anleger eine möglichst hohe Sicherheit gewährleistet werden. Der Anteil an Venture Capital soll vor allem die Gesamtrendite erhöhen. Gleichzeitig steigt damit naturgemäß das Gesamtrisiko, was durch die Dachfondsstruktur wieder egalisiert werden soll. Der Initiator kann für die Vorgängerfonds bereits eine positive Leistungsbilanz vorlegen.

Schwächen - Die Beteiligungsquote könnte höher sein. Der hohe Anteil an VC steigert das Gesamtanlagerisiko.

Stärken - Der Partner Golding Capital ist sehr erfahren. Der Anteil an VC kann die Gesamtrendite erhöhen.

Summa summarum

halte ich das vorliegende Angebot „Private Equity V“ des Initiators HCI für einwandfrei. Die Parameter sind überschaubar und entsprechen dem Marktusus. Vor allem die Partnerqualität sollte für einen wirtschaftlichen Erfolg sorgen. Der hohe Anteil an Venture Capital erhöht das Gesamtanlagerisiko bei gleichzeitig erhöhten Renditechancen. Die Dachfondskonstruktion egalisiert das Gesamtrisiko wirksam. In meinen Augen hat das vorliegende Angebot eine Bewertung mit „einwandfrei“ (2+) verdient.

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