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Zahlen und Fakten

Initiator: SVF

Investitionsobjekt: 6 bis ca. 12 Private Equity-Zielfonds

Konzeption: Dachfonds in Form eines Blindpools, Kommanditanteile

Steuerliche Struktur: vermögensverwaltend konzipiert

Investitionsparameter: 6 bis ca. 12 Zielfonds in Nordamerika, Westeuropa und Asien (bis zu 20%); Schwerpunkt Buyouts mit einer Beimischung von 10 bis 35% Venture Capital

Mindestzeichnungssumme: EUR 20.000, zzgl. 5% Agio

Geplante Laufzeit: 10 Jahre mit Verlängerungsoption

Geplante Ausschüttungen: keine konkreten Prognosen, erfolgen unmittelbar nach Aufl ösung der Portfoliounternehmen

Gesamtinvestition: EUR 25 Mio. (geplant)

Fremdkapital: ohne

Investment Manager (IM): Feri Trust und SVF, Beirat aus Mitgliedern verschiedener Privatbanken (ohne Weisungsbefugnis)

Mittelverwendung (Gesamtbetrag excl. Agio): bis 94% werden investiert

Ergebnisverteilung: Anleger erhält eine Vorzugsrendite (8% p.a.), weitere Ergebnisse werden 88:12 Emittent Anleger verteilt (incl. „Catch-Up“)

Weichkosten (incl. Agio): 10,5%; 1,38% p.a. (auf Fondsebene, zzgl. Fremdkosten), bis zu 2,5% p.a. auf Zielfondsebene

Alleinstellungsmerkmale: Feri Rating als Investitionsfi lter, wobei dieses für Außenstehende nicht aufgedeckt ist

Bewertung: 2 (Notenskala)

Investmentanalyse vom 29.07.2005

SVF PES II

Der Initiator

Gegründet in 1998 konzipiert die SVF AG Kapitalanlagen für private Anleger, die in der Regel nur großen Vermögen und institutionellen Anlegern zugänglich sind. 1998 wurde der Investment-Dachfonds MultiSelect aufgelegt, der von der Feri Trust beraten wird. Mit einem Gesamtvolumen von ca. EUR 173 Mio. per 31.06.2005 gehört der MultiSelect zu den größten bankenunabhängigen Dachfonds am Markt. Im Jahr 2001 wurde der erste Private Equity Dachfonds SVF Private Equity Trust I gemeinsam mit der Feri Trust aufgelegt und von der SVF AG im Rahmen eines Private Placements plaziert.

Stärken - Der Initiator verfügt durch die enge Zusammenarbeit mit Feri Trust über große Expertise im Bereich Private Equity.

Der Prospekt

Der Prospekt ist mit 120 Seiten überdurchschnittlich umfangreich. Sämtliche entscheidungsrelevanten Fakten sind vollumfassend aufgeführt. Der Prospekt ist gut erläutert, das Layout ist nicht sonderlich ansprechend. Inhaltlich setzt der Prospekt die BaFin-Vorgaben für den Leser auf angenehme Weise um.

Stärken - Umfassender und textlich angenehm verfaßter Prospekt.

Der Markt

Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen werden in zwei unterschiedliche Beteiligungsformen unterteilt: Bei Venture Capital (VC) ist ein Unternehmen noch relativ jung, so daß für den Anleger die Qualität und damit verbundenen Erfolgsaussichten des Unternehmensgegenstandes schwer abzuschätzen ist. Ebenso sind die Managementqualität und das Marktumfeld in aller Regel noch große Unbekannte. Bei einer Anlage korreliert eine weit überdurchschnittliche Renditechance mit einem vergleichsweise hohen Risiko. Bei Buyouts stellt sich die Situation anders dar: Das Unternehmen ist in aller Regel bereits in seinem Marktsegment etabliert. Ein Erfolg läßt sich hier anhand fundamentaler, durch Wirtschaftsprüfer testierte Daten, bestehende Kundenbeziehungen und den Ergebnissen der Vorjahre besser einschätzen. In aller Regel benötigt ein solches Unternehmen zusätzliches Kapital für eine Wachstumsfi nanzierung. Der Markt ist hochattraktiv. Vor allem im Zeichen immer vorsichtiger agierender Banken stehen dem interessierten Anleger bemerkenswerte Potentiale offen. Die Zahlen sprechen für sich: Das Investitionsvolumen in Europa belief sich in 2003 auf rund EUR 23 Mrd., in den USA liegt das Volumen bei einem Vielfachen. Die Schwierigkeit besteht für den Marktteilnehmer darin, „die Spreu von Weizen“ zu trennen. Zur Zeit gibt es weltweit rund 3.000 Private Equity Fonds. Diese stellen für Dachfondsanbieter die Zielfonds dar, über die diversifi ziert wird. Interessant für den Anleger dürfte vor allem sein, daß eine Beteiligung an diesem Markt das Gesamtrisiko seines Portefeuilles statistisch gesehen senkt.

Stärken - Hochinteressanter Markt mit einem ausgewogenen Risiko-Chancen-Profi l bei entsprechend etabliertem Fondsmanagement.

Der Partner

Die Feri Trust gehört zur Feri Finance Group, welche heute rund EUR 5 Mrd. Kundengelder verwaltet. Sie hat seit Anfang der 90er Jahre für ihre Kunden Private Equity Investitionen in Höhe von mehreren hundert Mio. Euro in über 50 Private Equity Fonds getätigt. Innerhalb der Feri Finance Group wurde im Jahre 1999 der Alternative Assets Bereich initiiert, um Private Equity und Hedge Fonds Research und Beratungsleistungen für private und institutionelle Kunden zu erbringen. Feri Trust verwaltet Private Equity Gelder im Rahmen von verschiedenen Dachfonds. Der PES II wird in der Regel parallel zu verschiedenen von Feri Trust beratenen Dachfonds investieren. Daher kann sich der PES II auch mit kleineren Kapitaleinlagen an renommierten Private Equity Fonds beteiligen. Die Feri Finance Group aus Bad Homburg beschäftigt über 200 Mitarbeiter. Anteilseigner der Unternehmen der Feri Finance Group sind deren leitende Mitarbeiter sowie die Harald Quandt Holding GmbH.

Stärken - Partner ist etabliert und als professionelles Analysehaus bekannt.

Die Investitionskriterien

Die Gesellschaft strebt eine „ausgewogene Gewichtung zwischen westeuropäischen und nordamerikanischen Private Equity Fonds an, wobei auch bis zu 20% des Gesellschaftskapitals in Private Equity Fonds mit einem anderen geographischen Schwerpunkt investiert werden kann. Es sollen etwa 65 - 90% der Mittel der Gesellschaft in Private Equity Fonds investiert werden, die überwiegend in Buyout Transaktionen investieren, und die übrigen 10- 35% in solche, die überwiegend in Venture Capital Transaktionen investieren. Es können ferner bis zu 30% der Mittel im Rahmen von Secondary Transaktionen investiert werden“. Feri hat ein spezielles „Private Equity Rating“ entwickelt, welches als Filterinstrument bei der Auswahl der einzelnen Zielfonds zum Einsatz kommt. Dieses wird seit 1998 vor allem in der Investition privater Kundengelder angewandt und hat sich dort nach eigener Aussage bewährt. Mit rund 200 Einzelkriterien soll das Ratingverfahren deutlicher engmaschiger sein, als bei anderen Anbietern. Der Hauptvorteil des Ratings liegt offenbar in der Nachvollziehbarkeit durch Außenstehende, u.a. einem Beirat, auch wenn dieser keine Weisungsbefugnis besitzt. Das Rating ist einem Außenstehenden nicht zugänglich, somit durch mich nicht überprüfbar.

Schwächen - Die einzelnen Kriterien sind nicht nachvollziehbar aufgeschlüsselt.

Stärken - Offenbar funktioniert das Ratingverfahren, geht man von der Summe verwalteter und investierter Gelder aus.

Das Konzept

Der Anleger soll über einen Dachfonds in den Markt „Private Equity“ investieren. Insgesamt sollen 6 bis ca. 12 Zielfonds in Nordamerika, Westeuropa und Asien gewählt werden; 10 bis 35% des Investmentkapitals sollen in Venture Capital fl ießen. Die Investitionsentscheidungen werden gemeinsam vom Initiator und Feri Trust getroffen. Dabei wird ein Feri Rating als Filterinstrument verwendet. Die Vorgaben an den Zielfonds für eine Investition sind m.E. im Prospekt zu wenig erläutert. Die Fondslaufzeit endet frühestens mit Ablauf 2016. Der Initiator prognostiziert ohne Renditeerwartung. Der Investitionsgrad ist mit bis zu 94% überdurchschnittlich. Die Kostenstruktur fällt durchschnittlich aus. Der Initiator und die Kommanditistin werden nachrangig bezahlt: Erst nach Rückzahlung der Einlage an den Anleger und Erreichen einer 8%igen „Hurdle-rate“ werden sie anteilig am Ergebnis beteiligt.

Schwächen - Keine für den Außenstehenden nachvollziehbaren Alleinstellungsmerkmale.

Stärken - Die Beteiligungsquote ist überdurchschnittlich.

Summa summarum

halte ich das vorliegende Angebot „Private Equity Select II“ des Initiators SVF für gut konzipiert. Die objektiv nachvollziehbare Fondskonzeption ist solide. Das Angebot weist keine ausgesprochenen Alleinstellungsmerkmale auf. In meinen Augen hat das vorliegende Angebot eine Bewertung mit „gut“ (2) verdient.

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